Frage von 2Ardian123, 60

Urteilsbegründung des Gerichtes zum Hitler Putsch 1923?

Nabend, meine Aufgabe ist es, die Urteilsbegründung des Gerichtes in Bezug zum Hitlerputsch 1923 zu BEWERTEN.

Auszug aus der Urteilsbegründung des Gerichts vom 1. April 1924: "Das Gericht ist zu der Überzeugung gelangt, dass die Angeklagten bei ihrem Tun von rein vaterländischem Geiste und dem edelsten selbstlosen Willen geleitet waren. Alle Angeklagten [...] glaubten nach bestem Willen und Gewissen, dass sie zur Rettung des Vaterlandes handeln müssten und dass sie zur Rettung des Vaterlandes handeln müssten und dass die dasselbe täten, was kurz zuvor noch die Absicht der leitenden bayerischen Männer war. Das rechtfertigt ihr Vorhaben nicht, aber es gibt den Schlüssel zum Verständnis ihres Tuns."

So, wie soll ich das Ganze nun bewerten? Das Gericht sagt ganz klar, dass Hitler und seine Anhänger aus Patriotisumus gehandelt haben und dass Eigennutzen nicht im Vordergrund stand. Des Weiteren behaupten die Anhänger zu Gunsten des Volkes gehandelt zu haben, welches vom Gericht ja im vorliegenden Auszug nicht negiert wird. Außerdem stellen sie sich in gewisser Weise mit den leitenden bayrischen Männern gleich, da sie deren Aufgabe übernommen haben. Im Ganzen hat das Gericht zwar Verständnis für ihr Handeln, allerdings sind die Fakten so eindeutig, dass sie nun mal gesetzmäßig verhaftet werden müssen.

Wie kann man das denn weiter bewerten?

Link zum Verlauf und zum Auszug: https://weimarwiki.wikispaces.com/Der+Hitlerputsch

Antwort
von DorObbl, 24

Überleg dir mal zu deiner Frage die Rolle der Reichswehr und der Justiz in der Weimarer Republik. Es gab viele Morde von rechts (z.B. an Karl Gareis, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht), die nie wirklich bestraft wurden. Das kommt daher, da das Heer ja durch den Versailler Vertrag entwaffnet wurde (und deshalb der neuen demokratischen Republik nicht traute). Die Justiz bestand weiterhin aus den Beamten, die zur Kaiserzeit eingesetzt wurden. Sie wollte die Demokratie auch nicht, da sie ja konservativ waren.

Google am besten mal nach "Demokratie ohne Demokraten".

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 25

Im Grunde ist es nicht so schwer. Ich gebe dir als Tipp folgende wesentliche Stichworte, deren Wahrheitsgehalt du vor dem Hintergrund der damaligen historischen Gegebenheiten hinterfragen solltest:

- von rein vaterländischem Geiste

- (von) dem edelsten selbstlosen Willen geleitet

- zur Rettung des Vaterlandes handeln

- Vorbild der leitenden bayerischen Männer

MfG

Arnold

Antwort
von LukDill02, 11

Das Gericht war sehr konservativ und viele Rechte wurden milder bestraft als Linke.
Hitler hat im Gerichtssaal sogar eine Art Rede gehalten und den Richter sehr beeindruckt. (Weiß nicht ob das wirklich stimmt kam auf jeden Fall im Film "Aufstieg des Bösen" vor.)

PS. Kann ich sehr empfehlen.

Antwort
von earnest, 9

Das ist ganz einfach zu bewerten: Dies Gericht war, wie praktisch die gesamte Justiz, "nationalistisch verseucht". 

Kein Wunder, denn nach der "inhaltlich" gescheiterten Novemberrevolution hatte man es versäumt, die Justiz zu demokratisieren. 

Hitler-Prozess und Urteil waren eine ein Farce.

Gruß, earnest

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