Frage von Lurchi96, 40

Urlaubsabgeltung bei unterschiedlichen Quartalsgehältern?

Guten Abend,

mein alter Arbeitgeber möchte mir eine Urlaubsabgeltung zahlen, die er mithilfe des letzten Quartalsgehalts errechnet hat. Das Problem: Als Werkstudent habe ich im Februar fast gar nicht gearbeitet, weil ich viele Klausuren schreiben musste. So komme ich auf ein wesentlich geringeres Quartalsgehalt im 1. Quartal 2016 als ich es im 4. Quartal 2015 kam. Und damit logischerweise auch auf einen viel geringeren Wert eines Urlaubstages. Den Wert eines Urlaubstages im letzten Quartal nutzt der ehemalige Arbeitgeber aber auch zur Bestimmung der Urlaubsabgeltung im letzten Jahr (Obwohl ich da ja ein wesentlich höheres Quartalsgehalt hatte und damit einen wesentlich höheren Urlaubstag-Wert)

Ist das rechtens? Oder muss der Arbeitgeber eventuell den Durchschnitt bilden? Hoffe ich habe es verständlich erklären können.

Danke :)

Antwort
von putzfee1, 22

Nach § 11 BUrlG bemisst sich das Urlaubsentgelt und damit auch die Höhe des Urlaubsabgeltungsanspruchs nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsantritt, also der letzten drei Monate. 

Quelle: https://www.darmstadt.ihk.de/produktmarken/Beraten-und-informieren/recht_und_fai...

So wie ich das sehe, ist dein Arbeitgeber im Recht.

Kommentar von Nightstick ,

Das BUrlG bezieht sich auf normale, durchgängige Arbeitsverhältnisse, nicht jedoch auf solche wie geschildert.

Daher kann es durchaus sein, dass in diesem Fall auf den Jahresschnitt zurückgegriffen werden muss.

Wenn es sich um eine größere Summe handelt, könnte sich eine Beratungsstunde bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht lohnen. Oder er bemüht vorab ein Jura-Forum...

Kommentar von ralosaviv ,

Wo genau im BUrlG steht "bezieht sich nur auf durchgängige Arbeitsverhältnisse"?

Kommentar von Nightstick ,

Nicht alles steht "genau" (Wort für Wort) in einem Gesetz, lieber Beratungs-Kollege.

In diesem Fall leitet es sich aus § 2 ab.

Antwort
von ralosaviv, 18

Nach dem Wortlaut des hier bereits zitierten Gesetzestextes hat dein ArbG nichts falsch gemacht. Abgestellt wird nicht auf das abzugeltende Urlaubsjahr, sondern auf den Zeitpunkt des Urlaubsantritts bzw. der Urlaubsabgeltung. Der Durchschnitt bemisst sich nach den unmittelbar davor liegenden drei Monaten. Das ist in deinem Fall leider ungefähr das gleiche Pech, wie wenn ein Feiertag auf einen ohnehin freien Arbeitstag oder auf ein Wochenende fällt.

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