Urlaubsentgelt wird nur für Täglich 8 Std. bezahlt, obwohl in den letzten 13 Wochen durchschnittlich täglich 10 Stunden gearbeitet wurde?

... komplette Frage anzeigen

Das Ergebnis besteht aus 2 Abstimmungen

Abrechnung von 8 Stunden/Tag rechtens 100%
Schnitt der letzten 13 Wochen muß bezahlt werden 0%

3 Antworten

Die Frage lässt sich SO nicht eindeutig beantworten.

Zwei Faktoren sind zu berücksichtigen:

> Erstens der Geldfaktor:

Der entspricht der Regelung im Bundesurlaubsgesetz BUrlG und auch im Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG, wonach bei der Berechnung das Entgelt für geleistete Überstunden nicht zu berücksichtigen ist.

> Zweitens der Zeitfaktor:

Bei ihm ist entscheidend, was Du in der Zeit, für die Du Urlaubsentgelt oder Entgeltfortzahlung (im Krankheitsfall und an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag) erhältst, an Stunden geleistet hättest.

Der Zeitfaktoren ist dann maßgeblich, wenn Du in der Zeit, in der Du Urlaubs hast (oder erkrankt bist), auch Überstunden geleistet hättest, wenn Du keinen Urlaub gehabt hättest (oder nicht erkrankt wärst): dann müssen die Überstunden bei der Entgeltberechnung mit berücksichtigt werden.

Das gilt auch bei der Anwendung des Geldfaktors, wenn die Überstunden über einen so langen Zeitraum (der weit über die 13-Wochen-Frist hinaus geht) und so regelmäßig geleistet wurden, dass man davon ausgehen kann, dass das auch für die (nähere) Zukunft - also die Zeit des Urlaubs oder einer Erkrankung - der Fall sein würde.

Es ist ein beliebter, aber nach dem oben Gesagten rechtswidriger "Trick" mancher Arbeitgeber, Teilzeitkräfte regelmäßig und dauerhaft länger als vertraglich vereinbart arbeiten zu lassen, beim Urlaubsentgelt oder der Entgeltfortzahlung aber nur die vertraglich vereinbarte geringere Arbeitszeit zu berücksichtigen (und so erheblich Geld zu sparen).

Was Überstundenzuschläge betrifft:

Die sind vom Arbeitgeber nur dann (in Geld oder Freizeit) zu gewähren, wenn dies arbeits- oder tarifvertraglich oder aufgrund einer Betriebsvereinbarung (wenn es denn einen Betriebsrat gibt) so bestimmt ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Familiengerd
20.08.2016, 14:16

Ergänzung:

Ich habe zwar oben geschrieben, die Frage ließe "sich SO nicht eindeutig beantworten" - aber da muss ich mich korrigieren:

Du hast Anspruch auf Urlaubsentgelt im Durchschnitt der letzten 13 Wochen!

Wenn Du in den zurückliegenden 13 Wochen die Überstunden regelmäßig und durchgängig zusätzlich geleistet hast - also nicht nur gelegentlich zwischendurch -, dann hast Du Anspruch darauf, dass die bei der Berechnung des Urlaubsentgelts berücksichtigt werden.

Es sei denn, der Arbeitgeber könnte beweisen, dass ausgerechnet während der Zeit Deines Urlaubs keine Überstunden zusätzlich von Dir geleistet worden wären, wenn Du gearbeitet hättest.

1
Abrechnung von 8 Stunden/Tag rechtens

Du bekommst für die vertraglich Vereinbarte Standdartarbeitszeit deine Urlaubsgeld, unabhängig, ob du sonst 12 Stunden arbeitest, also Überstunden machst. Die bekommst du ja auch vergütet oder kannst sie als Gleitzeit wieder abbummeln.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Familiengerd
20.08.2016, 14:08

Das trifft aber dann nicht zu, wenn die Überstunden regelmäßig über
einen langen Zeitraum (z.B. 2 Jahre) geleistet wurden oder wenn "klar" ist, dass sie auch geleistet worden wären, wenn der Arbeitnehmer keinen Urlaub genommen hätte.

Es geht übrigens - um genau zu sein - nicht um das "Urlaubsgeld" (die zusätzliche Leistung des Arbeitgebers), sondern um das "Urlaubsentgelt" als Bezahlung während des Urlaubs.

0
Abrechnung von 8 Stunden/Tag rechtens

"mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes".

Damit ist die Sache klar. Bemessung erfolgt nach den regulären acht Stunden/Tag.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Familiengerd
20.08.2016, 14:06

Das trifft aber dann nciht zu, wenn die Überstunden regelmäßig über einen langen Zeitraum (z.B. 2 Jahre) geleistet wurden oder wenn "klar" ist, dass sie auch geleistet worden wären, wenn der Arbeitnehmer keinen Urlaub genommen hätte.

1