Frage von Raetselnder1988, 78

Urlaub mit Gehalt abgegolten als Aushilfe?

Hallo, ich weiß es gibt schon mehrere Postings bezüglich des Themas, aber ich bin der Meinung in meinem Fall ist es etwas anderes. Folgender Sachverhalt. Ich habe einen befristeten Arbeitsvertrag als Aushilfe. In diesem Arbeitsvertrag steht, dass mit 30 Tage Urlaub für eine 5-Tage-Woche zustehen. Der Vertrag läuft bis zum 30.04.2016 und ich habe noch keinen Urlaub genommen. Nun wäre es ja so, dass mit 30 Tage geteilt durch 12 Monate mal 4 Monate = 10 Tage Urlaub zustehen würden. Nun ist es so, dass mit dem Gehalt für meine geleistete Arbeit der Urlaub abgegolten wurde, wenn ich also gearbeitet habe, habe ich neben den normalen Stundensatz auch noch extra für den Urlaub etwas bekommen. Kann ich nun trotzdem verlangen, dass mir meine 10 Tage Urlaub, natürlich runtergerechnet auf die durchschnittliche Anzahl an Arbeitstage pro Monat, gewährt wird, also ich bezahlte Urlaubstage bekomme? Nebenbei habe ich dieses Jahr auch nur 1 Tag gearbeitet, dementsprechend wenig von dieser "illegalen Regelung profitieren können"

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 54

Nun ist es so, dass mit dem Gehalt für meine geleistete Arbeit der
Urlaub abgegolten wurde, wenn ich also gearbeitet habe, habe ich neben
den normalen Stundensatz auch noch extra für den Urlaub etwas bekommen.

Das ist arbeitsrechtlich nicht erlaubtso weit es den gesetzlichen Urlaubsanspruch von 20 Arbeitstagen bei einer 5-Tage-Woche betrifft.

Der gesetzliche Urlaubsanspruch darf im ungekündigten Arbeitsverhältnis nicht abgegolten werden - das ist nur erlaubt im Fall der Kündigung, wenn noch zustehender Urlaub aus dringenden betrieblichen Gründen nicht mehr genommen werden kann (Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4).

Lediglich der zusätzlich gewährte Urlaub (in Deinem Fall 10 Tage - ohne anteilige Umrechnung) darf mit dem Gehalt abgegolten werden.

Die fragliche Klausel ist bezüglich Deines gesetzlichen Urlaubsanspruchs rechtswidrig und damit nichtig!

Der Dir zustehende anteilige gesetzliche Urlaubsanspruch muss Dir trotz dieser  vertraglichen Vereinbarung gewährt werden!



Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community