Frage von HardRockEagle, 92

Urlaub trotz schriftlicher Bestätigung gestrichen?

Hey Leute,

Ich bin Auszubildender im 3. Lehrjahr und es ist jetzt schon das zweite mal in dem mir mein geplanter Urlaub gestrichen wurde, obwohl er mir von meinen Chefs schriftlich bestätigt wurde. Ist das arbeitsrechtlich in Ordnung oder kann/muss ich mich dagegen wehren?

Bitte keine Spekulationen, sonder Fakten :)

Vielen Dank im Voraus!

Antwort
von Kampinho22, 36

Nein darf er defintiv nicht. Hat mein Chef auch schon mal versucht und er wollte es nicht glauben. Bis ich mit dem Anwalt kam. Bei mir ging es halt um einen 10 Tage Amerika Trip der schon lange gebucht war. Dort hieß es auch das es nur möglich wäre wenn es für den Betrieb um das überleben geht. Ist das nicht der Fall kannst du im Prinzip machen was du willst. Allerdings solltest du wissen was in deinem Arbeitsvertrag steht. Weil manche Betriebe da gerne etwas noch dazu schreiben halt wegen Urlaub und so. Wenn bei dir so etwas stehen sollte auf jeden Fall mal eine Auskunft vom Anwalt holen bevor du Urlaub machst.


Kommentar von MancheAntwort ,

gute und RICHTIGE Antwort !

Kommentar von Kampinho22 ,

Wenn man darin schon bisschen Erfahrung hat. :-D

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 30

Es wäre nur denkbar, dass du den Urlaub außerhalb der Berufsschulferien geplant hattest. Dann muss der Betrieb das verweigern.

Kommentar von augsburgchris ,

Vorab verweigern darf der Betrieb, aber nicht nach Genehmigung streichen. Wenn der Azubi trozdem in die Schule geht spricht auch nichts gegen einen unterjährigen Urlaub.
Mo; Di, Urlaub
Mi Schule
Do;Fr Urlaub

Kommentar von DerHans ,

Das dürfte aber problematisch werden in diesem Fall, wenn er eine Reise gebucht hat.

Der Betrieb hat ja auch eine Obliegenheit, darauf zu achten, dass der Azubi seiner Berufsschulpflicht nachkommt.

Antwort
von kevin1905, 14

Grundsätzlich kann ein genehmigter Urlaub nicht gestrichen werden, du kannst ihn also antreten.

Ausnahmen gibt es nur wenn die Existenz des Betriebs auf dem Spiel steht, das müsste der Arbeitgeber aber beweisen.

Kommentar von Familiengerd ,

Grundsätzlich kann ein genehmigter Urlaub nicht gestrichen werden, du kannst ihn also antreten.

Klar, der Fragesteller "kann" den Urlaub antreten, darf er aber nicht, wenn der Arbeitgeber ihn nach der Genehmigung wieder gestrichen hat - auch wenn sein Vorgehen rechtswidrig gewesen sein sollte, weil keine Existenzbedrohung durch den Urlaubsantritt gegeben wäre (wie Du richtig festgestellt hast).

Tritt der Arbeitnehmer den Urlaub trotz eines - möglicherweise auch rechtswidrigen - Widerrufs des Arbeitgebers, kann das arbeitsrechtliche Konsequenzen bis zur (je nach Situation) Kündigung haben. 

Antwort
von Hexe121967, 38

aus betrieblichen gründen kann auch bereits genehmigter urlaub gestrichen werden. in diesem fall muss der arbeitgeber allerdings alle stornokosten übernehmen wenn du bereits urlaub gebucht hast.

ich weiss nur gerade nicht, welche gründe vorliegen könnten das selbst dem azubi der urlaub gestrichen wird.  genaues kannst du aber auch bei der Handwerkskammer erfahren.

 

Kommentar von DerHans ,

Es dürfte eher selten sein, dass der Betrieb zusammen bricht, wenn der Azubi Urlaub hat.

Kommentar von Familiengerd ,

aus betrieblichen gründen kann auch bereits genehmigter urlaub gestrichen werden.

Das ist falsch!

"Betriebliche Gründe" alleine reichen nicht, es sei denn, Du meinst damit, dass durch den Urlaubsantritt die wirtschaftliche Existenz des Betriebs konkret bedroht wäre - er also "pleite" ginge.

Außerdem: Bei einem Azubi dürften kaum "betriebliche" Gründe zur Urlaubsverweigerung angeführt werden!

Kommentar von Hexe121967 ,

ja, natürlich müssen die gründe schon erheblich sein. darum hab ich ja geschrieben "ich weiss nicht welche gründe es gibt bei einem azubi"

Kommentar von Familiengerd ,

ja, natürlich müssen die gründe schon erheblich sein.

Auch das reicht nicht!

Bei einem Azubi ist schlicht nicht denkbar, dass überhaupt "betriebliche Gründe" gegen eine Urlaubsgenehmigung sprechen könnten; und die Streichung eines einmal genehmigten Urlaubs ist bei einem Azubi völlig ausgeschlossen, bei einem "normalen" Arbeitnehmer nur denkbar, wenn der Urlaub die Existenz des Betriebs kosten würde.

Kommentar von HardRockEagle ,

Da mein ausbildungsberuf sehr komplex und im sicherheitsgewerbe ist, muss ich viel auf geschäftliche Reisen. Anscheinend hat man in meiner urlaubswoche ein Seminar angeordnet

Kommentar von Familiengerd ,

Auch ein Seminar in Deiner geplanten Urlaubszeit erlaubt es dem Arbeitgeber nicht, die bereits erteilte Genehmigung zu widerrufen.

Du darfst aber trotz des rechtswidrigen Widerrufs den Urlaub nicht dennoch eigenmächtig antreten, da das arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Du hast dann nur die Möglichkeit - sofern Du in eine Auseinandersetzung mit Deinem Arbeitgeber treten willst -, beim Arbeitsgericht auf Leistungsgewährung zu klagen: ist die Zeit dafür zu knapp, kann auch eine einstweilige Verfügung auf Urlaubsgewährung durch das Gericht gegen den Arbeitgeber beantragt werden.

Solltest Du diesen Wege gehen wollen:

Du brauchst dafür nicht unbedingt einen Anwalt, wenn Du Dir das selbst zutraust (du müsstest ihn ohnehin in jedem Fall selbst bezahlen, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens, wenn Du nicht passend rechtsschutzversichert oder nicht Gewerkschaftsmitglied bist).

Die Klage bzw. den Antrag nimmt die Rechtsantragstelle des Gerichts entgegen; sie nimmt beides auch zur Niederschrift auf und hilft dabei kostenlos bei der Formulierung.

Antwort
von Halit08, 46

Solande du eine schriftliche "BESTÄTIGUNG" hast ist es ein Beweismittel gegen dein Chef selber. Und im falle eines konfliktes kann er dich auch nicht kündigen ;)

Antwort
von bikerin99, 42

Erkundige dich bei der Gewerkschaft. Aber so weit ich weiß, stehen betriebliche Gründe immer an 1. Stelle. Urlaub ist ja nur in Absprache mit dem Arbeitgeber möglich.

Kommentar von Familiengerd ,

"Betriebliche Gründe" alleine reichen nicht, es sei denn, Du meinst damit, dass durch den Urlaubsantritt die wirtschaftliche Existenz des Betriebs konkret bedroht wäre - er also "pleite" ginge.

Außerdem: Bei einem Azubi dürften kaum "betriebliche" Gründe zur Urlaubsverweigerung angeführt werden!

Kommentar von bikerin99 ,

Genau, wenn die Gefahr einer Pleite besteht. Einem Bekannten von mir ging es so, dass er auch 2 mal nicht auf einen bewilligten Urlaub gehen konnte, die Sornogebühren übernahm die Firma. Es war zu viel an Arbeit, aber die Firma (ein Großbetrieb) ging trotzdem pleite.

Kommentar von DerHans ,

Eine Firm, die pleite geht, wenn der Lehrling nicht da ist, war vorher schon pleite.

Antwort
von Melinda1996, 39

Wenn es eine Begründung gibt ja. Sie können sogar trotz eingereichtem Urlaub eine Sperre verhängen

Kommentar von MancheAntwort ,

absoluter Humbug !

Kommentar von Halit08 ,

qwatsch !

Kommentar von augsburgchris ,

Was soll denn so eine Begründung bitte sein?

Personalmangel ist zum Beispiel keine zulässige Begründung.

Kommentar von Melinda1996 ,

Ja klar und dan geht die firma den Bach runter weil kein Personal da ist...

Kommentar von MancheAntwort ,

das ist aber NICHT dein Problem Melinda, für das Personal hat der

Chef zu sorgen !

Kommentar von augsburgchris ,

Dann muss der Chef VORHER anständig planen. Das der Vorgesetzte seinen Job nicht kann, kann nicht dem Arbeitnehmer angelastet werden. Auch Potentielle Krankmeldungen muss der Chef VORHER berücksichtigen. Ist der Urlaub genehmigt ist er genehmigt.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn es eine Begründung gibt ja.

Worin sollte denn Deiner "Meinung" nach ein Begründung für die Streichung eines einmal genehmigten Urlaubs bestehen können??

"Betriebliche Gründe" alleine reichen dafür nicht, es sei denn, Du meinst damit, dass durch den Urlaubsantritt die wirtschaftliche Existenz des Betriebs konkret bedroht wäre - er also "pleite" ginge.

Die Rechtsprechung der deutschen Arbeitsgerichte (bis zum Bundesarbeitsgericht) sihet eine solche Möglichkeit nur "theoretisch" als gegeben; in allen bisherigen Verfahren deswegen konnte kein einziger Arbeitgeber eine nachvollziehbare Begründung für die Streichung eines einmal genehmigten Urlaubs liefern.

Außerdem: Bei einem Azubi dürften kaum "betriebliche" Gründe zur Urlaubsverweigerung angeführt werden!

Kommentar von Melinda1996 ,

Und eine Flut voller Aufträge muss er natürlich auch einplanen.

Kommentar von augsburgchris ,

Wenn diese Aufträge abgelehnt werden, wird die Firma sicher nicht pleite gehen. Beim Azubi gibt es faktisch GAR KEINE Möglichkeit einmal genehmigten Urlaub zu streichen.

Kommentar von Familiengerd ,

Beim Azubi gibt es faktisch GAR KEINE Möglichkeit einmal genehmigten Urlaub zu streichen.

Genau! 👍👍

Antwort
von MancheAntwort, 29

genehmigter Urlaub darf NICHT gestrichen werden....

... nicht bei Auszubildenden und auch nicht bei ANDEREN !

Kommentar von HardRockEagle ,

Woher weißt du das? Hattest du auch schon Erfahrungen in der Sache?

Kommentar von MancheAntwort ,

Kann ein genehmigter Urlaub nachträglich verschoben oder gestrichen werden?

„Genehmigt ist genehmigt“, sagt Henn, das gelte für beide Seiten. Will der Arbeitgeber bereits bewilligten Urlaub streichen, müsste er schon beweisen, dass das Unternehmen ohne die Anwesenheit jenes Mitarbeiters pleiteginge. Auch hier gilt: Wer sich eigenmächtig Urlaub genehmigt, dem droht schlimmstenfalls die Kündigung. Verzichtet der

Arbeitnehmer

freiwillig auf seinen Urlaub, muss der Arbeitgeber eventuell entstandene Kosten erstatten, etwa bei Stornierungen von Flügen oder Hotels.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist richtig.

Leider fehlt - und die sollte der Redlichkeit halber mitgeteilt werden - die Quelle für dieses Zitat (z.B. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.streitfall-urlaub-die-rechte-und-pf... ).

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