Frage von Schnauzer1976, 35

Unvollständig und teils falsch ausgefülltes Bestellformular, was kann passieren?

Hallo Community,

mein Sohn hat sich gestern auf der Straße eine Registierung bei einem Essenslieferanten "aufschwatzen" lassen, hat jedoch einige falsche Angaben gemacht und auch z.B. keine Bankdaten angegeben. In den AGBs des Unternehmens steht, dass ein bindendes Angebot seitens des Kunden durch das vollständige Ausfüllen des Formulars gegeben ist. Nun ist meine Frage ob da was auf uns zu kommt oder nicht, da das Formular ja nicht vollständig ausgefüllt wurde?

MFG Schnauzer1976

Antwort
von 716167, 16

Bei solchen Geschäften gilt der "Haustürparagraph", ihr habt ein vergleichbares Widerrufsrecht wie beim Kauf im Internet.

Die Frist für den Widerruf fängt übrigens erst an zu laufen wenn der Verkäufer / Anbieter euch formell über dieses Widerrufsrecht aufgeklärt hat.

Kommentar von Coffeman444 ,

Stimmt das Haustürgeschäft habe ich ganz vergessen^^ Damit gilt sowieso die Wiederrufsfrist und das ganze kann gekündigt werden. - und nein (in Österreich zumindest) fängt die Frist sofort beim Unterzeichnen an.

Wurde der Kunde allerdings nicht aufgeklärt verlängert sich die Wiederrufsfrist erheblich.


Auszug aus dem ABGB:


Sofern nicht
eine Ausnahme greift (siehe unten), hat der Verbraucher eine Frist von 14 Kalendertagen,um vom Vertrag ohne Angabe von Gründen zurückzutreten. Für den Fall, dass
der Verbraucher nicht entsprechend
den Vorgaben über das Rücktrittsrechts
belehrt wurde
, verlängert sich die Rücktrittsfrist. Die verlängerte Frist
beträgt 12 Monate und 14 Tage. Wenn die Belehrung innerhalb von 12 Monaten
nachgeholt wird, endet die Frist 14 Tage nach Erhalt dieser Information (§ 12
FAGG ).


Antwort
von wilees, 20

Wie alt ist der Sohn? Wer möchte hier wem etwas liefern? Was soll geliefert werden?

Antwort
von ThommyHilfiger, 6

Nein, da passiert nix. Auch ein "Straßengeschäft" ist ein "Haustürgeschäft". Und da gibt es eine Bedenkzeit bzw. Rücktrittsrecht (falls die etwas schicken sollten).

Und, wenn die schon schreiben, daß (nur) bei vollständigem Ausfüllen ein verbindliches Angebot (oder Auftrag?) zustande kommt, ist das ja noch lange kein korrekter Vertrag! Besonders ohne Hinweis auf Widerrufsfristen.

Antwort
von Coffeman444, 14

Wie alt ist denn dein Sohn? laut ABGB ist ein Vertrag nur dann gültig wenn das Geschäft erlaubt ist und alle relevanten Daten erfasst sind und beiderseitige Willenserklärung besteht. - ist dein Sohn zudem Minderjährig würde kein Gericht der Welt diese Vereinbarung als Bindung ansehen. - zumal das Formular auch außerhalb des Geschäftssitzes des Unternehmens ausgefüllt wurde.

LG

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