Frage von MassHysteria, 71

Urlaub genehmigt aber nicht gegeben?

Mein Lebensgefährte fragt jetzt seit 6 Wochen bezüglich Urlaub in der jetzt kommenden Woche. Bis letzter Woche hieß es: "Müssen wir mal gucken." Zum Ende der Woche sagte der Chef dann: "Wenn du Baustelle XY fertig hast, kannst du Urlaub machen." Das ist Freitag passiert, er hatte den Chef persönlich aber nicht mehr getroffen, um sich jetzt nochmal zu versichern, dass er in den Urlaub gehen kann. Telefonisch war er bisher auch nicht zu erreichen. Daraufhin schrieb mein Lebensgefährte eine SMS an den Chef, auch mit der Info, dass er in der Woche aufgrund der gestellten Bedingung, die erfüllt wurde, wichtige Arzttermine gelegt hat (Er ist Anfang 20 und leidet unter Bluthochdruck, da musd halt mal alles durchgecheckt werden). Vor wenigen Minuten kam dann eine Nachricht vom Chef:" Morgen 7 Uhr arbeiten"

Jetzt sind wir beide ziemlich sprachlos, mit Wut im Bauch und enttäuscht, wie ein Chef mit Angestellten in einem Kleinbetrieb rumspringen mag. Ich persönlich kenne so ein Verhalten vom meinem Chef gar nicht!

Die Frage ist nun: Wie soll er damit umgehen? Darf man das als Chef überhaupt?

P.S.: Ein alternativer Urlaubszeitraum wurde nicht vorgeschlagen.

Antwort
von dieLuka, 33

Recht auf Freizeit

Der Chef muss bei solchen

Entscheidungen aber immer im Blick haben, dass dem Arbeitnehmer das

Recht auf Freizeit zusteht. Heißt: Um einen Urlaubsantrag abzulehnen,

muss der Chef diese Gründe auch nennen. Und: Sie dürfen auch nicht

Dauerzustand sein.

Quelle: http://www.zdf.de/wiso/recht-auf-urlaub-was-darf-der-chef-tipps-erholung-3930292...

Ich würde an seiner Stelle grundsetzlich schriftlich den Urlaub einreichen und auf eine Begründug bestehen wenn abgelehnt wird.

Ansonsten für dieses mal: https://www.verdi-bub.de/service/praxistipps/archiv/arztbesuch_waehrend_der_arbe...

Antwort
von PeterSchu, 10

Mit einer Antwort wie "müssen wir mal sehen" muss man sich bei einem Urlaubsantrag nicht zufrieden geben. In einem Urteil des Landesarbeitgerichts ( LAG Düsseldorf, Urteil vom 08.05.1970 - Az. 3 Sa 89/70) wurde entschieden, dass ein Arbeitnehmer nach einem Urlaubsantrag in einer angemessenen Frist (man sprach von etwa einem Monat) eine definitive Antwort erwarten kann. Diese Antwort kann nur ja oder nein heißen. Ein "warten wir mal ab" verhindert eine Planungssicherheit des Arbeitnehmers bei der Planung und Buchung eines Urlaubs und ist daher nicht akzeptabel.

Das Urteil damals sprach sogar davon, dass man von einer Genehmigung ausgehen kann, wenn in dieser Zeit keine Ablehnung kam. Ich meine aber ein anderes Urteil gelesen zu haben, nach dem man nicht automatisch von einer Genehmigung ausgehen kann.

Allerdings kann dein Lebensgefährte jetzt nicht einfach wegbleiben. Es gibt natürlich keine Garantie dafür, ob der Chef mit sich reden lässt. Für das nächste Mal würde ich aber auf jeden Fall einen schriftlichen Urlaubsantrag einreichen und darauf drängen (ggf. mit einer schriftlichen Nachfrage), dass dieser zu einem bestimmten Zeitpunkt beantwortet wird.

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 25

"Müssen wir mal gucken" ist kein genehmigter Urlaub. Den beantragt man schrfitlich und verlangt einen Urlaubsschein.

Und Vorsorgeuntersuchungen kann der Chef außerhalb der Arbeitszeit gelegt verlangen; wer um 7 Uhr anfängt, sollte ab 16.30 Uhr einen Termin beim Arzt machen können.

Zur Info: Das Kündigungsschutzgesetz ist nur in Betrieben anwendbar, die mehr als 10 Arbeitnehmer ohne Auszubildende regelmäßig beschäftigen, § 23 KSchG.

G imager761

Kommentar von PeterSchu ,

"Müssen wir mal gucken" ist aber auch keine angemessene Reaktion auf einen Urlaubsantrag. Da darf man schon ein ja oder nein erwarten, und nicht ein Aufschieben bis auf den letzten Tag.

Antwort
von Otilie1, 45

dann ruft ihn eben mal an und redet - sms hin und her zu schicken wird euer problem nicht lösen, aber immer höflich bleiben ( wenn möglich )

Antwort
von Papassohnnemann, 30

Abgesehen von fest verplanten tarifurlaub kann der Chef mitreden. Wenn man Arzt Termine war nehmen muss meldet man sich eben krank. Vorher mit dem Arzt sprechen ob er dich arbeitsunfähig schreibt.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ähm, eine Vorsorgeuntersuchung usw. berechtigt den Arzt NICHT eine Krankschreibung zu erstellen ...... (eine Krankmeldung wäre BETRUG)

für diese Zeit ist der Arbeitnehmer von der Arbeit freizustellen ....

Kommentar von imager761 ,

für diese Zeit ist der Arbeitnehmer von der Arbeit freizustellen ....

Sagt wer? Handelt es sich um einen Notfall, wenn man einen Arzt konsultieren will, um den Bluthochdruck abzuklären? Hat der nach der Arbeit des Patienten keine Termine zu vergeben?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ich sage nur freistellen, ob unbezahlt oder bezahlt ist Verhandlungssache ..... (ich war selber Arbeitgeber ...)

Kommentar von imager761 ,

Eben, man kann ihn (un)bezahlt freistellen, aber er ist nicht freizustellen, was eine Soll-Vorschrift meint :-)

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