Frage von XeniaXenia78, 34

Unzufrieden mit dem Anwalt, was nun?

Hallo zusammen, Folgender Fall: Ein Rechtsstreit wird geführt. Die Parteien einigen sich vor Gericht. Der Anwalt nennt seinem Mandanten während der Verhandlung eine Summe die er ungefähr für seine Dienste bezahlen wird, wenn er sich einigt.

Nach dem Prozess hört der Mandant monatelang gar nichts von seinem Anwalt. Dann erhält er irgendwann die Rechnung des Anwaltes, die viel höher ausfällt als genannt. mehrere hundert Euro höher.

Dann erfährt der Mandant im Februar des Folgejahres, dass das Gericht im November bereits einen Kostenfestsetzungsbeschluss erhalten hat. Dieser wurde dem Mandanten nicht zugestellt. Erst nach Rückfrage beim Anwalt.

Der Brief allerdings kommt erst als man keinen Einspruch mehr einlegen kann!!! Es sind ja schon drei oder vier Monate vergangen. Der Mandant hat auch keinerlei Briefekopien über den Schriftverkehr mit dem Gericht erhalten und wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Somit bekommt der Mandant zum Beispiel keinen Verdienstausfall aber die gegnerische Seite ihre Hotelkosten erstattet, obwohl diese nur zwei Stunden vom Gericht entfernt wohnt?! Ausserdem wurde eine noch offenen Kaution überhaupt nicht berücksichtigt.

Der Mandant beschwert sich darauf schriflicht beim Anwalt und sagt zudem, dass er so eine hohe Summe garnicht aufbringen kann. Diese ist ja höher als abgemacht. Wieder hört er wochenlang garnichts. Dann kommt eine Email mit der Entschuldigung man würde sich in Kürze melden, eine Mitarbeiterin sei verstorben.

Anschliessend kommt noch eine Email in der steht, dass die Kosten des Verfahrens bei 1000 EUR liegen und diese geteilt werden sollten. Man werde sich kümmern, aber es kam niemehr etwas.

8 Monate lang passiert nichts und plötzlich erhält die Mantantin vom Gericht die Info, dass der Anwalt beantragt hat einen Vollstreckungsbescheid zu erwirken. Was nun?

Welche Rechte hat der Mandant und welche Möglichkeiten? Wäre der Anwalt nicht verpflichtet gewesen seine Mandantin immer und aktuell auf dem Laufenden zu halten und ihr die Briefe rechtzeitig zukommen zu lassen?

Und wenn ja, was macht man in solch einem Fall?

Kann man sich gegen diesen Vollstreckungsbescheid im Vorfeld wehren? Ohne noch einen Anwalt einzuschalten? Das Gericht hat 10 Tage Zeit zur Stellungnahme gegeben.

Vielen Dank für Eure HIlfe

Antwort
von Kuno33, 14

Ein Vollstreckungsbescheid kann durch Deinen fristgemäßen Widerspruch außer Kraft gesetzt werden. Der nächste Schritt könnte dann die Klage des Anwalts sein.

Als Nichtjurist möchte ich eigentlich gar nichts zu dem Verlauf sagen. Ich finde ihn immerhin bemerkenswert. Allerdings habe ich den Eindruck, dass Du gelegentlich zu wenig unternommen hast, um Klarheit zu bekommen.

Wahrscheinlich brauchst Du eine rechtlich kompetente Beratung bezüglich des Vorgehens Deines Anwalts. (ggf. bei der Verbraucherzentrale)

Antwort
von LiselotteHerz, 16

Man kann auch gegen einen Anwalt vorgehen. Das war absolut nicht in Ordnung, wie das Ganze abgelaufen ist.

Wenn ich meine Angelegenheiten einem Anwalt übergeben habe, habe ich umgehend von jedem Schriftwechsel, den er für mich führte, eine Kopie zugestellt bekommen.

Es wird Dir nichts anderes übrig bleiben, als einen anderen Anwalt einzuschalten. Nimm alles mit, was Du vorliegen hast und schildere ihm den Fall präzise. Man kann auch einen Anwalt verklagen,so ist es mal nicht.

Da bereits ein Vollstreckungsbescheid vorliegt, solltest Du das umgehend machen.

Alles Gute. lg Lilo

Kommentar von XeniaXenia78 ,

Es gibt noch keinen Vollstreckungsbescheid. Bisher nur einen Brief des Gerichtes, dass ich mich dazu äussern soll. Aber hier wird das Gericht ja sicher nicht entscheiden ob der Anwalt jetzt Geld bekommen soll oder nicht. Es geht bestimmt nur darum, dass ich bisher nichts gezahlt habe.

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