Frage von oneslash, 34

Urlaubtage auszahlen Frist?

Hallo zusammen, Ich hatte ein Arbeitsverhältnis gehabt und war dann über 1.5 Jahren krankgeschrieben. Am 11.8.2015 habe ICH gekundingt und konnte meine urlaubtage (resturlaub) nicht nehmen da ich nicht mehr arbeiten könnte in meinem Beruf. Da wir jz schon 2016 Februar haben, ist der Chef noch verpflichtet mir mein resturlaub auszuzahlen ? Gibt es da bestimmte Fristen die dafür gedacht sind ?

Grüße Alex

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 21

Zunächst einmal: Der Anspruch auf Urlaub, den Du wegen Erkrankung nicht nehmen kannst, verfällt nicht bis zum 31.03. des übernächste auf das Anspruchsjahr folgenden Jahres - Urlaub aus 2015 also bis zum 31.03.2017.

Nun ist die Situation in Deinem Fall etwas anders, da das Arbeitsverhältnis bereits beendet ist (durch wen, spielt keine Rolle) und sich lediglich die Frage stellt, ob Du auch jetzt noch die Entgeltung nicht genommenen Urlaubs verlangen kannst.

Gibt es da bestimmte Fristen die dafür gedacht sind ?

Der Abgeltungsanspruch für Urlaub, der nicht genommen werden konnte, wird sofort bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses fällig. Ob Du Deinen Abgeltungsanspruch jetzt noch geltend machen kannst, hängt tatsächlich von 2 verschiedenen/alternativen Fristenregelungen ab:

Erstens kann es sich dabei um Ausschlussfristen handeln, die vertraglich vereinbart worden sind (arbeitsvertraglich mindestens 3 Monate, tarifvertraglich mindestens 1 Monat) und nach deren Verstreichen ein Anspruch nicht mehr geltend gemacht werden kann: er ist dann verfallen.

Wenn es solche vertraglichen Ausschlussfristen nicht gibt, dann gilt zweitens die gesetzliche Verjährungsfrist von 3 Jahren nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 195 "Regelmäßige Verjährungsfrist" ab Ende des Jahres, in dem ein Anspruch entstanden ist oder fällig war. Die Urlaubsabgeltung für Urlaub, den Du in 2015 wegen Erkrankung nicht mehr nehmen konntest, kannst Du in diesem Fall also noch bis zum 31.12.2018 geltend machen (vorausgesetzt, der Arbeitgeber kann glaubhaft machen, dass er durch Worte oder Handlungen Deinerseits davon ausgehen konnte, dass Du einen Anspruch nicht mehr geltend machst); der Anspruch besteht - anders als bei der Ausschlussfrist - nach Verstreichen dieser Frist zwar immer noch, er kann vom Arbeitgeber aber mit der Einrede der Verjährung abgewehrt werden.

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