Frage von tls65, 65

Urlaubsanspruch - voll oder nur anteilig?

Hallo Ein Arbeitnehmer hat eine befristete Anstellung in einem Unternehmen. Diese Befristung ist mit Sachgrund und endet voraussichtlich am 30.06. Voraussichtlich deshalb, weil es durch den Sachgrund auch länger gehen könnte, aber der aktuelle Stand ist, dass der Sachgrund am 30.06 endet. Schriftlich gibt es das noch nicht. Hat der Arbeitnehmer nur anteiligen Urlaubsanspruch oder volI? In seinem online Urlaubskalender steht: Urlaubsanspruch für 2016 - 29 Tage. Das wurde so vom Arbeitgeber eingetragen. Ist das bindend?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 37

Der Urlaubsanspruch wird am Jahresanfang erworben und bei früherem Austritt dann entsprechend gekürzt.

Wenn das Arbeitsverhältnis am 30.6. endet beträgt der Urlaubsanspruch 6/12 des Jahresurlaubs. Diese 14,5 Urlaubstage müssen aber auf 15 Tage aufgerundet werden (§ 5 Abs. 2 Bundesurlaubsgesetz).

Läuft der Vertrag länger (ab dem 1. Juli) und es gibt im Arbeitsvertrag keine Zwölftelregelung und es findet auch kein entsprechender Tarifvertrag Anwendung, steht dem AN der komplette Jahresurlaub von 29 Tagen zu.

 Bei einer Zwölftel-Regelung gibt es pro vollen Monat 1/12 des Jahresurlaubs aber mindestens den kompletten gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub von vier Wochen (bei einer 5-Tage-Woche sind das 20 Urlaubstage)

Antwort
von dadamat, 14

Das kommt auf die Reglung im Tarifvertrag an. Steht dort, dass der Urlaub anteilig gewährt wird, bekommst du bis 30.6 genau die Hälfte des Jahresurlaubes. Ist "anteilig" nicht erwähnt, gilt der volle Jahresurlaub, wenn du am 1.7 noch beschäftigt bist (also in deinem Fall [30.6.]  bekommst du immer nur die Hälfte des Jahresurlaubes).  Ein Tag mit mindestens 50% wird zu einen ganzenTag aufgerundet.

Antwort
von LonelyPixels93, 42

Da das Verhältnis zwischen AG und AN schon zur "Halbzeit" endet, hast du auch nur Anspruch auf die Hälfte der Urlaubstage.

Kommentar von tls65 ,

Danke für die Antwort. So war auch mein erster Gedanke. Ich war mir nur nicht mehr sicher, weil der Arbeitgeber die vollen Urlaubstage als Anspruch eingetragen hat. Und weil der Vertrag genau an der Grenze endet.

Kommentar von LonelyPixels93 ,

Das kann er theoretisch auch machen, jedoch hat der AN dann bei seinem zukünftigen AG keinen Urlaubsanspruch, sofern er diesen schon abgefeiert hat.

Kommentar von Bartstoppel1902 ,

Die Antwort von Hexle ist aber die richtige.

Was aber noch fehlt ist die Info wann das Arbeitsverhältnis angefangen hat. Erst nach 6 Monaten hat man einen Anspruch auf Urlaub.
So oder so, ist es zu empfehlen das der AN versucht über den 01.07. hinaus beschäftigt zu bleiben. Wenn das der Fall ist, kann hat der AN Anspruch auf seinen vollen Jahresurlaub.

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