Frage von leylooo21, 61

Ursachen des Konfliktes PKK Türkei?

Was sind eigentlich die ursachen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von uyduran, 61

Praktisch seit Gründung der Republik wurde das kurdische Volk massiv unterdrückt. Atatürk hatte die Türkei vom osmanischen Reich unabhängig gemacht, viele (positive) Reformen durchgeführt, zur Einigung des Volkes allerdings eine sehr nationalistische Politik verfolgt, die sich strikt gegen einen Mehrvölkerstaat aussprach (der die Türkei aber nun mal ist). Den Kurden wurde quasi ihre komplette Kultur verboten, sie mussten ihre Namen ändern, durften ihre Sprache nicht benutzen, nicht mal Bücher oder später Fernsehsender auf kurdisch haben. Ihre Ethnie wurde verleugnet, sie wurden als "Bergtürken" bezeichnet und mussten sich zwangsassimilieren. Als Kurde war man über Jahrzehnte hinweg ein Mensch zweiter Klasse, von den Rechten sowie von der sozialen Stellung in der Gesellschaft. Zivile Proteste wurden skrupellos und brutal zerschlagen. Aus dieser Unterdrückung heraus bildete sich die PKK, eine Widerstandsgruppe, die fortan für die Gleichberechtigung der Kurden eintreten wollte. Selbstverständlich ist von damals bis heute viel passiert. Es ist viel unnötiges Blut geflossen und die PKK ist zweifellos als Terrororganisation zu bezeichnen, da sie nun mal politisch motivierte Anschläge begangen hat, oft auch auf die Zivilbevölkerung (Dies schließt ja nicht aus, dass sie, wie von kurdischer Seite immer gesagt wird, Freiheitskämpfer sind - die Sache ist eben nur, wie, also mit welchen Mitteln man für Freiheit kämpft). Was ich damit sagen will: Viele Taten der PKK, also deren Terrorakte, sind ohne Zweifel zu verurteilen. Aber die Beweggründe dafür kommen nicht von irgendwo, der Grund, wieso diese Organisation überhaupt entstand, liegt in der massiven Unterdrückung der türkischen Regierung.

Reicht Dir das? Oder willst Du noch mehr wissen?

LG

Kommentar von Fujitora67 ,

Besser hätte ich es nicht sagen können. Ob die Reformierung positiv ist/war ist drüber zu diskutieren. Waren zu der Zeit modern bzw nicht konservativ wie es sonst vorher war. Viele vergessen einfach, wie nationalistisch (leider) die Personen an der Macht waren und keine andere Ethnien akzeptierten (meine, dass Syrien auch zur TC dazu gehören wollte aber dass der Ideologie Atatürk's halt nicht passte wegen Vielvölkerstaat usw.). Heute haben sie auf jeden Fall viel mehr Rechte und so gehört sich das und in Zukunft auch evtl noch mehr, wenn da noch bedarf steht (als nicht in der Türkei lebende kenne ich mich da natürlich nicht 100% aus was noch wie zu verändern ist).

Kommentar von uyduran ,

"Ob die Reformierung positiv ist/war ist drüber zu diskutieren."

Ich denke man kann sagen, die Ära Atatürk hatte sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Man sollte Atatürk schon dankbar dafür sein, dass er diverse Reformen durchgeführt hat, z.B. dass er Sultanat und Kalifat abgeschafft hat, dass er ein Zivilgesetzbuch eingeführt hat, dass er die Situation der Frauen massiv verbessert hat (Gleichberechtigung vor dem Gesetz, Recht auf Schulbildung, Wahlrecht, Scheidungsrecht usw.), dass eine allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde, dass die Wirtschaft sozialistisch geprägt war etc. Ihn zu idealisieren halte ich jedoch für falsch. Sein sehr autoritärer, nationalistischer und radikaler Politikstil ist zu verurteilen. Mit dem Laizismus ist es auch so eine Sache: Grundsätzlich ist die Trennung von Staat und Religion ja etwas Gutes, denn nur so kann z.B. Religionsfreiheit gewährt werden. Die Art und Weise, wie der Laizismus vom kemalistischen Regime durchgeführt wurde, war jedoch sehr radikal und somit schon eher antireligiös statt laizistisch.

"Heute haben sie auf jeden Fall viel mehr Rechte und so gehört sich das und in Zukunft auch evtl noch mehr, wenn da noch bedarf steht"

Unter der Regierungszeit von Bülent Ecevit sowie später eben durch Erdogan haben die Kurden einen großen Teil ihrer Rechte zurückbekommen. Aber bis zur absoluten Gleichberechtigung und vor allem bis Kurden von der türkischen Gesellschaft als gleichwertig angesehen und behandelt werden, ist es noch ein sehr langer Weg. Beispielsweise sind nach wie vor kurdische Buchstaben, kurdische Namen und kurdische Städtenamen nicht erlaubt. Es gibt nur einen kurdischen Fernsehsender und der ist staatlich. Kurden dürfen auf Kurdisch also keine eigenständige Politik machen. Und die türkische Gesellschaft ist nach wie vor sehr nationalistisch und auch kurdenfeindlich eingestellt, es gibt viele Vorurteile. Das hat natürlich den Jojo-Effekt, dass auch Kurden häufig antitürkisch eingestellt sind. Hinzu kommt der frisch entflammte Konflikt zwischen der PKK und der türkischen Regierung. Unter Erdogan mache ich mir jedoch eher Sorgen, dass das Volk generell (sowohl Kurden als auch Türken) immer autoritärer regiert wird und an Rechten verliert.




Antwort
von halloschnuggi, 37

Atatürk der "ehrenmann" alles wegen ihn

Antwort
von Vknur2, 30

Wofür steht die PKK? 
Die PKK ist eine kurdisch marxistisch ausgerichtete Organisation, die scheinbar für die Rechte der Kurden kämpft und ein unabhängiges Kurdistan anstrebt.
Warum ist die PKK entstanden? 
Die PKK ist deshalb entstanden, weil die Kurden in der Türkei zwangsassimiliert wurden und ihnen ihre Identität geraubt wurde. 
Damals in der Türkei, hatte man nicht die Freiheit zu demonstrieren, geschweige denn seine Stimme gegenüber dem Staat zu erheben. 
Nicht nur Kurden, auch andere Minderheiten die in der Türkei leben, wurden verfolgt und teilweise ermordet. Der Staat hat alles kontrolliert, selbst die Muslime hatten keine Freiheiten. Widerstand gegen den Staat leisten bedeutete den sicheren Tod- zumindest jahrelange Haft. Das Traurige an allem ist, dass die Türkei damals kurz vor dem Staatsbankrott stand, die Menschen am Hungertuch nagten, sie aber trotzdem weiterhin in bürgerkriegsähnlichen Zuständen lebten. Keinem dieser Politiker ist je eingfallen diese Krise und diesen Krieg zu beenden. Wenn es dann doch einen Politiker gab, der eine andere innerstaatliche Stabilität anstrebte, wurden sie wie Adnan Menderes hingerichtet, wie Turgut Özal vergiftet, oder wie Necmettin Erbakan mit lächerlichen Anschuldigungen vom Amt gestürzt. Die Türkei hatte nie die Chance aufzusteigen, weil sie abhängig von anderen Ländern war. Auf der einen Seite stehen die Terrororganisationen wie die PKK und auf der anderen Seite die käuflichen Offiziere, Kommandanten und Politiker, die nur an ihre eigene Tasche dachten. Deren Motto lautete: Die Türkei ist klein aber Mein. All diese Jahre wurde das Volk gespalten. 
Sunniten - Aleviten ; Türken - Kurden.
So entstand neuer Nährboden für Terroristen in der Türkei.
2001 ist ein neuer Held der Nation an die Macht gekommen. Recep Tayyip Erdoğan.
Er hat jahrelang bis heute für die Rechte der Unterdrückten gekämpft. 
70% der türkischen Frauen durften nicht studieren, auch nicht im Staatsdienst arbeiten, weil sie ein Kopftuch trugen. Dieses Verbot hat Recep Tayyip Erdoğan aufgehoben.
Er musste jahrelang dafür kämpfen und das in einem muslimischen Land. 
Die Kurden haben  ihre zustehenden Rechte bekommen, dass heisst: Kurdisch als Fach, kurdische Kanäle, sie dürfen kurdisch sprechen und kurdische Lieder singen. Was vor Recep Tayyip Erdoğan undenkbar war, hat Erdoğan verwirklicht. Parteien wie die MHP und CHP haben immer gegen alles gestimmt.
Der Osten wurde infrastrukturell erfasst, die Steuern aus Ankara flossen in den Osten, jedoch verhinderte die PKK die Entwicklung und Modernisierung der vorwiegend von Kurden bewohnten Gebiete. Der Osten wurde mit Recep Tayyip Erdoğan erst wieder vernünftig wahrgenommen ebenso die dort lebenden Menschen. Aber die PKK, hat das Volk kontrolliert Ingenieure, Ärzte, Ladenbesitzer bedroht, Lehrer und Polizisten ermordet und verjagt, die nicht mit ihnen sympathisieren. Krankenhäuser, Schulen und Universitäten wurden bombardiert. Kinder werden entführt und zur PKK in die Berge verschleppt. Deshalb kann es nicht sein, dass die PKK für die Rechte der Kurden kämpft. Dort sind auch mehrheitlich Armenier, Israelis und Amerikaner. Die PKK wurde zwar mit dem Gedanken, für die Rechte der Kurden zu kämpfen, gegründet. Jedoch unterdrücken sie selber ihre Landsleute und verhindern ihre Entwicklung. 
Da sie ihre Rechte bekommen haben, gibt es keinen Grund mehr zu kämpfen, oder nicht? Anscheinend ist das erklärte Ziel nicht die Rechte der Kurden, sondern die Spaltung. 
Der Friedensprozess wurde abgebrochen, weil weitere Zivilisten und Polizisten ermordet wurden und die PKK mehrmals den Prozess sabotiert hat. 
Die PKK ist nur ein billiger abklatsch der Großmächte, die sie benutzen um die Türkei von innen zu zerstören und Großisraels Plan zu verwirklichen. 
Die Türkei früher war politisch bedeutungslos und hatte nichts zu sagen. Und heute stehen wir jeden Tag auf der ganzen Welt in den Medien. Europa und die USA versuchen mit allen Mitteln den Aufstieg der Türkei zu verhindern und provozieren deshalb von allen Seiten die ideologischen Türkei Feinde und hetzen sie auf. Keine Partei hat vor der AK-PARTEI die Türkei so verändert ...

Kommentar von earnest ,

2001 ist also "ein neuer Held der Nation an die Macht gekommen": Erdogan. 

Mir wird übel, wenn ich solch plumpe Propaganda hier bei GF lese.

Und dann noch der Verfolgungswahn und die Großmannssucht, die sich im Schlußteil dieser Ausführungen zeigen ...

Kommentar von Vknur2 ,

2001 ist also "ein neuer Held der Nation an die Macht gekommen": Erdogan. 
Mir wird übel, wenn ich solch plumpe Propaganda hier bei GF lese.
Und dann noch der Verfolgungswahn und die Großmannssucht, die sich im Schlußteil dieser Ausführungen zeigen ...

Earnest Propaganda? Das Volk entscheidet!
Die meisten sehen es so...

Kommentar von Fujitora67 ,

Du sprichst mir aus der Seele. Das hat ne Auszeichnung verdient..

Kommentar von uyduran ,

Dein Kommentar beschreibt das Thema sehr sehr einseitig, Vknur2.
"Necmettin Erbakan mit lächerlichen Anschuldigungen vom Amt gestürzt"
Kannst Du das detaillierter ausführen? Erbakan war generell gegen die Trennung von Staat und Religion, wollte einen kalifatähnlichen Staat mit Scharia-Gesetz errichten und hat nationalistische und radikalislamische Werte propagiert. Seine fanatischen Ansichten basierten auf einem primitiven Schwarz-Weiß-Denken, dass in chauvinistischer Manier die eigene radikalislamische Bewegung idealisierte und alles abseits davon als falsch und böse deklariert hat. Die Verbote seiner Parteien wurden vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bestätigt.
"All diese Jahre wurde das Volk gespalten. 
Sunniten - Aleviten ; Türken - Kurden."Ist das heute anders? Aleviten sind regelmäßig Zielscheibe für Erdogans Polemik und werden als Sündenbock benutzt. Der Konflikt zwischen Türken und Kurden geht in eine neue Episode, weil die AKP in der vergangenen Wahlkampfphase den Friedensprozess mit Luftangriffen in Syrien auf kurdische Stellungen gebrochen hat. Überhaupt ist Erdogan keiner, der auf Diplomatie und Harmonie setzt. Erdogan zieht seine Macho-Politik durch, er provoziert und spaltet. In erster Linie werden "westliche" und "konservative" Türken gegeneinander aufgewiegelt.
"2001 ist ein neuer Held der Nation an die Macht gekommen."Alleine dieser Satz, diese Verherrlichung zeigt, dass man von Deinem Beitrag keine Objektivität erwarten kann.
"
70% der türkischen Frauen durften nicht studieren, auch nicht im Staatsdienst arbeiten, weil sie ein Kopftuch trugen."Kannst Du uns diese Zahl anhand einer seriösen Quelle beweisen? Um vorweg eines festzuhalten: Ich bin absolut gegen das Kopftuchverbot an Universitäten gewesen. Aber es ist einfach nur noch populistisch, dass Erdogan und andere AKP-Politiker immer und immer wieder auf diesem Verbot herumreiten und damit die angebliche Frauenfeindlichkeit der Kemalisten begründen wollen. Das ist derartig plump, erst durch Atatürk haben türkische Frauen massiv an Rechten dazugewonnen, die sie unter Politikern mit einer Ideologie wie der Erbakans niemals bekommen hätten. Auch unter den 14 Jahren Regierungszeit Erdogans hat sich die Situation der Frauen in der Türkei arg verschlechtert.
"Kinder werden entführt und zur PKK in die Berge verschleppt. Deshalb kann es nicht sein, dass die PKK für die Rechte der Kurden kämpft. Dort sind auch mehrheitlich Armenier, Israelis und Amerikaner."Das ist großer Quatsch. Eine ganze Reihe der Vorwürfe, die gegen die PKK erhoben wurden, sind aufgebauschte Propaganda ohne eindeutige Beweise. Das ist in etwa so, wie die angeblichen Beweise der Amerikaner gegen die angebliche Brutalität Saddam Husseins, wodurch sich die USA ihre künstliche Legitimität für den Irakkrieg geholt hat. Die PKK setzt sich nach wie vor für Gleichberechtigung ein, die weder auf rechtlicher noch auf gesellschaftlicher Ebene vorhanden ist. Außerdem lehnt sich die PKK als linke Bewegung gegen die kapitalistische und somit ungerechte Politik der AKP auf. Was jetzt Armenier, Israelis und Amerikaner damit zu tun haben, musst Du uns erklären. Wolltest Du uns nur nochmal kurz Deine Feindbilder aufzählen?
"Europa und die USA versuchen mit allen Mitteln den Aufstieg der Türkei zu verhindern und provozieren deshalb von allen Seiten die ideologischen Türkei Feinde und hetzen sie auf."
Setz doch bitte den Aluhut ab. Das ist verschwörungstheoretischer Unsinn. Welches Interesse sollten die USA und Europa daran haben, "den Aufstieg" der Türkei zu verhindern? Die Türkei stellt keinerlei Gefahr für sie dar, sondern ist ganz im Gegenteil ein enger Handelspartner von z.B. Deutschland und Israel. Es ist die plumpe Erdogan-Rhetorik, die Türkei als aufstrebende Weltmacht zu glorifizieren und als Feindbild natürlich den bösen Westen vorzuschieben, der im Notfall dann angeblich Schuld ist am eigenen Versagen. Wie ich schon sagte, populistisches Schwarz-Weiß-Denken, ein ähnliches Schema, wie Pegida es benutzt. Wenn man die ideologisch verfärbte Brille einmal absetzt, fällt einem folgendes auf: 2001 war eine der schlimmsten Wirtschaftskrisen in der türkischen Geschichte, sich damit zu vergleichen offenbart alles. Sicherlich ist die Türkei unter den ersten zwei Legislaturperioden unter der AKP erfolgreich gewesen, aber das waren alle Schwellenländer im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Jetzt beginnen aber einige bedrohliche Entwicklungen zu wirken (Kreditkartenblasen, Immobilienpreisblasen, Leistungsbilanzdefizit, stark ansteigende Inflation, stark zurückgehende Investitionen aus dem Ausland, einbrechende Absatzmärkte im Nahen Osten und ein allgemein stark abgeschwächtes Wachstum). Rechnet man das alles zusammen und schaut sich die gegenwärtige Zentralbanks- und Wirtschaftspolitik an, dann steht ein steiler Absturz oder zumindest eine lange Stagnation ins Haus, wenn sich nichts Fundamentales wandelt.

Kommentar von uyduran ,

Ist leider von der Formatierung her ein bisschen unübersichtlich geworden, aus welchem Grund auch immer sind die Leerzeilen, die ich eingefügt hatte, verschwunden...

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