Urlaubsanspruch bei Kündigung zu Jahresende?

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8 Antworten

Zu 1.:

Wenn Du zum Ende des Jahres 2015 kündigst, dann endet das Arbeitsverhältnis am 31.12.2015; bei einer 4-wöchigen Kündigungsfrist muss der Arbeitgeber das Kündigungsschreiben dann spätestens am 03.12.2015 erhalten haben.

Zu 2.:

Wenn Du zum 31.01.2016 kündigst (Zugang beim Arbeitgeber spätestens am 03.01.2016), dann steht Dir ein Urlaubsanspruch von 1/12 des Jahresurlaubs für 2016 zu; Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub hättest Du bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses erst in der 2. Jahreshälfte (also nach dem 30.06.2016). So bestimmt es das Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 5 "Teilurlaub".

Solltest Du jetzt schon Urlaub für Januar genehmigt bekommen haben, der über Deinen anteiligen Anspruch hinaus geht, dann kann der Arbeitgeber (anders als es MarAm276 in seiner Antwort behauptet) den zu viel genommenen Urlaub nicht mit Entgeltansprüchen verrechnen, wenn er das Urlaubsentgelt vor dem Urlaubsantritt an Dich zahlt.

Wenn Du ihm am 03.01.2016 die Kündigung mitteilen würdest und er hätte das Urlaubsentgelt bis dahin noch nicht gezahlt, kann er das Zu viel gezahlte (also über Deinen anteiligen Urlaubsanspruch hinaus gehende) Urlaubsentgelt allerdings einbehalten; den einmal genehmigten Urlaub darf er nicht widerrufen.

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Urlaub wird nicht genommen, sondern auf Antrag des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber gewährt. Der kann sich bei dringenden betrieblichen Erfordernissen sogar weigern...

Zu Frage 1: Nein. Wenn der Jahresurlaub zum Auslaufen des Arbeitsverhältnisses noch nicht genommen ist, muss er zwingend ausbezahlt werden. Der Bestand des Arbeitsverhältnisses ist davon unabhängig. Sprich: Du bist ab 1.1.2016 arbeitslos (oder in einem neuen Arbeitsverhältnis), kriegst aber den 2015er Resturlaub abgegolten, als ob du die Zeit arbeiten würdest.

Zu Frage 2: Wenn du den Urlaub des neuen Jahres meinst: Es geht, dass du im Januar den Jahresurlaub 2016 gewährt bekommst, bis Ende Februar noch arbeitest und dann ausscheidest. Der Urlaub ist nach Ablauf der Wartezeit aber fürs ganze Jahr entstanden, also nicht nur für die zwei Monate des Bestands des Arbeitsverhältnisses! Für den "zuviel" genommenen Urlaub bekommst du aber eine Urlaubsbescheinigung zur Vorlage bei einem neuen Arbeitgeber, damit er dir diesen Urlaub nicht noch mal gewährt.

Falls du den Urlaub des Jahres 2015 meinen solltest: Den kannst du im Januar 2015 gewährt bekommen - es entsteht aber eben auch der 2016er Urlaubsanspruch. Der könnte dann zum Beispiel im Februar auch noch gewährt werden. Immer vorausgesetzt, dass das Arbeitsverhältnis noch so lange besteht. Ansonsten (siehe Antwort zu Frage 1) ist der nach dem Ende des Arbeitsverhältnis verbleibende Resturlaub abzugelten.

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Kommentar von marcussummer
19.11.2015, 11:47

Ergänzung: Das mit dem gesamten Urlaub für 2016 in Frage 2 stimmt natürlich nicht (§5I c BUrlG), der ist nur zweitanteilig zu gewähren!

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Kommentar von SmokeyBud
19.11.2015, 11:50

Danke, das war sehr aufschlussreich. Es geht nur um den Urlaub 2016. Ich nehme keinen Urlaub aus diesem Jahr in das kommende Jahr mit.

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Wenn Du zum Jahresende kündigst, hast Du in 2016 keinen Urlaub mehr, da Du nicht mehr dort beschäftigt bist. Eventueller Resturlaub wird im Dezember noch abgebaut.

Wenn Du Ende Dezember für Ende Januar kündigst, steht Dir für 2016 nur anteiliger Jahresurlaub zu - nämlich ein Zwölftel. Das dürften ca. 2 Tage sein. Die Du natürlich dann im Januar nehmen kannst.

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Wenn du zum 31.12. DIESEN Jahres kündigst, hast du in 2016 gar keinen Urlaubsanspruch. Wie kommst du denn darauf?

Die zweite Frage ist genau so unsinnig

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zu 1: wenn du zum 31.12.15  kündigst, steht dir doch  für 2016 überhaupt kein urlaub von dieser firma zu. was für einen urlaub willst du dann im januar nehmen? bei welchem arbeitgeber?

zu 2: ok, wenn du im januar deinen ganzen urlaub nimmst und erst danach kündigst, hast du deinen urlaub 2016 schon komplett verbraten. falls du dann bei einer anderen firma anfängst, bekommst du dort in 2016 keinen urlaub mehr.

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dir steht nur anteilig so viel urlaub zu wie du auch im unternehmen warst... wenn du z.b. ende januar aufhörst und du hast 24 tage urlaub im jahr bekommst du für einen monat im unternehmen 2 tage urlaub + evtl resturlaub aus dem jahr 2015

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1. Wenn du zum Ende das Jahres kündigst, dann arbeitest du im Januar nicht mehr. Vermutlich gibst du die Kündigung am Jahresende ab?

2. Nein, du hast nur Anspruch auf einen Teil deines Urlaubs. Also wenn du zu Ende Januar kündigst, dann 1/12 deiner Urlaubstage. Bei 24 im Jahr also 2. Wenn du vorher mehr Urlaub genommen hast, kann der AG den Urlaub "zurück" verlangen. Entweder arbeitest du dann etwas länger oder Gehalt wird einbehalten bzw. zurück verlangt.


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Kommentar von Familiengerd
19.11.2015, 13:03

Wenn du vorher mehr Urlaub genommen hast, kann der AG den Urlaub "zurück" verlangen. Entweder arbeitest du dann etwas länger oder Gehalt wird einbehalten bzw. zurück verlangt.

Das ist falsch!

Wenn ein Arbeitnehmer nach Erfüllung der 6-monatigen Wartezeit in der 1. Jahreshälfte kündigt, hat er zwar nur einen anteiligen Urlaubsanspruch; allerdings darf der Arbeitgeber im Fall, dass der Arbeitnehmer bereits mehr Urlaub genommen (oder bewilligt bekommen) hat, als ihm anteilig zusteht, zu viel gezahltes Urlaubsentgelt nicht zurück fordern oder mit Entgeltansprüchen verrechnen.

Hat er das Urlaubsentgelt noch nicht geleistet, kann er es allerdings entsprechend dem anteiligen Anspruch kürzen.

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zu 1.
nein, Du hast für den Januar dann 1/12 des Jahresurlaubes als Anspruch. hast du also im Jahr 24 Tage Urlaub, dann sind das für Januar 2 Tage

zu 2.
Es ist unwahrscheinlich, daß Du den gesamten Jahresurlaub an einem Stück genehmigt bekommst.
Falls doch, kann der Arbeitgeber u. U. Ansprüche gegen Dich geltend machen

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Kommentar von Familiengerd
19.11.2015, 13:06

Falls doch, kann der Arbeitgeber u. U. Ansprüche gegen Dich geltend machen

Das ist in diesem Fall falsch!

Wenn ein Arbeitnehmer nach Erfüllung der 6-monatigen Wartezeit in der 1. Jahreshälfte kündigt, hat er zwar nur einen anteiligen Urlaubsanspruch; allerdings darf der Arbeitgeber im Fall, dass der Arbeitnehmer bereits mehr Urlaub genommen (oder bewilligt bekommen) hat, als ihm anteilig zusteht, zu viel gezahltes Urlaubsentgelt nicht zurück fordern oder mit Entgeltansprüchen verrechnen.

Hat er das Urlaubsentgelt noch nicht geleistet, kann er es allerdings entsprechend dem anteiligen Anspruch kürzen.

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