Hallo, kann mir jemand den Unterschied zwischen einer Reportage und einer Recherche erläutern? Danke!
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Die Recherche kommt vor der Reportage, ausser bei der Bild.

Hallo Montekarlo.
Ich finde die bisher gegebenen Erklärungen allesamt etwas irreführend. Ich verstehe die beiden Begriffe so:
Reportage heißt Berichterstattung. Theoretisch reicht es dafür, sich mit Stift und Zettel, Mikrofon oder Kamera dort hinzustellen, wo etwas Interessantes passiert, und davon zu berichten -- ohne es zu werten!
Recherche ist Forschen nach Hintergründen und Quellen. Gute Journalisten, Schriftsteller und andere Menschen, die komplexere Zusammenhänge schildern und berichten wollen, sollten das entsprechende Thema immer gut vorher recherchieren, um eben Hintergrundinformationen parat zu haben und Details einflechten zu können, die ein nur berichtender Journalist (Reporter) ggf. nicht wissen kann.
Beispiele:
Der Reporter spricht vor laufender Kamera ins Mikrofon: "Wie sie hinter mir deutlich sehen können, sind die Amerikaner jetzt in Afghanistan einmarschiert. Wir werden sie weiter auf dem Laufenden halten."
Ein Journalist, der vorher ausführlich recherchiert hat, wird den Umstand, dass die Amis tatsächlich in Afghanistan einmarschiert sind, erwähnen, vor allem aber beschreiben, warum und mit welcher nicht offensichtlichen (sic!) Absicht sie das tun.
bommel65 am 25. Juni 2007 09:48 Sehr gute Antwort!
Vor allem das Beispiel, so würde ich auch differenzieren...
erst die recherche, dann die reportage.
also, für eine reportage muss erst gründlich recherchiert werden, ehe sie gesendet werden kann.
sollt man zumindest meinen, dass es getan wird, ist leider aber oft nicht so, daher auch manchmal reportagen die nicht gut sind.

Das ist derselbe Unterschied wie zwischen Suche und Fund (mit dem Bericht über den Fund).

Erst alles richtig untersuchen und dann darüber berichten.
verstehe, also die Recherche ist Teil der Reportage, der nicht-schriftliche.
Wolfgang Joost am 25. Juni 2007 00:36 Ja, aber von der Reihenfolge erst Recherche und dann Reportage. Viele machen keine Recherche, sondern behaupten einfach was (siehe unser Skandalblatt Bild)
Hast Du nicht schon aehnlich gefragt und ich habs Dir erklaert ?
Fuer "saubere' Reportage ist Recherche, mit Absicherungen nach allen Seiten Voraussetzung.
Bild, Blick, Bunte, usw. kennen das nicht.
Recherche, Basis jeder Berichterstattung Recherche ist das Beschaffen von Information zu einem Thema. Dazu gehört die Recherche in Archiven (z.B. Zeitungs-Archiven, Nachschlagewerken, APA Datenbank-Archiv) ebenso wie in aktuellen Quellen (z.B. Informationsangebote im Internet) wie bei Personen. Eine Checkliste mit den wesentlichen Fragen (Wie? Warum? Wer? Mit welchen Folgen? usw.) unterstützt die systematische Recherche. Die Richtigkeit der so gefundenen Informationen wird per Check kontrolliert: Durch die Auskünfte einer weiteren persönlichen oder weiteren schriftlichen Quelle, nach Möglichkeit durch Quellen, von denen bekannt ist, dass sie tendenziell gegenteilige Meinungen als die erste Quelle vertreten. Der Vorgang von Check und Gegencheck neuen Materials gegen das jeweils ursprüngliche Material lässt sich wiederholen, abhängig davon, für wie verlässlich Auskünfte eingeschätzt werden oder wie kontroversiell das zu recherchierende Thema ist. In jedem Fall ist eine Bewertung der Verlässlichkeit der jeweiligen Quellen notwendig. Journalistische Sorgfalt bedingt, dass dem Leser die jeweiligen Quellen möglichst vollständig genannte werden. Ausnahmen sind vertrauliche Informationen, wo es um den Schutz von Informanten geht. In diesem Fall übernimmt der Journalist eine höhere Verantwortung für die Verlässlichkeit einer Information als dies bei Offenlegung der Quelle der Fall wäre. Die Reportage: Der subjektive Tatsachenbericht Im Kern ist die Reportage ein Bericht: Die Zusammenstellung von zusammengehörigen Nachrichten, die einen komplexen Sachverhalt wiedergeben. Aber wo die Nachricht und der Bericht knapp und sachbetont die Ereignisse wiedergeben, schildert die Reportage das Geschehen aus der subjektiven Sicht des Reporters. Reportagen versuchen, die Stimmung einzufangen, die ein Ereignis auslöst. Reportagen klingen, riechen, lösen Empfindungen aus. Dabei ist die Reportage nicht daran gebunden, die Ereignisse nach ihrer Wichtigkeit zu schildern. Sie kann chronologisch, mit Rückblenden oder anderen Stilmitteln arbeiten, um ihre Geschichte zu erzählen. Die Freiheit zur Subjektivität ist kein Freibrief zum stilistischen Pathos. Es ist besser, durch die Schilderung die Stimmung beim Leser auszulösen, die das unmittelbare Ereignis beim Beobachter hervorbrachte -- anstatt die Stimmung des Beobachters wiederzugeben. Vor allem dramatische Ereignisse sprechen für sich. Sie brauchen keiner Übertreibung, um anzukommen; aber sie brauchen eine Dramaturgie der Sprache, um gut transportiert zu werden. Quelle: Schreibwerkstatt