Frage von sugar23, 99

Urlaubsanspruch nachträglich kürzen?

In meinem Arbeitsvertrag steht "der Urlaubsanspruch regelt sich nach dem rechtlichen Vorlagen des Bundesurlaubgesetzes. Der Jahresurlaub beträgt 25 Arbeitstage. Nun hat der Chef einen Nachtrag zum Arbeitsvertrag mir vor die Nase gesetzt wo mein Urlaubsspruch auf 24 Werktage geändert wird. Wir haben eine 5 Tage Arbeitswoche (Mo-Fr). Laut Gesetz ist das ja wirklich der Anspruch den ich habe, aber darf er einfach so mir nix dir nix meinen Urlaub kürzen nur weil er beim Aufsetzen meines Vertrages einen Fehler gemacht hat? Wir haben ja beide den Arbeitsvertrag mit 25 Arbeitstagen Urlaub unterschrieben. Der Nachtrag habe ich noch nicht unterschrieben weil ich damit nicht einverstanden bin. Was sagt ihr dazu?

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von Ifm001, 76

Eigentlich kann der Arbeitsvertrag nicht einseitig geändert werden. Frage ist, ob Du in der Firma schon so fest im Sattel sitzt (Probezeit?) und ob Du es menschlich OK findest, auf Fehler anderer unerbärmlich zu reagieren (auf dass andere auch tun, wenn Du mal einen Fehler machst).

Ich würde wohl meinem Chef zu verstehen geben, dass ich weiss, dass er kein Recht zur Änderung hat, ich es im Rahmen des gemeinsamen Miteinander besser gefunden hätte, wenn er das vernünftig angesprochen hätte, ich trotzdem seiner Bitte nachkomme.

 

Kommentar von sugar23 ,

Ich bin a) noch in der Probezeit und b) mein Vertrag befristet auf ein Jahr. 

Trotzdem finde ich es einfach unfair und bin garnicht damit einverstanden. Ich bin Alleinerziehende und Kita-abhängig, da komm ich mit den 25 Tagen schon knapp rüber. Wenn ich die 20 Tage akzeptiere krieg ich das ja garnicht hin. 

Kommentar von Ifm001 ,

In deiner Frage schreibst Du was von 24 Tagen und hier jetzt was von 20. Was denn nun?

Unfair finde ich daran nichts. Der Rückgang des hohen tariflichen Urlaubsanspruch ist nun mal gegeben und selbst der gesetzliche Anspruch ist im Ländervergleich noch recht hoch. "Mehr" ist natürlich immer schöner, aber bevor es ans Gehalt geht, lieber etwas weniger Urlaubsanspruch. Wer will, kann dann ja immer noch unbezahlten Urlaub nehmen.

Kommentar von alexbababu ,

Im Arbeitsvertrag stehen 25 Arbeitstage. bei einer Arbeitswoche von Mo-Fr entspricht das 5 Wochen. Der Chef möchte nun der Jahresurlaub auf 24 Werktage kürzen, was dann 4 Wochen sind (Wenn Werktage angegeben werden, muss man immer Urlaub von Mo-Sa rechnen).

Das wäre vom Chef schon ein krasser Fehler gewesen, da würde ich auch auf die Barrikaden gehen, wenn die mir einfach so gestrichen werden würde.  

Kommentar von Ifm001 ,

Mein Kommentar zielte jetzt eigentlich mehr auf das grundsätzliche Anspruchsdenken, dass 20 Urlaubstage an sich zu wenig sind. Für z. B. einen japanischen Arbeitnehmer wären 20 Tage Anrecht bombastischen ... und wenn die dann sogar bezahlt werden!

Dass die zu hoch angesetzen Urlaubstage (egal ob ein oder fünf Tage) ein massiver Fauxpas ist, ist unbestritten. Ich finde aber, es kommt darauf an, was der OP beim Bewerbungsgespräch usw. gesagt wurde und ob ihre Entscheidung anders ausgefallen wäre, wenn von Anfang an 20 Tage dringestanden hätte.

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