Frage von helgarockt, 41

Urlaubsanspruch bei Kündigung nach dem 1 Juli?

Hallo,

ich habe im September gekündigt (zum 15 Oktober) Eigentlich habe ich ja den Jahresurlaubsanspruch. Ich habe noch 4 Resturlaubstage.

Meine Chefin hat jetzt zu mir gesagt dass es vertraglich anders geregelt ist! Kann das sein? bekomme ich dan die Urlaubstage vom neuen Arbeitgeber? Sonst gehen mir diese ja verloren!

Vielen Dank schonmal

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 7

Wie viele Urlaubstage hast Du denn im Jahr und wie viele Arbeitstage/Woche?

Wenn man in der zweiten Jahreshälfte aus dem Betrieb ausscheidet, mindestens sechs Monate im Betrieb ist und noch keinen Urlaub bei einem anderen AG gehabt hat, steht dem AN der volle gesetzliche Jahresurlaub von vier Wochen (20 Tage bei einer 5-Tage-Woche, 24 Tage bei einer 6-Tage-Woche) zu.

Bekommst Du im Betrieb mehr als den Mindesturlaub, steht dieser Dir auch in vollem Umfang zu wenn es im Arbeits-/Tarifvertrag keine "Zwölftelregelung" gibt.

Gibt es eine Vereinbarung dass der Urlaub bei Kündigung gezwölftelt wird, darf dieser aber den Mindesturlaub nicht unterschreiten.

Beispiel:

Anspruch 24 Urlaubstage bei einer 5-Tage-Woche ohne Zwölftelung = 24 Urlaubstage beim Ausscheiden nach dem 30. Juni.

Anspruch 24 Urlaubstage, 5-Tage-Woche mit Zwölftelung, Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 31. Juli = 7/12 = 14 Urlaubstage. Hier muss aber auf 20 Tage aufgestockt werden da der Mindesturlaub nicht unterschritten werden darf.

Anspruch 24 Urlaubstage, 5-Tage-Woche mit Zwölftelregelung und Beendigung am 30. November = Anspruch 11/12 = 22 Urlaubstage.

Wenn es bei Dir also eine "Zwölftelregelung" gibt, hast Du Anspruch auf 9/12 des Jahresurlaubs (es zählen nur voll gearbeitete Monate), mindestens aber auf die vier Wochen Mindesturlaub.

Beim neuen AG hast Du keinen Urlaub mehr, wenn Du den vollen Jahresurlaub bekommst. Das Bundesurlaubsgesetz schließt Doppelansprüche im § 6 aus.

Eine Ausnahme gibt es nur, wenn im neuen Betrieb mehr als der jetzige Urlaub gewährt wird. Dann hast Du Anspruch auf anteiligen Urlaub.

Antwort
von DarthMario72, 18

Vertraglich regeln kann man nur den Urlaubsanspruch, der über den gesetzlichen hinausgeht. Wenn du eine 5-Tage-Woche hast, hast du einen gesetzlichen Urlaubsanspruch von 20 Tagen. Für die zusätzlichen Urlaubstage kann es tatsächlich eine Zwölftelregelung geben.

Meine Chefin hat jetzt zu mir gesagt dass es vertraglich anders geregelt ist!

Nun, das solltest du auch selbst wissen. Schau in deinen Vertrag, ob das tatsächlich so ist.

bekomme ich dan die Urlaubstage vom neuen Arbeitgeber?

Nein. Dort bekommst du ggf. neuen Urlaub.

Antwort
von Jewi14, 13

Weise mal deine Chefin auf §13 Bundesurlaubsgesetz hin.

Durch Tarifvertrag darf von dem Gesetz abgewichen werden aber nicht zu UNgunsten der Arbeitnehmer.

Ich kann daher deiner Argumentation folgen.

Antwort
von peterobm, 16

Meine Chefin hat jetzt zu mir gesagt dass es vertraglich anders geregelt ist! 

entsprechende Stelle als Kommentar einfügen

Wann hast angefangen? eigentlich besteht Anspruch auf den gesamten Urlaub

Kommentar von helgarockt ,

Im Juni 2012 habe ich sie Stelle angefangen.

Antwort
von Griesuh, 14

Wenn du mind. 6 Monate beim AG gearbeitet hast hast du den vollen Urlaubsanspruch.

Nimmst du den gesammten Urlaub ( Resturlaub) noch beim alten AG, so hast du beim neuen AG keinen Urlaubsanspruch mehr für das laufende Jahr

Läst du deinen Resturlaub stehen, so werden diese Tage auf den neuen AG übertragen und du hast dann somit beim neuen AG in diesem Jahr noch anspruch 4 Urlaubstage.

Der alte AG wird das dem neuen AG mitteilen

Antwort
von Barolo88, 22

du hast natürlich nur anteilige Urlaubsansprüche, also bis 15.10.  für die 2 1/2 Monate danach bekommst du die Urlaubstage vom neuen Arbeitgeber

Kommentar von peterobm ,

nur volle Monate werden angerechnet

Kommentar von DarthMario72 ,

du hast natürlich nur anteilige Urlaubsansprüche

Das ist falsch! Wenn man in der zweiten Jahreshälfte kündigt und mehr als 6 Monate im Betrieb ist, hat man Anspruch auf den vollen gesetzlichen Mindesturlaub.

also bis 15.10.  für die 2 1/2 Monate danach bekommst du die Urlaubstage vom neuen Arbeitgeber

Auch das ist falsch! Es werden nur volle Monate gerechnet!

Kommentar von Barolo88 ,

wenn das lt Arbeitsvertrag aber  so geregelt ist ?

Kommentar von DarthMario72 ,

Für den gesetzlichen Anspruch kann man das nicht vertraglich regeln, bzw. wäre es so festgehalten, wäre diese Klausel nichtig. Nur das, was über den gesetzlichen Anspruch hinaus geht, kann man einzelvertraglich so regeln.

Kommentar von Familiengerd ,

Vertraglich kann geregelt werden, dass man auch Urlaubsanspruch für nicht volle Monate hat, aber nicht, dass der gesetzliche Urlaubsanspruch nur anteilig gewährt wird (wenn das Arbeitsverhältnis bei Beendigung in der 2. Jahreshälfte länger als 6 Monate bestanden hat).

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