Frage von luciuslenius121, 69

Unzufriedene Menschen- wie behandeln?

Hallo! Ich frage mich, wie man mit unzufriedenen Menschen umgehen soll, die sich selbst immer in der Opferrolle sehen und über ihren Zustand nur nörgeln. Soll man mitfühlend sein, und sich ihr Gerede anhören? Glaubt ihr, das würde dazu beitragen, dass diese Menschen ihr Denkmuster mal hinterfragen, bzw. würde es sie motivieren, etwas an ihrem Leben zu ändern? Oder glaubt ihr, dass es eher hilft, wenn man mal energisch seine Meinung sagt, um sie "wachzurütteln"? Ich weiß nie, was die bessere Variante ist...Danke für Antworten! :)

Antwort
von karinili, 69

Ich glaube nicht, dass es da einen universell richtigen Weg gibt, den Menschen aus seinem Glaubenskonstrukt herauszuholen. Diese Menschen haben oftmals Glaubenssätze wie "Mir passiert nur schlechtes", "Die Welt ist unfair." usw verinnerlicht.

Ihnen direkt die Meinung zu sagen und ihnen damit zu widersprechen, hat glaube ich aber noch weniger Effekt, wie ihnen mal zuzuhören und zu sehen, wie sie einige Sachen interpretieren und dann zu versuchen diese Interpretationen mit den eigenen Erfahrungen zu interpretieren und in einem ruhigen Ton zu erklären, wie man selber darüber denkt.

Von der direkten Meinung sind sie vielleicht erst mal geschockt, und im besten Fall heißt es dann – im Schock – "Du hast recht" und am nächsten Tag ist wieder alles beim alten. Im schlimmsten Fall drängst du sie in eine Verteidigungsposition und sie sind beleidigt mit dir bzw fühlen sich überhaupt nicht verstanden.

Warum ich zuhören und dann sachlich und ruhig darüber reden für die bessere Version halte – auch wenn es vielleicht im ersten Moment keinen Effekt hat, kann man solche Glaubenskonstrukte nur über langwierige Arbeit aufbrechen und in dem man solchen Menschen immer wieder das Gegenteil beweist.

Nur meine Meinung :)

Kommentar von luciuslenius121 ,

Danke, das ist eine interessante Überlegung:) Ist vielleicht wirklich besser so, weil sie sich vielleicht auch nicht so angegriffen fühlen, wenn man versucht zuzuhören und Verständnis zu zeigen...aber immer hat man leider auch nicht die Geduld dafür.

Kommentar von Luise ,

Meist funktioniert es so ganz gut:
Mitgefühl: Erst mal zuhören
Fazit: Mitfühlend das auf den Punkt bringen, "Blöde Situation, Du Arme, Du Armer."
Schlussfolgerung: Da muss dringend was geändert werden. Evtl. noch "laut denken" über Vorschläge... Aber keinen konkret stehen lassen, sondern Reaktionen abwarten.
Aufgabe abfragen: Was machst Du jetzt? Was nimmst Du in Angriff? Was hast Du schon getan?
Beim nächsten Treffen und der gleichen Leier gleich bei der Aufgabe einsteigen: Welche Ideen hattest Du? Was hast Du getan, wie hat es dir geholfen? Nichts getan? Was machst Du denn dann jetzt?

Kommentar von luciuslenius121 ,

Stimmt, guter Plan, weil ich glaube, es ist immer eine gute Basis, wenn sich Derjenige erstmal verstanden fühlt. Und eine echt gute Idee finde ich, dass man fragt, was er/ sie konkret unternommen hat, um es zu ändern. Weil da kann man sich schlecht hinausreden...aber ich glaube auch, dass man ab einem bestimmten Punkt akzeptieren muss, wenn Derjenige sich einfach nicht ändern will und weiter in seinem Selbstmitleid versinken will.

Kommentar von Luise ,

Ja, ganz genau. Viele konsumieren das Mitgefühl und wollen gerne im Selbstmitleid bleiben. Nur kommt dann, wenn man es so macht, mit dem Mitgefühl eine Aufforderung was zu ändern und das ist für die, die im Selbstmitleid verweilen wollen, unangenehm und sie suchen sich andere Leute, die sie dann bemitleiden.

Antwort
von Rika232, 64

Ich persönlich halte die zweite Variante für die richtige. Mitgefühl kann mal helfen, speziell wenn man die Menschen und ihre Umstände nicht gut kennt. Führt aber auf Dauer eher dazu, dass sie sich in ihrer Opferrolle bestätigt fühlen. Speziell bei Freunden oder Familienmitgliedern kann man aber doch mal offen reden und sagen, dass das auf Dauer stört. Diese immer nörgelnden, unzufriedenen Menschen gehen ihren Mitmenschen nur auf den Wecker und merken es meist selbst nicht mal. Hier helfen nur energische Worte, dass sie aufhören ihre Mitmenschen zu terrorisieren und stattdessen was aus ihrem Leben machen!  Meine Meinung.

Kommentar von luciuslenius121 ,

Ok, danke :) Ich glaube, es kommt auch auf den Menschen an, wie labil oder ob es nur Gewohnheit ist, zu nörgeln...auf Dauer nervt mich diese Art, ich muss mich immer zusammenreißen, immer geduldig zu bleiben...

Kommentar von Rika232 ,

Wenn die Person labil ist, kann ich es verstehen, wenn man sich etwas zurücknimmt. Trotzdem kann man es ansprechen. Bei einer Person, die es aus Gewohnheit macht und die man immer um sich herum hat, kann man aber echt mal darüber reden. Da scheint die Person sich darüber gar nicht im klaren zu sein, was sie den ganzen Tag über macht und dich nervt. Wenn man das dauernd hat, zieht einen das einfach nur mit runter. Da hilft ignorieren auch meist nicht.

Eine gute Taktik ist auch, der Person konsequent die positiven Seiten der Dinge aufzuzeigen. "Das Wetter ist schlecht" -> "Das ist doch eine super Gelegenheit drinnen DVDs zu schauen und es sich gemütlich zu machen."; "Ich habe Kopfschmerzen" -> "Sei froh, dass du nichts Schlimmeres hast. Die gehen wieder vorbei." usw..

Kommentar von luciuslenius121 ,

Ja genau, das muss man denk ich dem Einzelfall anpassen. Bei den Leuten, die das aus Gewohnheit tun, frage ich mich aber oft, WARUM sie das tun. Wäre ich an ihrer Stelle würde mich das zu Tode an mir selbst nerven, wenn man so in den Tag hineinlebt und alles negativ sieht. Und ja, bei solchen Personen sollte man das echt ansprechen, da bin ich deiner Meinung.

Stimmt, und diese Taktik funktioniert eigentlich auch an sich selbst. Wenn mir auffällt, dass ich unterbewusst negativ gedacht habe, ist es oftmals gut, wenn man sich auf die Art selbst motiviert. Und mit Anderen ist das natürlich auch eine Möglichkeit ;) Hartnäckige Fälle lassen sich aber in ihrer negativen Denkweise noch nicht einmal von solchen Sprüchen ablenken, und da hat dann auch meine Geduld mal ein Ende ;)

Antwort
von amdros, 55

Mitfühlend wäre ich wohl im Höchstfall 2-3 mal..kommt natürlich auch darauf an, worum es geht.

Wenn es nörgeln auf höchstem Niveau ist, dann würde ich ganz bestimmt auch schon eine härtere Gangart einschlagen um, wie du schon erwähnst, denjenigen wachzurütteln, oder aber auch abrupt auf ein anderes Thema überschwenken!

Kannst aber nur du entscheiden, wozu du tendierst!

Kommentar von luciuslenius121 ,

Danke :) Ja, mich nerven am Allermeisten Leute, die eh keine wirklichen Probleme haben...obwohl ich meistens trotzdem versuche, geduldig zu sein...ich habe da manchmal das Gefühl, solche Leute wollen nur Aufmerksamkeit...

Kommentar von amdros ,

Deine Worte bestätige ich..Aufmerksamkeit heischend, wenn kein wirkliches Problem zu erkennen ist.

Kommentar von luciuslenius121 ,

Ja genau...ich glaube aber, dass man diese Leute schlecht ändern kann und es ist ja eigentlich auch nicht Aufgabe von einem selbst, diese Person zu "therapieren"...ich halte, wenn sich gar nichts ändert, möglichst Abstand von solchen Leuten...

Kommentar von amdros ,

Ist auch das beste..jedenfalls für einen selbst..Abstand!

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