Frage von Niki25,

Urlaubsanspruch nach Kündigung durch AN

Ein Bekannter (24 Jahre alt) von mir arbeitet im Pflegedienst. Gearbeitet wird MO-SO. Meist arbeitet er 5-7 Tage die Woche. Bezahlt wird er pauschal. Abgerechnet mit 40 Stunden/Woche. 1. Arbeitstag (Probetag) war der 30.06.2012. Er hat dann zum 30.09.2012 fristgerecht seine Kündigung im Büro abgegeben.

Wie viel Urlaubstage hat er?

Laut seinem Vorgesetztem bekommt er nur 4 Arbeitstage, da er im laufenden Monat (September) eh weniger gearbeitet hat. Ihm würden 13 Stunden noch fehlen.

Die Kündigungsbestätigung und den Urlaubsanpruch hat er vom Büro trotz mehrfacher Anforderung noch nicht bekommen und laut Dienstplan soll er auch bis zum 30.09.2012 durcharbeiten.

Wie muss er in seinem Fall vorgehen?

Antwort von Danip2212,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Der Urlaubsanspruch wäre 3/12 des Jahresurlaubs, da er drei volle Monate dort gearbeitet hat.

Da er noch in der Probezeit gekündigt hat, nehme ich mal an, dass die Kündigung recht kurzfristig erfolgt ist. Es kann sein, dass der Arbeitgeber so spontan keinen Urlaub gewähren kann. Dazu kann er auch nicht gezwungen werden. Allerdings muss er die Urlaubstage in diesem Fall angelten (aubezahlen)

Kommentar von Niki25,

Ja, er ist in der Probezeit und hat daher drei Wochen vorher gekündigt zum Monatsende.

Er muss meist in der Zeit von MO-SO 5-7 Tage, je nach Bedarf arbeiten. Im September hat er zum Beispiel gearbeitet MO-FR und SO.

Antwort von imager761,

Wie viel Urlaubstage hat er?

Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch beträgt nach § 2 BUrlG (Bundesurlaubsgesetz), 20 Tage, wenn der volljährige Arbeitnehmer eine 5-Tage-Woche arbeitet oder 24 Tage bei einer 6-Tage-Woche.

Laut seinem Vorgesetztem bekommt er nur 4 Arbeitstage,

Denkbar: Der Urlaubsanspruch bei Kündigung wird nach § 5 BUrlG im Falle einer nicht erfüllten Wartezeit mit 1/12 pro vollem Monat Beschäftigungszeit berechnet.

laut Dienstplan soll er auch bis zum 30.09.2012 durcharbeiten. Wie muss er in seinem Fall vorgehen?

Eine Urlaubsantrag stellen.

Kann der entstandene Urlaubsanspruch infolge der Kündigung und Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise aus zeitlichen Gründen nicht mehr beansprucht werden oder stehem dem betriebliche Belange entgegen, kann er ausnahmsweise auch in Geld abgegolten werden (§ 7 (4) BUrlG).

G imager761

Antwort von Benito0330,

Vier Tage Urlaub für drei Monate Arbeit halte ich für richtig. Kommt ja immer darauf an, wie viel Tage im Jahr ihm von der Bude aus zustehen. Nicht zu vergessen, dass es oftmals üblich ist, dass man nach sechs Monaten überhaupt erst Anspruch auf den Urlaub hat.

Mit seinem letzten Lohn sollte er diese vier Tage auch ausgezahlt bekommen, wenn er sie nicht vorher genommen hat. Wenn nicht, muss er sie sich einklagen.

Kommentar von imager761,

Nicht zu vergessen, dass es oftmals üblich ist, dass man nach sechs Monaten überhaupt erst Anspruch auf den Urlaub hat.

Falsch. Nach der 6-monatigen Wartefrist hat man Ansprucb auf den vollen Jahresurlaub: § 4 (1) BurlG :-O

Vorher Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat Beschäftigungszeit: § 5 BUrlG.

Bei 20 Tagen wären das eben bei vollen 2 Monaten Beschäftigung Juli/August 2/12 oder 3,33, gerundet 4 U-Tage, wenn er im September weniger als die volle 5-Tage Woche arbeitet.

G imager761

Kommentar von ralosaviv,
2 Monaten Beschäftigung Juli/August 2/12 

Irrtum. vom 30.06. bis 30.09. sind drei volle Beschäftigungsmonate. Ein Beschäftigungsmonat muss nicht mit einem Kalendermonat übereinstimmen.

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