Frage von 1nameless, 41

Unwohl sein bei Arbeit - woher könnte das kommen?

Hallo zusammen

Ich habe folgendes..

Ich bin privat bei meiner Familie und bei meinen Freunden (habe einen grossen Freundeskreis), eine sehr aufgestellte und offene Person. Ich quatsche mit meinen Freunden über alles mögliche und wenn man sie fragen würde, würden sie mich wohl niemals als zurückhaltend oder still beschreiben, eher das Gegenteil :-)

Ich habe auch kein Problem damit, in der Freizeit mit Freunden, oder im Ausgang etc. mit neuen Leuten in Kontakt zu treten.

Aber bei der Arbeit sieht das ganz anders aus. Ich fühle mich permanent unwohl, bin eher still und kann nicht aus mir herauskommen. Ich quatsche zwar schon mit meinen Teamkolleginnen, aber es bin halt nicht "ICH". Ich denke, mein Team würde mich schon eher als still beschreiben.. (Arbeit zwar erst seit 2 Monaten dort). Ich habe auch ständig wenn jemand anruft oder nach mir verlangt schon den Gedanken "oh nein, was habe ich falsch gemacht?" oder bei Sitzungen sage ich meistens nichts bis gar nichts (gut, dass vielleicht auch einfach, weil ich noch nicht so Ahnung habe).

In meinem Lehrbetrieb z.B. kam es ganz draufan, mit wem ich zu tun hatte. Mit den anderen Lehrlingen kam ich super aus, haben auch heute noch Kontakt. Mit Vorgesetzten war ich jedoch auch immer recht still. Die würden mich wohl unter meinen Freunden kaum wiedererkennen oder bei meinen Party, Ferienfotos etc.auf Facebook eher denken "Ach was, die kam mir immer so ruhig vor".

Wieso kann das sein? Es belastet mich sehr.. Denn erstens stehe ich mir so mit meiner Karriere selber im Weg und zweitens mache ich mich selbst schlecht dafür - ich will mich ja nicht verstellen.

Sollte ich zu einem Psychologen und woher könnte das kommen? Hinzuzufügen sollte ich vielleicht noch, dass ich nicht immer schon so war, als Kind war ich super offen gegenüber allen, weiss nicht, wann und wieso sich das geändert hat...

Sorry für den Roman :-) und danke für die Antworten. LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von missproduced, 17

Generell fällt es Menschen einfacher, in familiärem Umfeld sein Original - seine unverfälschte Persönlichkeit spielen zu lassen. Da muss man sich dann nicht verstellen, um den Vorstellungen des Gegenübers besser zu entsprechen. Das ist bei Verwandten ersten Grades so, aber vor allem auch bei Freunden, welche man seit der Kindheit oder Anfang der Jugend kennt, sehr stark ausgeprägt, da zeigt man sich ohne Probleme wie man ist.

Dass du dich bei der Arbeit nicht wohl fühlst ist relativ normal - was aber nicht heißt, dass das gut für dich ist. Die meisten Menschen überwinden diese Phase, indem sie es so hinnehmen wie es ist - sie schalten auf Autopilot und geben sich dem Arbeitsleben vollständig hin. Dadurch scheint alles einfach zu werden - dem ist finanziell und gesellschaftlich sicherlich so. Das Problem ist hierbei nur folgendes:

Du - deine Psyche bestehen hauptsächlich aus zwei Modulen: Dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein. Dein Bewusstsein verkraftet diesen Stress, den du im Moment hast, schnell. Dein Unterbewusstsein kann diesen Stress aber nur deutlich ineffizienter abbauen, geschweigenden damit umgehen. Das wirkt sich sehr auf deine geistige Intelligenz (oder auch Schlauheit genannt) aus, du wirst unter Umständen innerlich immer leerer und unzufriedener. Deine Intelligenz ist davon allerdings kaum betroffen.

Heißt im Endeffekt:

Du brauchst deswegen nicht zum Psychiater - außer es treten körperliche oder psychische Probleme auf wie z.B. Depressionen. Du musst lediglich entscheiden ob da wo du gerade bist, das ist, was du die nächsten 40 Jahre machen willst. Ob du immer dieses unterschwellige Unbehagen beim Job haben willst.

Übrigens: Im dritten Lehrjahr haben die meisten diese unbehagliche Phase überwunden. Ganz verschwinden wird sie aber nie - man lernt nur sie zu verdrängen, was aber in vielen Fällen auf Dauer unglücklich macht und in geistigem Durchfall endet.

Wenn der Platz dort allerdings wirklich das ist, von dem du Nachts auch positiv von träumen kannst, dann bist du dort richtig und solltest mit einem positiven Gemüt weitermachen.

Antwort
von Thaliasp, 41

Könnte es evtl sein, dass du dich generell bei deiner Tätigkeit eher nicht wohl fühlst?Wenn dem nicht so ist könnte vielleicht eine Therapie hilfreich sein um dein Selbstwertgefühl zu steigern.

Antwort
von LumpiInvictus, 21

Mir gehts ähnlich, allerdings erst seit ich die Arbeitsstelle gewechselt habe, ich vermute bei mir dass es einfach daran liegt dass die neuen Aufgaben nicht so mein Ding sind und ich nicht so gut bin wie bei meiner alten Arbeitsstelle. Was ich bei dir rauslesen kann ist die Angst etwas falsch zu machen... was evtl. dann auf ähnliche Gründe wie bei mir schließen lassen könnte...

Antwort
von LonelyBrain, 27

Wenn man sich nicht wohl fühlt verhält man sich logischerweise auch anders. Desweiteren ist dein Freundeskreis ein ganz anderes Umfeld - es wäre unter anderem meist wohl nicht angebracht sich genauso auf Arbeit zu verhalten wie man es unter Freunden tut.

Ich würde sagen: ganz normal! Da kann ein Psychologe auch nicht helfen.

Aber wenn du dich unwohl fühlst hast du denn schon mal überlegt dir eine andere Stelle zu suchen?

Antwort
von bodyguardOO7, 23

Gelegentliche Unsicherheit ist normal - dauerhaft aber wirkt sie lähmend. Tipps gegen die Unsicherheit findest Du hier.

http://karrierebibel.de/selbstzweifel/

Antwort
von Seeteufel, 27

Du mußt dringend etwas für dein Selbstvertrauen tun. Ob du das in eigener Regie schaffst (Bei YouTube gibt es jede Menge Anleitungen dafür) oder ob du eine Therapie machst, mußt du selbst eintscheiden. Doch tun mußt du etwas und zwar du selbst und kein anderer.

Antwort
von Moonlighter, 28

versagensängste? zudem sind Menschen häufig privat anders als im Beruf. ist bei mir auch so und werde auf der arbejt wohl nie so sein wie ich privat bin.

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