Frage von WastedYout, 105

Unterschied zwischen Alkohol und Antidepressiva?

Viele Menschen trinken ja Alkohol um ihren Kummer und ihre Traurigkeit zu unterdrücken aber aus diesen Gründen Kriegen ja auch viele Antidepressiva verschrieben also wo ist der Unterschied? Beides kann eine Depression verschlimmern, beides kann tödlich sein und zu körperlichen Schäden führen. Wieso wird also das eine akzeptiert und das andere nicht obwohl es im Grunde das gleiche ist?

Antwort
von MedIudex, 25

Hallo WastedYout,

woher hast Du diese Ansichten? Alkohol und Antidepressiva sind und wirken grundverschieden. Alkohol unterdrückt auch nicht die Traurigkeit, sondern "benebelt" nur das Bewusstsein. Alkohol wirkt vor allem hemmend auf das ZNS. Das unterdrückt auch nicht die Traurigkeit oder den Kummer (oder hast Du schon mal einen saufenden Depressiven plötzlich herzhaft lachen sehen?) sondern betäubt die gesamte Wahrnehmung.

Antidepressiva greifen in den Stoffwechsel der Neurotransmitter ein, der bei Depressionen gestört ist (v.a. Serotonin). Antidepressiva verschlimmern eine Depression auf keinen Fall. Das einzige, was passieren kann, ist, dass eine bestimmte Wirkstoffklasse nicht ausreichend wirkt und dann durch eine andere ersetzt werden muss. Der Effekt ist eine nachhaltige Stimmungsaufhellung und (je nach Präparat mehr oder weniger) Antriebssteigerung, welche zudem einer wirksamen weiteren Therapie (Psychotherapie, Verhaltenstherapie, CBASP, IPT etc.) zugänglich machen. Durch Antidepressiva wurden auch schon viele Menschen von einer Depression geheilt. All das erreichst Du durch Alkohol überhaupt nicht.

Die von Dir angesprochenen Nebenwirkungen, die angeblich gleich sein sollen, sind auch nicht korrekt.

Alkohol schädigt den Körper (v.a. Leber, Gehirn und Herz) weitaus mehr, als Antidepressiva. Auswirkungen auf die Leber, Nieren, Herz oder Gehirn sind bei Antidepressiva in ärztlich überwachter therapeutischer Dosis gar nicht zu erwarten.

Auch die Nutzung von Alkohol anstelle von Antidepressiva ist eher auf selbstverletzendes Verhalten (z.B. im Rahmen eines synthymen Wahns oder dergleichen) zurückzuführen anstatt auf einen "Therapieversuch". Auch darin (also der Nutzungsintention: Motivation/Wille, das Problem zu lösen vs. schlichte Betäubung und weglaufen) unterscheiden sich Antidepressiva und Alkohol erheblich.

Und zuletzt: Warum stellst Du die Frage, wenn Du doch eine richtige Antwort (angenommen wegen Deiner latent aggressiven Antwortkommentare unter bereits gegebenen Antworten) gar nicht hören willst, solange sie Deiner fragwürdigen Sicht auf Antidepressiva nicht entspricht?

Gruß,

MedIudex


Kommentar von WastedYout ,

Erstmal Leber und Nieren Schäden treten egal bei welcher Dosis Antidepressiva auf und es löst genauso wenig die Probleme wie Alkohol! Für mich sieht ne Therapie auch anders aus als Leuten irgendwelche Tabletten zu geben damit sie ihr leben als lebenswert Ansehen mal ganz davon abgesehen kennst du irgendwelche Leute die durch Antidepressiva kaputt gegangen sind? Es gibt effektivere Wege als Antidepressiva oder  Alkohol eine Depression zu behandeln die auch weit nicht so gefährlich sind und auch nachhaltig helfen. LG Wasted

Kommentar von MedIudex ,

Hallo WastedYout,

Schäden treten nicht bei jeder Dosis auf, das stimmt so nicht.

Dass Abtidepressiva Probleme lösen, habe weder ich noch sonst wer behauptet.

Abgesehen davon ist das Ziel einer Therapie mit Antidepressiva nicht, dass allein die Antidepressiva das Problem oder die Depression richten sollen, sondern sie sollen als Teil eines Therapiekonzepts dem erkrankten Menschen weitere Therapien ermöglichen, z.B. Psychotherapien, in deren Rahmen er befähigt wird, seine Probleme -mit Hilfe von Therapeuten, Ärzten etc.- selbst zu lösen und so aus seiner Depression herauszukommen. Nur so kann ein nachhaltiger Effekt erreicht werden.

Gruß,

MedIudex

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 14

Alkohol und Antidepressiva wirken absolut verschieden.

Alkohol unterdrückt die Gefühle in erster Linie. Es wikt zudem dämpfend auf das zentrale Nervensystem (ZNS). Alkohol beeinflusst die GABA-Rezeptoren im Gehrin und im Rückenmark. Diese sind für die Beruhigung des Menschen zuständig.

Konkret sorgt Alkohol dafür, dass mehr des Botenstoffes GABA ausgeschüttet wird. Dies führt dazu, dass nach dem Konsum der Speicher leer ist und sich erst wieder aufbauen muss. Desshalb auch der Hangover nach dem Konsum.

Antidepressiva hingegen wirken primär auf den Botenstoff (das Hormon) Serotonin, in dem es die Wiederaufnahme des besagten Hormones hemmt. So steht dem Gehrin mehr Serotonin zur Verfügung ohne das der Speicher entleert wird.

Im unterschied zu Alkohl dämpfen Antidepressiva nicht, sie wirken sogar (meist) antriebssteigernd. Das Ziel von Antidepressiva ist also nicht die Gefühle zum dämpfen (wie es bei Alkohol der Fall ist), sondern die Gefühle wieder wahrnehmen zu können.

Wie es in deinen Komentaren richtigerweise steht, können Antidepressiva die Depressionen in den ersten Wochen sogar verschlimmern, bevor das Medikament nach einigen Wochen antidepressiv wirkt.

Ein weiteres Problem aller psychoaktiven Substanzen (wie Alkohol und Antidepressiva) ist, dass nicht genau vorhersehbar ist wie sie wirken. Manche Menschen werden durch Alkohol agressiv, manche liegen nur noch in der Ecke.

Bei Antidepressiva ist die Wirkung im gegensatz zu Alkohol besser kontrollierbar. Es gibt eine grosse Anzahl Menschen, die nicht ausreichend auf Antidepressiva reagieren, doch die Anzahl der Verschlimmerungen in den ersten Wochen der Einnahme ist überschaubar.

Ein Alkoholiker (nicht alle) wird sagen, dass es ihm mit Alkohol gut geht. Doch ist er abhängig von der Substanz und irgendwann wirkt diese nicht mehr (Toleranzentwicklung/Trinkfestigkeit) und die Ganzen Probleme kommen in verstärkter Version wieder hoch (rebound-effekt).

Jemand der Antidepressiva nimmt wird nicht süchtig. Ein rebound-effekt ensteht dann, wenn er das Antidepressiva absetzt und die Depressionen immer noch nicht vorbei sind.

Es bringt absolut nichts gegen Antidepressiva zu sein. Ja diese Medikamente haben schlimme Nebenwirkungen und wirken nicht bei allen gleich gut, doch sind sie 1000x besser als Alkohol was Depressionen anbelangt.

Wie Antidepressiv funktionieren wird auch in diesem Clip beschrieben:


Kommentar von WastedYout ,

Spätestens wenn du nen Menschen kennst der dran kaputt gegangen ist wirst du meine Meinung verstehen....

Kommentar von samm1917 ,

Ich habe mehr Menschen an Alkohol kaputtgehen sehen gegen als an Antidepressiva. Ich kenne aus der Klinik sehr viele die Antidepressiva genommen haben und es ihnen geholfen hat. Ich habe jedoch noch nie jemanden gesehen, dem Alkohol längerfristig geholfen hat.

Antwort
von ulrich1919, 48

Nein es ist natürlich NICHT gleich, das weisst Du selbst auch (hoffentlich)

Du schreibst: ,,Viele Menschen trinken ja Alkohol um ihren Kummer und ihre Traurigkeit zu unterdrücken".
Erstens wird mit Alkohol die Traurigkeit nicht unterdrückt, sondern übertüncht.
Zweitens ist Depression etwas anders als nur ,,Kummer und Traurigkeit".    Kummer und Traurigkeit haben externe Ursachen, meistens irgendwelche Ereignisse oder Umstände.
Depression wird vielleicht ausgelöst durch externe Umstände, aber die Ursache ist im Körper und Geist des Patienten.

Bekanntlich haben Antidepressiva viele unangenehme Nebenwirkungen, aber sehr selten werden die Depressionen dadurch stärker. Im Gegensatz zu Alkohol, der nie Probleme löst und nur  unangenehme Nebenwirkungen hat.

Kommentar von WastedYout ,

Seit wann lösen Antidepressiva Probleme? Es ist schon seit langem bekannt das Antidepressiva eine Depression verschlimmern kann. Was eine Depression ist musst du mir nicht erklären.

Antwort
von webheinerle, 11

Alkohol ist ein Nervengift, das recht unkontrolliert wirkt, während Antidepressiva Medikamente sind, die eine Wirkung gezielt und dosiert erreichen. Kennst du einen Fall, dass jemand seine Derpession mit Alkohol in den Griff bekam. Aus deiner Frage läßt sich schließen, dass du nicht weißt, was eine Depression eigentlich ist und dem Irrglauben aufsitzt, Depression wäre einfach nur miese Laune.

Eines ist jedenfalls klar: die Wahrscheinlichkeit, dass man vom Alkohol eine Depression bekommt ist ungleich höher als das Gegenteil!

Antwort
von kimala00, 36

Also bei mir hilft Antidepressiva und habe so gut wie keine/nie Nebenwirkungen ausser am Anfang war ich sehr müde und schlief viel einfach ein (natürlich nur zu Hause).

Natürlich kommt es auf die Art von Antidepressiva darauf an, aber das Medikament was ich nehme sollte das Serotonin (Glücksgefühl) für längere Zeit anhalten lassen, da es in dem meisten Fällen zu grossen und schnellen Gefühlsschwankungen neigt. Das Serotonin setzt sich im Grunde wie auf einer Plattform im Gehirn an und dadurch erhält man das 'Glücksgefühl'. Das Medikament sollte wie gesagt entgegenwirken, dass das Serotonin ZU schnell wieder verschwindet und man dadurch relativ schnell, grosse und extreme Gefüghlsschwankungen hat.

Ich hoffe mein Beitrag hat dir etwas geholfen!

Kommentar von WastedYout ,

Naja Alkoholiker sagen auch das es ihnen gut geht (will dir nichts unterstellen weil letztendlich zählt nur das du selber denkst das es dir gut geht) aber es gibt auch viele Menschen die dran kaputt gehen.

Kommentar von kimala00 ,

ja das ist klar und man kann an sovieles/allem kapput gehen. Ich verstehe auch das aber wie kamst du überhaupt auf diese Frage? 😅

Kommentar von WastedYout ,

Erstmal habe/hatte ich zwei Menschen in meinem Bekanntenkreis/Familie denen auf Grund von Antidepressiva das Leben völlig kaputt ging und das selbe sagt man ja auch bei Alkohol und also frage ich mich wo jetzt der Unterschied ist.

Antwort
von Dreamcatcher28, 3

Alkohol und Antidepressiva sind von Grundauf völlig verschieden. Alkohol ist keine dauerhafte Lösung, führt zu einer Verschlimmerung und zu einem Suchtproblem. Antidepressiva unterdrücken die depressiven Gedanken/Gefühle usw und helfen auf längere Sicht hin.

Antwort
von Matzesmaus, 39

Sorgen können schwimmen, Alkohol nützt also nichts. Wenn der Rausch vorbei ist, ist der Kummer immer noch da.

Kommentar von WastedYout ,

Das gleiche ist es auch bei Antidepressiva

Antwort
von nnn020422, 30

Hier beantworten mega viele schon deine frage. Hier sollte man eher fragen ob du überhaupt den unterschied kapieren willst. 

Ich selber kann von mir reden da ich zwei verschiedene antidepressiva zu mir nimm. Ja es KANN schädliche ursachen haben ja es KANN Nebenwirkungen geben, aber sobald ich eine nebenwirkung haben sollte die schlimm sein sollte nimmt man auch ein anderes antidepressivum. 

Alkohol ist weitaus nicht das selbe wie antidepressiva. Alokohol und drogen machen nicht nur ,,jey jetzt gehts mir gut" sondern sie können deine wahrnehmung verändern. Bei alkohol läufst du nicht mehr gerade aus, du kannst handgreiflich werden oder dir kann was anderes passieren weil du nicht imstande warst dafür zu denken. 

Antidepressiva verschafft dir einen klaren kopf. Sie macht dich nicht Glücklich, sie hilft dir nicht NUR depressionen zu unterdrücken. Ich z.b. Leide noch unter ptbs zwänge, angststörungen und schlafstörungen, während die mich nicht nur glücklicher machen sollten SONDERN seiddem ich sie nimm wurden meine Zwänge weniger, wurden meine Ängste weniger, konnte ich besser schöafen. Seiddem das alles ist, KANN ICH BESSER DIE THERAPIE MACHEN UND HABE DAFÜR EINEN KLAREN KOPF. 

Die antidepressiva helfen dir nicht glücklicher zu werden, denn es ist nicht das ziel das du ein lebenlang die nimmst. Sie helfen dir für den Moment der therapie für diese Jahren wo man in therapie istoder selbst da wo man pausen macht, das du mit all deinen problemen besser klar kommst, damit du in der therapie darüber reden kannst, und danach setzt man nach und nach die medikamente ab aber man hat davor schon besprochen was man gegen was machen kann zumal antidepressiva nicht die probleme löst und du ganz glücklich bist oder gar keine zwänge mehr hast, so dern sie dämpfen sie nur. Ich habe nicht mehr so viele zwänge. Statt das ich1 stunde lang am rum sekeln bin, habe nimm ich dafürnur noch 15 minuten in anspruch. 

Und alkohol würde meine zwänge oder so nicht unterdrücken. Und ichwürde nur eine weitere sucht entwickeln. 

Während man dann wenigerbelastung hat kann man sich ein wenig besser auf die therapie konzentrieren. Und auch auf den ganzen alltag. 

Ich hoffe damit hat sich deine frage geklärt. Ansonsten kann dir niemand mehr weiter helfen. 

Antwort
von XxSophiemariexX, 6

Man darf alkehol und Antidepressiva nicht mit einander vergleichen . Alkehol ist wie eine Droge du kannst schnell abhängig werden und es schaded deiner Gesundheit . Antidepressiva soll Menschen gezielt helfen es gibt sehr viele verschiedene Arten von depresiva Tabletten ich nehme selbst welche und hatte auch schon ein paar probiert es wird so lange probiert bis man den richtigen wirkstoff gefunden hat und dan muss man halt nur noch die richtige Menge finden das kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen ich hab immer noch nicht die richtige Dosierung mit meiner Ärztin gefunden . Antidepressiva haben aber natürlich auch neben Wirkungen und können das ganze verschlimmern dann sollte man sofort schalten und das ganze so schnell wie möglich absetzten . Aber sonst sollten die depresiva Tabletten das leben erleichtern. Natürlich wird man auch irgendwie nach einer Zeit nach den Tabletten süchtig da man das Gefühl hat das es ohne sie nicht mehr geht deswegen wurde es auch wenn die Ärzte denken man kann wieder ohne leben auch nur sehr langsam. Und in zusammen Arbeit des Patienten abgesetzt

Antwort
von Sillexyx, 40

Das Antidepressiva tödlich sind habe ich noch nie gehört, ausser man nimmt zu viele und will sich umbringen. Ich nehme schon 10 Jahre Antidepressiva ndr habe keineNebenwirkungen ,  mein Blut ist in Ordnung und mir geht es besser. Alkohol ist eine Droge, wo man leicht dran kommt. 

Kommentar von FelinasDemons ,

Das lustige ist, dass Antidepressiva so sind, dass man bei einer Überdosis nicht sterben kann😅Totaler Mist, der Vergleich also.

Kommentar von WastedYout ,

Alkohol ist auch nicht tödlich wenn man sich nicht umbringen will. Antidepressiva verursachen wie Alkohol Leber und Nierenschäden. Aha mit Antidepressiva kann man sich also nicht umbringen? Guck dir mal die ein oder andere Statistik an.  

Kommentar von Chillersun03 ,

Antidepressiva verursachen wie Alkohol Leber und Nierenschäden.

Tun sie nicht. Wenn das passiert sind das Einzelfälle.

Aha mit Antidepressiva kann man sich also nicht umbringen?

Mit den neuen antidepressiva wie den SSRIs kann man sich tatsächlich nicht umbringen, die tödliche Dosis liegt hier über 1000 Tabletten die man nehmen müsste. Bei den Trizyklika ist die tödliche Dosis geringer, aber immernoch wesentlich höher als beim Alkohol.

Kommentar von FelinasDemons ,

A-ha. Dann sind's wohl falsche Statistiken. Wo bitte liegt der Sinn, einer depressiven Person Tabletten in die Hand zu drücken, deren Überdosis tödlich ist? Klar kommt der ein oder andere darauf sich damit zu töten.

Antwort
von almutweber, 15

Antidepressiva werden vom Arzt verordnet, richtig eingesetzt und korrekt angewandt und führen nicht zur Abhängigkeit. Saufen macht dich abhängig.

Antwort
von Klopille, 37

Das sind 2 grundverschiedene dinge


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