Frage von Stefan1923, 84

Urlaubsanspruch bei Kündigung während schwerwiegender Krankheit?

Hallo an Alle,

beim mir wurde Ende letzten Jahres ein Darmkrebs festgestellt und operativ entfernt. Dann bekam ich Chemotherapie mit Folgeerkrankung, erst Herzschwäche und dann auch noch einen Schlaganfall. Nach dem Schlaganfall wurde Reha beantragt und kurz vor Rehaantritt, bekam ich von meinem Arbeitgeber (Betrieb unter 10 Mitarbeitern, jederzeit kündbar) noch die Kündigung per Einschreiben.

Nun ist meine Frage:

Da der Arbeitgeber bis Ende Februar die Lohnfortzahlung (6 Wochen) leisten musste und im neuen Jahr der Jahresurlaubsanspruch neu begonnen hat, das Arbeitsverhältnis noch bis Ende Mai bestand und weiter noch im Krankenstand befinde, würde ich gerne folgendes wissen:

Muss der Arbeitgeber den neuen Jahresurlaubsanteil von fünf Monate (Jahresurlaub 28 Tage : 12 Monate x 5 Monate = ca. 11,5 Tage), nach Kündigung nun abgelten oder nicht?

Schöne Grüße und derweilen, Danke...

P.S.: Frage: Also würde ich für den Jahresurlaubsanspruch 2016 noch 12 Tage ausbezahlt bekommen, oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dadamat, 42

Der Urlaubsanspruch wird durch eine Krankheit / Krankschreibung nicht beeinflusst. Entweder du bekommst den Urlaub, wenn du wieder die Arbeit aufgenommen hast, oder einen geldwerten Ausgleich mit der letzten Lohnzahlung.

Antwort
von KaterKarlo2016, 42

Guten Tag,

selbstverständlich muss er den Urlaub abgelten und zwar 12 Tage denn die 11,5 Tage werden gerundet.

Der Urlaub verfällt erst 15 Monate nach Ende des Zeitraums,d.h immer am 31.3. des übernächsten Jahres.

Sie bekommen also selbstverständlich den Urlaub für 2015 und 2016.

In welcher Höhe hängt davon ab, ob Mindesturlaub und darüber hinaus gehend Urlaub im Arbeitsvertrag separat geregelt sind.

Ist das der Fall, bekommen Sie evtl nur den Mindesturlaub.

Bitte beeilen Sie sich mit der Geltendmachung, denn in vielen Arbeitsverträgen sind Ausschlussfristen von wenigen Monaten. Die dürfen Sie nicht versäumen

Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen.

KaterKarlo2016

Kommentar von Stefan1923 ,

Herzlichen Dank für Ihre Antwort... Also kann ich die 12 Tage vom Jahresurlaubsanspruch 2016, laut Frist im Arbeitsvertrag noch geltend machen?

Antwort
von Taimanka, 34

BEISPIEL: 

Der Ar­beit­neh­mer ist das gan­ze Jahr 2010 über ar­beits­unfähig er­krankt, erhält seit An­fang Fe­bru­ar 2010 Kran­ken­geld und kann kei­nen Ur­laub neh­men. Zum 31.07.2011 wird das Ar­beits­verhält­nis be­en­det, der Ar­beit­neh­mer ist im­mer noch krank. In­fol­ge des Schultz-Hoff-Ur­teils kann der Ar­beit­neh­mer trotz sei­ner fort­be­ste­hen­den Krank­heit zum Zeit­punkt des Verlassens der Firma Ur­laubs­ab­gel­tung für vol­le zwei Jah­re ver­lan­gen, d.h. im­mer­hin für acht Wo­chen Min­des­t­ur­laub nach dem BUrlG. Denn der Ur­laub für 2010 ist nicht zum 31.03.2011 ver­fal­len, und für den An­spruch auf Ur­laubs­ab­gel­tung spielt es auch kei­ne Rol­le, dass der Ar­beit­neh­mer am 31.07.2011 krank war und den Ur­laub da­her in Na­tur nicht hätte neh­men können.

Wie ist das Schultz-Hoff-Ur­teil be­gründet?

Der EuGH hat die bis­he­ri­ge, al­te Recht­spre­chung zum The­ma Ur­laub und Krank­heit mit dem Schultz-Hoff-Ur­teil ge­kippt (Ur­teil vom 20.01.2009, C-350/06), weil sie eu­ro­pa­rechts­wid­rig ist. Der Grund dafür liegt dar­in, dass Art.7 der Richt­li­nie 2003/88/EG über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung (Richt­li­nie 2003/88/EG) für al­le Ar­beit­neh­mer ei­nen vierwöchi­gen Min­des­t­ur­laubs­an­spruch vor­sieht.

Die­ser eu­ro­pa­recht­lich vor­ge­se­he­ne Min­des­t­ur­laubs­an­spruch würde, so der EuGH, nicht re­spek­tiert bzw. kon­se­quent um­ge­setzt, wenn dau­ernd er­krank­te Ar­beit­neh­mer nach na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten ih­ren Ur­laubs­an­spruch ver­lie­ren würden.

http://www.hensche.de/Urlaub_Krankheit_Arbeitsrecht_Urlaub_Krankheit.html#tocite...

Antwort
von tapri, 22

ja das muss er.

Wärst du letzten Jahre krank gewesen und würdest dieses Jahr aus der Firma austreten müsste er dir rückwirkend den Urlaub von 1.5 Jahren aus bezahlen....

Du hast Urlaubsanspruch bis zum letzten Tag an dem du offiziell in dieser Firma angestellt bist.

Alles Gute

Antwort
von kabatee, 5

Dir steht der gesetzliche jahresurlaub zu, hab das erst mit einem Anwalt besprochen allso 20 Tg!

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