Urlaubsanspruch bei Kündigung WievielUrlaub im neuen job?

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5 Antworten

Da Dein Arbeitsverhältnis in der 2. Jahreshälfte endet und - wovon ich jetzt einmal ausgehe - länger als 6 Monate bestanden hat, hast Du gegen Deinen alten Arbeitgeber Anspruch auf den vollen Jahresurlaub (selbstverständlich abzüglich bereits genommener Tage.

Das gilt zunächst uneingeschränkt für den gesetzlichen Mindesturlaub. Für einen darüber hinaus gewährten zusätzlich Urlaub gilt der Anspruch dann, wess es keine arbeits- oder tarifvertragliche Regelung zu einer anteiligen Berechnung ("Zwölftelung") gibt oder in der Formulierung des Urlaubsanspruchs nicht zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub unterschieden wurde.

Wenn Du den vollen Urlaubsanspruch wahrnimmst, hast Du nur dann auch gegen Deinen neuen Arbeitgeber einen Urlaubsanspruch, wenn er - wie in Deinem Fall - dort höher ist. Der Anspruch auf den längeren Urlaubsteil dort besteht dann anteilig: in Deinem Fall bei 4 zusätzlichen Tagen und 4 Monaten bis zum Jahresende sind das 1,33 = 1 Tag.

Übrigens:

Nimmst Du nur den anteiligen Urlaub beim alten Arbeitgeber wahr und er kann aus dringenden betrieblichen oder persönlichen (z.B. Krankheit) bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden, muss er ausgezahlt werden (das gilt selbstverständlich auch für das Auszahlen des gesamten Urlaubs). Da der anteilige Urlaub einen Urlaubsbruchteil von weniger als 0,5 enthält (nämlich 0,33), wird er - anders als bei der Gewährung - nicht abgerundet, sondern muss "minutengenau" ausgezahlt werden.

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Kommentar von Familiengerd
05.08.2016, 13:28

Ergänzung zu den verschiedenen Berechnungen beim anteiligen und beim ganzen Urlaubsanspruch beim alten Arbeitgeber:

Um zu errechnen, wie viel Urlaubsanspruch Du beim neuen Arbeitgeber hast, wenn beim alten Arbeitgeber eine anteilige Berechnung durchzuführen ist (mit mindestens Anspruch auf den gesetzlichen Urlaub), müsste man wissen, ob sich Deine Urlaubsansprüche auf eine 5- oder eine 6-Tage-Woche beziehen, weil das zu unterschiedlichen Ergebnissen führt.

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Kommentar von GeraldvonRiva
05.08.2016, 14:13

Mein alter AG ist der Meinung, da ich dieses Jahr schon 20 Tage genommen habe und das anteilig (abgesehen von der Halbjahrregelung) 3 Tage zu viel wären, dass diese 3 Tage mir vom Lohn abgezogen werden. Das ist nicht rechtlich oder ?

Beim alten AG habe ich eine 5Tage Woche

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Wenn das alte Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate bestanden hat, hast du natürlich Anspruch auf die 26 Urlaubstage.

Wenn du den vollen Jahreurlaub in Anspruch nimmst, hast du bei dem neuen Arbeitsgeber für dieses Jahr keinen Urlaubsanspruch, denn die deinen bisherigen Urlaubsanspruch übersteigenden vier Tage in dem neuen Betrieb bekommst du nur , wenn das neue Arbeitsverhältnis 
dort
sechs Monate bestanden hat.

Die Urlaubstage gehen aber nicht verloren, da du für jeden vollen Monat Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs hast, es sei denn, die den gesetzlichen Mindesturlaub von 24 Tagen übersteigenden Urlaubstage sind nicht von vornherein von dieser Regelung arbeits- bzw. tarifvertraglich ausgeschlossen.

Du kannst wegen Urlaub während der Weihnachtszeit mit dem  Arbeitgeber reden, vielleicht gibt er dir ja den gewünschten Urlaub.

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Es stimmt schon was Grisuh geschrieben hat. Wenn du bei deinem alten Arbeitgeber den gesamten Jahresurlaub schon genommen hast, dann hast du beim neuen Arbeitgeber keinen Anspruch mehr. Da der neue Arbeitgeber zusätzliche Tage gewährt müsstest du nachfragen ob du diese 4 Tage mehr dann dort voll nehmen kannst. Der volle Anspruch entsteht ja erst nach 6 Monaten.
Das der Jahresurlaub nur einmal gewährt wird bedeutet ganz einfach das du nicht den vollen Urlaubsanspruch beim alten Arbeitgeber und zusätzlich den vollen Anspruch beim neuen Arbeitgeber nehmen kannst, bzw. den vollen aliquoten Anspruch. Du hättest ja sonst viel mehr Urlaubstage als dir zustehen.

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30/12*4=10

Dir stehen Monat 2,5 Tage zu. Nachdem du dieses Jahr nur 4 Monate dort arbeitest, stehen dir in einem neuen Job insgesamt 10 Tage zu.

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Ja, dir steht bei einer Kündigung nach dem 31.7. der volle Jahresurlaub beim alten Arbeitgeber zu, wenn du dort schon zum 1.1 beschäftigt warst.

Nimmst du den gesammten Urlaub von 26 Tagen noch beim alten AG, so hast du beim neuen AG ansich keinen Urlaubsanspruch mehr für das laufende Jahr.

Da der neue AG jedoch 4 Tage mehr Jahresurlaub gewährt, so hast du nur noch diese 4 Tage anspruch auf Urlaub.

Das ist im Bundesurlabsgesetz nach zulesen, mit dieser Reglung soll eine doppelte Inanspruchnahme von Urlaub bei AG wechsel verhindert werden.

Deshalb stimmen die Angaben der beiden andern User nicht, denn nach deren berechnungen hätte er dann sage und schreibe 36 Tage Jahresurlaub.


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Kommentar von GeraldvonRiva
05.08.2016, 07:58

Also habe ich beim neuen AG noch 4 Tage wenn ich 26 beim Alten AG genommen habe ? Der 31.07. zählt da der Austritt also letzter Arbeitstag ? Oder Abgabe der Kündigung?

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Kommentar von Familiengerd
05.08.2016, 12:52

Ja, dir steht bei einer Kündigung nach dem 31.7. der volle Jahresurlaub beim alten Arbeitgeber zu, wenn du dort schon zum 1.1 beschäftigt warst.

Um genau zu sein:

Das Arbeitsverhältnis muss - um den vollen Urlaubsanspruch zu erhalten - in der 2. Jahreshälfte beendet werden, also nach dem 30.06. (nicht nach dem 31.07.).

Außerdem muss das Arbeitsverhältnis nicht seit dem 01.01. bestanden haben, sondern - allgemein - länger als 6 Monate (also mindestens 6 Monate und 1 Tag).

Und auf die zusätzlichen 4 Tage beim neuen Arbeitgeber besteht ein anteiliger Anspruch, kein voller.

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