Frage von Loki1709, 67

Urlaubsanspruch nach Kündigung - Und ist die Kündigung rechtens?

Hallo,

ich bin mittlerweile seit über einem Jahr in einen Unternehmen angestellt... (Die Probezeit dort beträgt 6 Monate) Dort verlief das erste Jahr soweit recht reibungslos (0 Krankheitstage und 11 Tage Resturlaub des letzten Jahres)

Dort habe ich desöfteren probiert Urlaub zu bekommen, welcher mir jedesmal kurzfristig verwehrt wurde, da ein anderer Arbeitnehmer krank geworden ist oder sonstige Zustände dies nicht zuließen. Daher die Resturlaubstage... Laut Arbeitsvertrag verfallen die Urlaubstage vom Vorjahr nicht sondern werden in das neue Jahr mit übernommen.

Nun ist es so, das ich zur Weihnachtszeit einen Arbeitsunfall hatte und deswegen 6 Wochen krank geschrieben war (umgeknickt und Band stark überdehnt)

Durch oben besagten Vorfall ist das Band natürlich relativ instabil und ich bin 3 Monate später erneut umgeknickt und war darauf wieder 3 Wochen Arbeitsunfähig(Arbeitsunfall erneut)

Meine Chefin war stinksauer deswegen auf mich, und das hat sie mich auch sichtlich spüren lassen, indem sie mir all die Arbeit aufgedrückt hat, welche niemand machen wollte und ich teilweise deswegen auch Überstunden machen musste.

Nun bin ich aufgrund der Tatsache das ich mich beim Schleppen eines Kartons verhoben habe erneut krank geworden und werde vorraussichtlich noch bis Ende der Woche krankgeschrieben sein... (2 Wöchige Krankschreibung)

Ein Arbeitskollege hat mir mitgeteilt das unsere Chefin bereits die Kündigung für mich geschrieben hat (da ich ihr zuviel krank bin) und nur darauf wartet das ich wieder zur Arbeit erscheine.

Nun habe ich eine 4 wöchige Kündigungsfrist und habe somit jetzt 20 Tage Urlaubsanspruch angesammelt (11 Tage vom Vorjahr und die 9 Tage von diesem Jahr)(24 Urlaubstage pro Jahr/2 Urlaubstage pro Monat) bin ich nach der ausgesprochenen Kündigung verpflichtet die Arbeit weiter anzutreten, oder kann ich ab aushändigung der Kündigung direkt kehrtwende Richtung Heimat machen? Aufgrund der von mir gemachten Angaben, hat der Arbeitgeber das Recht mich Aufgrund der Krankheit zu kündigen oder müssen dafür besondere gegebenheiten erfüllt sein, damit Sie diesbezüglich Recht bekommt?

Meine Frage bezieht sich darauf, ob ich unverzüglich nach Aushändigung der Kündigung direkt zum Anwalt gehen werde(Arbeitsrechtschutzversicherung) oder ob ich mir den Weg dahin sparen kann? Geht auch darum, da ich dort eine Selbstbeteiligung von 150 Euro zu zahlen habe.

Ich danke euch bereits jetzt für eure Bemühungen!

Viele Grüße Loki

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Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 29

Wie groß ist denn der Betrieb? Handelt es sich um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften (Teilzeit und Minijob wird entsprechend aufgerechnet)?

Bei einem Kleinbetrieb wird sich eine Kündigungsschutzklage nicht lohnen, hier greift das Kündigungsschutzgesetz nur in seltenen Ausnahmefällen.

Ist der Betrieb größer sollte man hier bei einer Kündigung Klage einreichen. Der AG muss in seiner Kündigung keinen Grund angeben und zur Klärung ob Du Anspruch auf ALG hast, wird Dich auch das Amt zur Klage auffordern. Ich halte hier eine Kündigung wegen Krankheit nicht für legitim.

Was Deinen Urlaub betrifft: Du solltest bei einer evtl. Kündigung sofort einen Urlaubsantrag stellen. Den kann der AG nur ablehnen wenn dringende betriebliche Gründe dagegen sprechen. Kannst Du den Urlaub nicht oder nur zum Teil nehmen, wird er nach § 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz ausgezahlt.

Jetzt warte aber erst einmal ab, ob überhaupt eine Kündigung ausgesprochen wird. Es ist ja "nett" von Deinem Kollegen, wenn er Dich vorwarnt. Ob das allerdings den Tatsachen entspricht, wird sich erst noch herausstellen müssen.

Es kann durchaus sein dass die Chefin sich dahingehend geäußert aber bei späterem Überlegen erkannt hat, dass eine Kündigung nicht so einfach ist. Vielleicht hat der Kollege ja auch etwas ungenau gehört und/oder falsch interpretiert.

Kommentar von PeterSchu ,

In diesem Fall würde ich, auch falls es ein Kleinbetrieb sein sollte, die Chancen bei einer Kündigungsschutzklage nicht ganz ausschließen, wenn die Kündigung sich auf die Krankheit beruft. Denn nach SGB IX sollte der Betrieb bei längerer Krankheit zunächst ein BEM-Gespräch führen, um die Möglichkeiten der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit festzustellen. Und das SGB IX schließt ja Kleinbetriebe nicht aus.

Kommentar von Hexle2 ,

Da stimme ich Dir inhaltlich zu, bezweifle aber dass der AG hier nicht noch eine andere Ausrede findet und ob der Kollege der etwas gehört haben will dann dazu steht, kann ich nicht beurteilen.

Hier werden manche Kollegen sehr schnell "vergesslich".

Antwort
von michi57319, 39

Vermutlich würde der Arbeitskollege die Worte der Cheffin vor Gericht nicht im Wortlaut aussagen?

Eine Kündigung kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen ausgesprochen werden. Die übliche Reaktion auf eine vom Arbeitnehmer als ungerechtfertigt empfundene Kündigung ist die Kündigungsschutzklage.

Dabei vergleicht man sich üblicherweise. Bei einem Jahr Betriebszugehörigkeit kommt da vielleicht ein Monatsgehalt bei rum.

Deine Urlaubstage können dir sowohl gewährt, als auch ausgezahlt werden. Es gibt keine Verpflichtung, den Arbeitnehmer nach Aushändigung der Kündigung in den Urlaub zu schicken.

Wenn du die Kündigung bekommst, solltest du zunächst eine Meldung beim Arbeitsamt machen und dich dann um den Anwalt kümmern.

Kommentar von Loki1709 ,

Nabend,

der Kollege ist ein langjähriger Freund von mir und würde diesen Wortlaut 1 zu 1 vor Gericht wieder geben!

Ist es hierbei nicht so, das der Arbeitnehmer das Recht auf seinen Jahresurlaub hat und der Arbeitgeber mir definitiv Urlaub gewähren muss? Ich sehe es nämlich nicht ein auf meinen Urlaub den ich mir hart erarbeitet habe einfach so zu verzichten, weil dieser mir kündigt.

Kommentar von michi57319 ,

Wenn der AG triftige Gründe anführen kann, daß dein Urlaub nicht gewährt werden kann, dann wird er ausgezahlt. Könnte aber durchaus auch ein Thema beim Gütetermin vor Gericht sein und sich bei fadenscheinigen Gründen durchaus positiv für dich auswirken.

Deinem Freund ist aber schon klar, daß er auf der Abschußliste steht, wenn er aussagt?

Antwort
von PeterSchu, 19

Theoretisch ist eine Kündigung wegen Krankheit durchaus möglich, aber in deinem Fall sehe ich die Berechtigung dazu keineswegs gegeben. Denn eine solche Kündigung ist nur dann möglich, wenn keine Besserung in Aussicht ist. Eine Bänderverletzung sollte aber mit einer ordentlichen Behandlung zu reparieren sein. Schließlich haben manche Fußballspieler sowas schon mehrmals erlebt und spielen wieder.

Du kannst in diesem Fall nach einer Kündigung innerhalb von drei Wochen Klage dagegen einreichen. Wie Hexle2 in ihrer Antwort erwähnt hat, ist der Kündigungsschutz in einem Kleinbetrieb unter 10 Beschäftigten zwar geringer, aber für ausgeschlossen halte ich die Chancen auch da nicht.

Antwort
von Loki1709, 13

Hallo,

vielen dank für eure Anteilnahme zu meinem Problem.

Der Betrieb besteht derzeit aus ca. 15-20 Mitarbeitern. (immer etwas schwankend - Leute kommen und gehen)

Der Grund warum ich das was ich schreibe sehr ernst nehme besteht aus dem Grund, das ich schon desöfteren während meiner Zeit dort Leute völlig zu unrecht gekündigt wurden und teilweise von den "Stammmitarbeitern" rausgeekelt wurden.

Auch mit mir wurde dies vor meiner Krankheit probiert, als ein anderer Mitarbeiter tätig auf mich los ging, mich am Kragen des Pullovers packte(dabei zerriss der Pullover) und mich durch die Halle schupste... Dies wurde von unserer "Chefin" gesehen und sie stand Schulterzuckend daneben ... Ich habe darauf zeitweilig die Arbeitshalle verlassen(ca 10 minuten) damit die Situation sich etwas beruhigt... Dies ist maßgeblich durch Stichelein durch sie bedingt, da wie bereits oben erwähnt ich auch von Ihr in der Vergangenheit dazu verleitet wurde gegen andere Mitarbeiter zu sticheln (was ich nicht getan habe), mit dem Zweck entsprechenden Mitarbeiter los zu werden ..

Eine Abmahnung gegen den Mitarbeiter der mich Angriff erfolgte nicht ... Dieser wurde mit einem DuDuDu und keiner weiteren Konsequenz geahndet.

Auf eine Anzeige habe ich verzichtet, da der Mitarbeiter sich kurz darauf bei mir entschuldigt hat.. Und mir Geld für den zerrissenen Pullover gegeben hat.

Ich muss zwangsläufig sagen, das ich eigentlich nicht wirklich Lust habe in dem Unternehmen zu bleiben, ich im selben Zuge aber auch sagen  muss das solchen Leuten das Handwerk gelegt werden sollte... Ich bin der letzte Mensch, mit dem man sich nicht hinsetzen kann um eine gütliche Einigung zu erzielen aber das ist entsprechend schwierig bei unserer Chefin, da diese sich auf Ihrem "vermeintlichen Recht" festfährt und dann nurnoch ihre Sichtweise zählt.

p.s. Eine 100% Genesung bei einer Bänderverletzung gibt es nicht, da das Band wenn einmal überdehnt laut Aussage des Arztes nie in seine Ursprungsposition zurückkehrt und eine Instabilität des Fußes gegeben ist, welche man durch gewisse Tricks beim gehen zwar ausgleichen kann, aber ein Restrisiko wieder umzuknicken besteht immer...

p.s. 2 Im Falle einer Gerichtsverhandlung in welcher ich Recht bekomme.. Mit was für Dingen kann ich dort als "Abfindung"(Ich hoffe richtige Wortwahl) rechnen?

Kommentar von Hexle2 ,

Das mit der Bänderverletzung verstehe ich, hatte ich auch schon und merke es immer wieder.

Mit der Abfindung werde ich mich nicht festlegen. Meist schlägt das Arbeitsgericht in der Güteverhandlung eine Abfindung von einem halben Bruttomonatsgehalt je Beschäftigungsjahr vor. Bei so kurzer Beschäftigung kann es evtl. auch ein wenig mehr sein.

Es kann aber auch mehr geben, das ist aber oft Verhandlungssache zwischen Kläger und Beklagter. Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert und da würde sich evtl. der Anwalt schon rechnen, zumal Du weißt, dass Dein Eigenanteil "nur" 150 Euro beträgt, egal was rausspringt.

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