Frage von Alexis92, 121

Urlaub trotz Kündigung unterm Jahr?

Folgendes:

Ich möchte meine Arbeit kündigen, um am 01.08. einer neuen Arbeit nachzugehen. Nun hätte ich aber im Juli noch 2 Wochen Urlaub gehabt. Stehen mir diese 2 Wochen noch zu, auch wenn ich unterm Jahr kündige? Denn eigentlich ist ja der Urlaub für ein Jahr ausgelegt.

:)

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 43

Ich gehe mal davon aus dass Du bis zum Ausscheiden aus der Firma schon länger als sechs Monate in der Firma bist und dieses Jahr noch bei keinem anderen AG Urlaub gehabt hast.

Wenn der Urlaub im Juli schon genehmigt ist, muss er Dir auch gewährt werden.

 Dir steht, wenn meine obige Annahme zutrifft, mindestens der gesetzlich vorgeschriebene Mindesturlaub zu,da Du in der zweiten Jahreshälfte ausscheidest. Bei einer 5-Tage-Woche sind das 20 Urlaubstage und damit wären die zwei Wochen im Juli sowieso kein Problem.

Bekommst Du mehr als den gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub und es gibt keine Zwölftelregelung im Arbeitsvertrag oder anwendbaren Tarifvertrag, hast Du auch auf diesen den kompletten Anspruch. Bei einer Zwölftelregelung bekommst Du aber nicht nur 7/12 des Jahresurlaubs sondern mindestens die vorgeschriebenen vier Wochen.

Urlaub den Du jetzt aber in Anspruch nimmst, kannst Du beim neuen AG nicht mehr fordern. Der § 6 Bundesurlaubsgesetz schließt Doppelansprüche aus.

Antwort
von PiaAipPia, 64

Jein.

Wenn du kündigst, kannst du den Urlaubsanspruch geltend machen, den du bis dahin bekommen hättest. Wenn es z.B. 2 Tage pro Monat wären, hättest du Ende Juli 14 Tage Urlaubsanspruch, wenn du schon Ende März gekündigt hättest, dann dementsprechend nur 6 Tage.

Es hängt halt von deinem Anspruch ab (steht ja im Vertrag) und wie viel du in dem Jahr bereits genommen hast.

Kommentar von Alexis92 ,

Ich habe 30 Tage im Jahr und davon habe ich 10 bis jetzt genommen. Kündigen würde ich diesen Monat.

Kommentar von PiaAipPia ,

Dann stehen dir pro Monat 2,5 Urlaubstage zu. 

Wenn du zu Ende Juli kündigst, hättest du nach Abzug der bereits genommenen Tage noch 7,5 Urlaubstage gut, wenn die Kündigung für Ende Juni ist, dann dementsprechend nur noch 5 Tage.

Kommentar von Hexle2 ,

wenn die Kündigung für Ende Juni ist, dann dementsprechend nur noch 5 Tage.

Das ist falsch!

Das Bundesurlaubsgesetz sagt dass ein AN der in der zweiten Jahreshälfte ausscheidet Anspruch auf mindestens den vollen gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub hat und das sind bei einer 5-Tage-Woche 20 Tage. Ohne Zwölftelregelung im Arbeits- oder Tarifvertrag bekommt der AN auch den vollen Zusatzurlaub.

Kommentar von PiaAipPia ,

Der gesetzliche vorgeschriebene Mindesturlaub von 20 Tagen bezieht sich aber auf ein ganzes Jahr. Naxh einem halben Jahr hat man eben auch nur den Anspruch auf die Hälfte.

Worum es bei diesem Gesetz geht, ist dass man in der Lage ist den Urlaub zu nehmen, bevor man offiziell den Anspruch darauf hat. Z.B. den ganzen Jahresurlaub im Sommer nehmen, obwohl man eigentlich erst im Dezember darauf Anspruch hat. 

Wenn man aber frühzeitig ausscheidet hat man logischerweise nur den Anspruch für die tatsächlich gearbeitete Zeit dort. 

Sonst könnte man ja immer den Jahresurlaub im Sommer nehmen, dann die Firma wechseln und dann wieder den gesetzlichen Mindesturlaub verlangen, der in der zweiten Jahrshälfte entsteht.

Kommentar von Hexle2 ,

@PiaAipPia

Du solltest Dich dringend mal bei jemandem "schlau machen" der das Bundesurlaubsgesetz nicht nur lesen kann sondern es auch versteht.

Sonst könnte man ja immer den Jahresurlaub im Sommer nehmen, dann die Firma wechseln und dann wieder den gesetzlichen Mindesturlaub verlangen, der in der zweiten Jahrshälfte entsteht.

Da sieht man doch wie "gut" Du das Bundesurlaubsgesetz kennst.

Ein AN der in der zweiten Jahreshälfte ausscheidet kann im selben Jahr bei einem anderen AG gar keine Wartezeit von sechs Monaten mehr haben und daher den vollen gesetzlichen Mindesturlaub gar nicht mehr bekommen.

Außerdem schließt der § 6 Bundesurlaubsgesetz Doppelansprüche aus.

Kommentar von Familiengerd ,

@ PiaAipPia:

Bemerkung zu Antwort und Kommentaren: "Aua!" oder "Oha!" ...

Antwort
von Jewi14, 55

Arbeitest du beim jetzigen AG schon das ganze Jahr? Dann hast du auch Anspruch auf den ganzen Jahresurlaub beim jetzigen AG.

Antwort
von Jewi14, 45

Weil mal wieder "Rechtsexperten" unterwegs sind: Wer die erste Jahreshälfte vollständig beim AG verbracht hat, hat auch Anspruch auf vollen Jahresurlaub - siehe §5 Bundesurlaubsgesetz.

http://www.arbeitnehmer.wiki/urlaubsanspruch-bei-kuendigung/

Das steht es auch noch mal. Bist du seit 01.01.2016 dort beschäftigt, bekommst du den vollen Urlaub und musst nicht irgendwas durch 7 teilen!

Kommentar von PiaAipPia ,

Falsch. Du kannst zwar mehr Urlaub nehmen, als dir bis dahin zusteht, in der Annahme, dass du das ganze Jahr in der Firma bleibst, aber wenn du dann eben doch früher kündigst, können die den zu viel genommenen Urlaub auch mit dem letzten Gehalt verrechnen.

Kommentar von Jewi14 ,

Warum habe ich eigentlich den Hinweis auf das Bundesurlaubsgesetz geben, wenn du den nicht berücksichtigst???

Kommentar von DarthMario72 ,

@PiaAipPia: Du liegst falsch, die Antworten von jewi14 und hexle2 sind richtig. Wenn man keine Ahnung von Arbeitsrecht hat, sollte man bei solchen Fragen nicht antworten.

Kommentar von Familiengerd ,

@ Jewi14:

Vielleicht meinst Du ja das Richtige und hast es "nur unglücklich" formuliert, denn die Aussage

Wer die erste Jahreshälfte vollständig beim AG verbracht hat, hat auch Anspruch auf vollen Jahresurlaub

ist falsch.

Wer "die erste Jahreshälfte vollständig beim AG verbracht hat", also vom 01.01. bis zum 30.06., hat das zwar getan, das Arbeitsverhältnis aber auch in der ersten Hälfte (am letzten Tag) beendet - und damit nur einen anteiligen Urlaubsanspruch.

Für den vollen Urlaubsanspruch bei Kündigung muss das Arbeitsverhältnis in der 2. Jahreshälfte enden, was dann frühestens zum 01.07. (als dem letzten Tag des Beschäftigungsverhältnis) möglich wäre - mehr theoretisch,

Antwort
von Stadtreinigung, 64

Siehe Arbeitsvertrag unter Kündigungsfristen,müsste drin stehen

Antwort
von anon6378, 45

Entweder du kannst sie noch schnell nehmen oder es wird ausbezahlt.

Antwort
von maggylein, 61

Rechne deinen grsamten Urlaub durch 12 und dann mal 7 die Anzahl an urlaubstagen steht dir zu... mindestens 2 pro Monat

Kommentar von DarthMario72 ,

Falsch. Siehe Antwort von hexle2

Antwort
von KBB0815, 39

das kommt darauf an wieviel urlaub du schon hattest.

nehmen wir an du hast 24 tg urlaub im jahr, das sind 2 pro monat, mal 7 monate (bis juli) sind 14 tg, wenn du schon 10 tg hattest bleiben nur noch 4 übrig

Kommentar von wurzlsepp668 ,

bei Beschäftigung von mind. 6 Monaten kann der Arbeitnehmer den kompletten Jahresurlaub beanspruchen ...

Kommentar von DarthMario72 ,

Falsch. Siehe Antwort von hexle2

Antwort
von sternenmeer57, 38

Dir stehen nur die Tage bis 31.7. zu.

Kommentar von Alexis92 ,

Also eigentlich dann die 2 Wochen, ja? Dass der Rest verfällt, war ohnehin klar.

Kommentar von sternenmeer57 ,

Ja

Kommentar von wurzlsepp668 ,

kommt drauf an ....

wenn Fragesteller / Fragestellerin mindestens seit 01.01. dieses Jahres dort beschäftigt ist, hat er / sie sogar Anspruch auf den kompletten Jahresurlaub .....

Kommentar von DarthMario72 ,

Falsch. Siehe Antwort von hexle2

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