Frage von IchBinEchtDumm, 122

Unterschied zwischen katholische und evangelische Religion?

Antwort
von TheAllisons, 111

Alle sind Christen.
Das heißt, sie glauben an Gott und daran, dass er uns Jesus Christus als seinen Sohn auf die Erde geschickt hat. Sie sind außerdem überzeugt, dass Gott uns liebt und es gut mit uns meint. Für alle Christen ist es wichtig, so zu leben, wie Jesus es vorgemacht hat. Deswegen finden sie zum Beispiel Frieden, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit sehr wichtig.

Früher waren alle Christen katholisch. Aber vor ungefähr 500 Jahren gab es einen Mönch namens Martin Luther. Dem gefiel nicht alles, was damals in der Kirche passierte – zum Beispiel, dass reiche Menschen besser behandelt wurden als arme und dass es die Bibel nur auf Latein gab. Das konnten nur sehr wenige Menschen lesen. Dagegen hat Martin Luther protestiert. Viele Leute dachten genau so wie er – sie protestierten, taten sich zusammen und gründeten die evangelische Kirche. Deswegen nennt man evangelische Christen auch “Protestanten”.
Katholischer und evangelischer Glaube sind also unterschiedliche Glaubensrichtungen in der christlichen Religion. Diese verschiedenen Richtungen nennt man Konfessionen.

Die Glaubensspaltung während der Reformation des 16. Jahrhunderts teilte also die abendländische Christenheit leider in eine katholische und evangelische. Seit einigen Jahrzehnten ist man wieder auf der Suche nach der Einheit. Dieses Bemühen nennt man Ökumenische Bewegung. In vielen Glaubensfragen blieb die Einheit trotz Spaltung erhalten, in anderen wurde sie wieder entdeckt:

Vieles eint katholische und evangelische Christen:
•der Glaube an Gott, an seinen gekreuzigten und auferstandenen Sohn Jesus Christus, und an den Heiligen Geist
•die Heilige Schrift als Wort Gottes
•die Taufe auf den Namen des dreieinigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
•der Glaube, dass wir von Gott geliebt und angenommen werden nicht aufgrund eigener Leistung, sondern allein aus Gnade
•der Glaube, dass Gott durch den Hl. Geist unsere Herzen erneuert und uns zu guten Werken befähigt
•der Glaube, dass Christus in der Eucharistie/im Abendmahl wirklich gegenwärtig ist
•der Glaube, dass Gott uns das ewige Leben schenken will.
•das Apostolische Glaubensbekenntnis, das “Große Glaubensbekenntnis” (der Konzile von Nizäa 325 und Konstantinopel 381), die Feier des Sonntags, viele Feste, Gebete, Lieder, etc.
•der vielfältige Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Freilich gibt es auch viele Unterschiede. Aber nicht alles, was verschieden ist, muss die Kirchen trennen. Unterschiede in den Gottesdienstformen, in den theologischen Schwerpunkten und in den Kirchenordnungen können auch eine gegenseitige Bereicherung sein. Die gewünschte Einheit der Christen will diese bunte Vielfalt nicht beseitigen. Das Ziel der Ökumene ist nicht eine “uniforme Superkirche”, sondern die “versöhnte Verschiedenheit” der Konfessionen.

Was wirklich (noch) trennt:

Evangelische Christen haben keinen Papst. Im katholischen Kirchenverständnis ist der Papst der “Nachfolger des hl. Petrus” und als solcher von Christus zum obersten Schlüsselträger und Hirten der Kirche bestimmt (vgl. Mt 16,18f; Joh 21,15-17). Nach dem Dogma der Unfehlbarkeit ist eine Entscheidung des Papstes ex cathedra für alle katholischen Christen bindend. Für Evangelische ist es unvorstellbar, dass Bischöfe, oder gar der Papst qualitativ oder moralisch bessere Menschen sind. Alle Menschen sind vor Gott gleich. Alle Menschen machen Fehler und sind auf Vergebung angewiesen. Deswegen ist es aus evangelischer Sicht undenkbar, dass der Papst, „ex Cathedra“ Entscheidungen treffen darf, die unwiderruflich sind.

Unterschiedlich ist auch das Verständnis der Geistlichen, also der Pfarrer und Priester. Bei den evangelischen Christen dürfen auch Frauen als Pfarrerin tätig sein und die Pfarrer dürfen heiraten – beides geht bei den Katholiken nicht.
In der evangelischen Kirche spricht man nicht von „Priesterweihe“, sondern von „Ordination“.
Nach dem Augsburger Bekenntnis (CA XIV) wird man von der jeweiligen Kirchenleitung
ordnungsgemäß berufen. Die apostolische Sukzession besteht in der evangelischen Kirche
nicht in der lückenlosen Personenkette, sondern im Auftrag. Evangelische Pfarrerinnen und
Pfarrer sagen: In der Verkündigung des Evangeliums, in der Taufe und im Geben des Abendmahles
stehen wir in der Nachfolge der Apostel und geben den Auftrag Jesu Christi weiter
(Matthäus 28,18-20).

Quelle:http://apostelkirche.com/glaube-fur-einsteiger/fragen-zum-evangelischen-glauben/...

Kommentar von Bodesurry ,

Martin Luther ist zweifelsfrei ein grosser, wenn nicht der wichtigste Reformator gewesen. Zum Durchbruch, vor allem in Ländern außerhalb von Deutschland, kam es jedoch dank vielen weiteren sehr bedeutenden Reformatoren.https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Reformatoren

Die meisten Reformatoren, die ich kenne, wollten keine neue Kirche, sondern eine katholische Kirche, die wieder zu den Wurzeln der Bibel, zu Jesus Christus, zurück kehrte. Störend war da vor allem der Ablasshandel (man entkommt dem Fegefeuer nur durch Geld), der Prunk in der Kirche, die Heiligenverehrung und die Käuflichkeit der geistlichen Titel. 

Antwort
von Viktor1, 69

Hallo,
Diese Frage wird hier regelmäßig etwa alle 6 Wochen gebracht. Diese sind jetzt wieder um weshalb du dran bist.
Doch Spaß beiseite. Hier die Antwort dazu welche ich vor 12 Wochen gebracht und dann vor 6 Wochen hier rein kopiert habe.

Der wesentliche Unterschied (wenn du den wissen willst) liegt in der Heilslehre. Die Heilslehre ist die Grundaussage jeder Religion egal wie das "Heil" verstanden wird.

Die Heilslehre beinhaltet immer das Heilsziel und den Heilsweg.
Bei fast allen christlichen Konfessionen bzw. Religionsgemeinschaften ist
das Ziel (fast) gleich. Die Unterschiede finden sich im Weg.
DieKonfessionen aus der Reformation lehren, daß das (transzendente)Heil
des Menschen allein durch die Gnade (Gottes) (Sola gratia) bewirkt wird
und durch "Glaube" (Sola fide) Die Quellen dazu sind vor allem Auszüge aus
den Schriften von Paulus - nicht die Botschaft Jesu.
Die kath. Kirche lehrt, daß der Heilsweg durch Jesus vorgegeben ist - das Tun der (höheren) Gerechtigkeit = Zuwendung und Liebe zu unserem Mitmenschen.
Quelle ist die Botschaft Jesu in den Evangelien welche dies durchgehend
heilsnotwendig einfordert. Jesus identifiziert sich sogar mit diesem
(Heils-) Weg. ".....ich bin der Weg die Wahrheit (=Erkenntnis) und das Leben "(welches zum Heil führt).
Natürlich bejaht die kath. Kirche auch die präsente "Gnade Gottes", welche denen zu teil wird, welche darum bitten,sie annehmen und anderen gewähren. (z.Bsp.u.a. im V.U. "..vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben..")
Dies gestaltet sich auch in den Sakramenten der kath. Kirche , deren Anzahl
und Verständnis (teils) unterschiedlich zu den Kirchen aus der
Reformation ist.
Außerliche und nachrangige Unterschiede werden dir hier ja von anderen vorgetragen, leider teils ungenau oder auch falsch.
(bzw. auch mit polemischen Seitenhieben auf die kath. Kirche)

Gruß Viktor

Die Begriffe "Sola gratia" und "Sola fide" z. Bsp. bei Wikipedia nachlesen.   

Kommentar von kyseli ,

Was ist denn das "Heil" dies gibt es doch im deutschen Sprachgebrauch gar nicht? ...Heilsziel...ich kenne nur noch das Heil .itler 

Kommentar von Viktor1 ,

Dämliche Unwissenheit, dämlicher Kommentar.
Richtig, du weiß ganichts - warum mußt du damit noch hausieren gehen ? Bist sogar zu faul, diesen Begriff z.Bsp. mal bei Wiki einzugeben, ehe du hier das Maul aufreißt.
Peinlich.

Kommentar von wolfruprecht ,

Wenn dein Kommentar wirklich ernst gemeint ist, dann ist das mehr als nur peinlich. Für solche Bildungslücken würde ich mich richtig schämen. Zumindest wäre ich da mit entsprechenden Kommentaren vorsichtig.

Kommentar von stonedog ,

Eine unvollständige, z.T. falsche und gegenüber Protestanten polemische Antwort. Es sind nicht bloß sola gratia und sola fide, sondern auch solus Christus und sola scriptura. Dass Protestanten sich nicht nach der Botschaft Jesu richten, ist verleumderischer Quatsch.

Kommentar von Viktor1 ,
Eine unvollständige, z.T. falsche und gegenüber
Protestanten polemische Antwort.

Das ist jetzt erst mal ein Statement. Du hast dafür wohl auch Belege - oder ?
Tatsache ist, daß sich keine der "4 Solis" direkt auf die Botschaft Jesu beziehen.

Dass Protestanten sich nicht nach der Botschaft
Jesu richten, ist verleumderischer Quatsch.

Richtig. Gott sei Dank haben viele evangelische Christen auch die Botschaft Jesu praktisch drauf. Ich habe dies auch nicht bestritten, so daß sich da Jemand düpiert fühlen könnte.
Die Lehre (Rechtfertigungslehre), welche hier angesprochen ist, die der Konfessionen aus der Reformation ,ist aber eben so wie ich es sagte da kannst nix machen,(Augsburger Bekenntnis 1530 Art.4) und diese hat sich auch nicht geändert.
Widerlege doch meine Aussage (bzw. die Tatsache), daß Jesus das Heil des Menschen von TUN der "größeren Gerechtigkeit"(=Nächstenliebe) abhängig gemacht hat.
Ich kann belegen, daß er hat. Nicht nur nach Mt.25,34-40 u.v.a. Die ganzen Seligpreisungen basieren auf dem TUN.
Auch Paulus, der für die ref. Theologie immer als Beleg herhalten muß bestätigt in Röm.2,6-7 und 2,13-16 was Jesus lehrt und auch daß der Glaube (Sola fide ??) nur zählt wenn er sich durch tätige
bestätigt (Gal.5,6),

Kommentar von stonedog ,

Tatsache ist, daß sich keine der "4 Solis" direkt auf die Botschaft Jesu beziehen.

Solus Christus soll sich nicht auf die Botschaft Christi beziehen?? Es ist nur in der Botschaft Christi begründet.

"größeren Gerechtigkeit"(=Nächstenliebe)

Das ist eine falsche Gleichsetzung. Gott, Jesus oder die christliche Ethik lassen sich nicht auf die Nächstenliebe reduzieren.

Die ganzen Seligpreisungen basieren auf dem TUN.

Auch das ist nicht korrekt. "Selig sind die die geistlich arm sind, selig sind die die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, selig sind die die reinen Herzens sind" hat alles grundsätzlich nichts mit dem Tun zu tun

Auch Paulus, der für die ref. Theologie immer als Beleg herhalten muß
bestätigt in Röm.2,6-7 und 2,13-16 was Jesus lehrt und auch daß der
Glaube (Sola fide ??) nur zählt wenn er sich durch tätige
bestätigt (Gal.5,6),

In dem Brief steht "der Glaube, der durch die Liebe tätig ist", das "Nur" ist nur eine Interpretation, denn man kann die Stelle genauso gut dahin verstehen, dass jeder echte Glaube tätig wird.

Kommentar von Viktor1 ,

Alles was du da bringst sind Statements. Sie haben keinen realen Bezug zur Botschaft Jesu oder den Gegebenheiten  welche sich aus den Schriften des NT oder andererseits den  Lehren aus der Reformation ergeben.

Solus Christus soll sich nicht auf die Botschaft
Christi beziehen?....
Gott, Jesus oder die christliche Ethik lassen
sich nicht auf die Nächstenliebe reduzieren...
In dem Brief steht "der Glaube, der durch die
Liebe tätig ist", das "Nur" ist nur eine
Interpretation,

Wie schon gesagt, du bringst nur "hinterfragende" Statements also nichts.
Tatsache ist "Solus Christus" (Heil und Erlösung durch den Opfertod  Jesu) hat keine Entsprechung in der Botschaft Jesu sondern ist eine Lehre, welche sich (einseitig) auf  Paulus bezieht.
Jesus selbst hat die Erlangung des Heils (nur darum geht es in diesem Disput) auf die Nächstenliebe reduziert - ich habe die eindeutigen Schriftstellen gebracht. Du kannst diese natürlich mit bekannter reformatorischer Ignoranz übergehen oder neu interpretieren ?? wie du dies mit der Aussage von Paulus zum Glauben versucht hast?
Willst du tatsächlich dem "Glauben an sich" einen heilbringenden Wert zuschustern ? Da gibt es ja noch den Jakobusbrief.  Auch ignorieren, uminterpretieren damit es passt ?
Außerdem bringst du noch Jesus und Gott ins Spiel in einem Zug mit christlicher Ethik. Das ist der Nebel, den ich "so sehr liebe". Nichts sagen nichts belegen, "neue Kisten aufmachen".
Die Seligpreisungen beziehen sich auf die, welche die gerechte Gesinnung bei ihrem Tun haben, was sonst.(die Sanftmütigen, die mit reinem Herzen handeln usw.
Also laß dir mal was besseres einfallen, so liegst voll daneben.
Tatsache ist, daß die reform.Lehre versucht hat, die Botschaft Jesu zu kastrieren zu einer unfruchtbaren nichtssagenden "Lehre".
Dafür ist Jesus nicht gestorben und mit Sicherheit mußte er nicht für unsere Sünden "geopfert" werden, wie es heidnische Götter einforderten.

Kommentar von stonedog ,

Vielleicht willst du nicht richtig lesen, vielleicht kannst du es nicht, Tatsache ist - um deine Lieblingsformulierung zu bemühen - deine sachliche Argumentationsfähigkeit und deine Bibelkenntnisse lassen zu sehr zu wünschen übrig.

Kommentar von Viktor1 ,
deine sachliche Argumentationsfähigkeit und 
deine Bibelkenntnisse lassen zu sehr zu
wünschen übrig.

Ist das alles was du zu bieten hast ? Keine einzige Widerlegung meiner Ausführungen, wieder nur ein Statement.
So sehen Verlierer aus. Und  dabei will ich hier garnicht daß Jemand verliert, sondern daß man Erkenntnisse gewinnt. Sei mal ehrlich, hast du irgendwas gebracht was nur annähernd nachvollziehbar ist, sowohl logisch oder aus den Schriften belegt.
Du hättest es doch in der Hand - aber nichts von dem.
Du hast dich von Anfang an mit deiner ersten Gegenhaltung verrannt und kommst da nicht mehr raus.

Kommentar von stonedog ,

Ich habe deine Ausführungen widerlegt, mit Bibelstellen belegt. Der einzige, der das nicht erkennt, bist du. Deine Aggressivität macht deine Äußerungen nicht wahrer.

Antwort
von Ottavio, 54

The Allisons hat die Gemeinsamkeiten betont. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn nicht die Frage ausdrücklich auf die Unterschiede gerichtet wäre. Bei aller Ökumene gibt es davon aber doch noch einige, die er nicht benannt hat. In der katholischen Kirche gibt es sieben Sakramente: Taufe, Abendmahl, Beichte und Vergebung, Firmung, Ehe, Priesterweihe, Letzte Ölung. In der evangelischen gibt es nur zwei: Taufe und Abendmahl. In der katholischen Kirche dürfen nur Priester die Sakramente spenden (mit Ausnahme der Ehe. Dieses Sakrament spenden sich genau genommen die Eheleute gegenseitig.), in der evangelischen alle Gläubigen. Das Abendmahl gibt es in der evangelischen K. für alle in beiderlei Gestalt (Brot und Wein), in der katholischen K. i.A. nur für geweihte Priester. Die evangelische K. anerkennt die katholische Taufe, umgekehrt ist das nicht der Fall. Die evangelische K. ist Mitglied im Weltbund der Kirchen, die katholische nicht. Die katholische Kirche kennt ein Fegefeuer, die evangelische nicht. Die katholische Kirche kennt Dogmen (Das letzte von Pius XII: Auch Maria wurde "unbefleckt" empfangen.), die evangelische nicht. Bei aller Ökumene - es noch einige Unterschiede.

Kommentar von Chichiri ,

Zur Vervollständigung: In der katholischen Kirche gibt es die Kommunion auch in beiderlei Gestalt. Und nicht nur der Pfarrer trinkt aus dem Kelch. An einigen Hochfesten empfängt die Ganze Gemeinde die Kommunion in zwei Gestalten.

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