Frage von HkBr97, 89

Unterschied Dopplersonographie Sonographie?

Könnte ne blöde Frage sein aber besser fragen als dumm zu bleiben

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von garfield262, 38

Moin,

zunächst gibt es die Sonographie, also ein auf (Ultra)Schallwellen beruhendes bildgebendes Verfahren. Die Sonographie hat im Allgemeinen diverse Spitznamen, z.B. wird sie im Bereich des Herzultraschalls oft kurz als „Echo“, im Bereich des Abdomens (Bauch) als „Sono“, im Bereich der Angiologie (Gefäßmedizin) als Duplex und so weiter bezeichnet, obwohl die Untersuchungsmethode im Grunde die gleiche ist.

Das, was ein Laie meist sofort als ein Ultraschallbild identifizieren kann, ohne die Strukturen selbst benennen zu können, ist das 2D-Bild. Je nach verwendetem Schallkopf ist dieses Bild meist ein schwarz-weißes, verschiedene Grautöne enthaltendes Bild, welches oben spitz oder stumpf zuläuft und unten nach außen gewölbt ist. Die ersten Ultraschallbilder sahen allerdings anders aus. So gab es den A- und den B-Mode, welche im Grunde nur eine Dimension (die Tiefe) dargestellt haben und dementsprechend noch schwerer zu interpretieren sind. Diese werden heutzutage jedoch nur noch selten verwendet.

Alle nun folgenden Darstellungsvarianten sind nur Modi, die je nach Gerät unterstützt werden:

M-Mode: Dieser Modus (das M steht für Motion, also Bewegung) zeichnet die Bewegung in dem angezeigten Sektor graphisch in Abhängigkeit von
der Zeit auf. Das erscheinende Bild ist vergleichbar mit einem Filmstreifen,
der früher in Kinoprojektoren eingespannt wurde. Man sieht auf diesem Streifen also, wie sich die betrachtete Struktur über die Zeit bewegt. Einziger
Unterschied zur Filmrolle-Analogie ist, dass die Filmrolle einzelne Bilder
enthält während der M-Mode fließende Übergänge hat.

Farbkodierte Dopplersonographie: Dieser Modus, kurz auch als Farbdoppler bezeichnet, stellt unter Zuhilfenahme des namensgebenden Doppler-Effekts Bewegungen dar. Damit werden in erster Linie Flussrichtungen von Flüssigkeiten wie Blut, Galle etc. dargestellt. Auch die
Bewegung des Gewebes kann dadurch sichtbar gemacht werden, dazu später. Der Doppler-Effekt besteht in der Addition von Ausbreitungsgeschwindigkeit der (Schall)Wellen und Geschwindigkeit des die (Schall)Wellen emittierenden bzw. reflektierenden Objekts. Dadurch verändert die Bewegung des Objekts die Wellenlänge der (emittierten oder reflektierten) (Schall)Wellen. Dieser Unterschied ist z.B. auch im Straßenverkehr als veränderte Tonlage eines schnell vorbeifahrenden
Fahrzeugs hörbar. Das Ultraschallgerät detektiert diesen Effekt ebenfalls,
kennzeichnet das Objekt (in dem Fall z.B. Blut) farblich als auf den Schallkopf zu- oder von ihm wegbewegend und stellt die Objektgeschwindigkeit ebenfalls farblich dar. Dadurch können z.B. abnorme Blutflüsse durch die Herzklappen entdeckt werden.

cw-Doppler/pw-Doppler: Auch hier wird sich der Doppler-Effekt zur Bewegungsdarstellung genutzt. In diesem Fall wird jedoch in erster Linie auf die Beschleunigung des Objekts (anstatt auf die Geschwindigkeit) geachtet und akustisch dargestellt. Die Töne des pw/cw-Dopplers sind recht charakteristisch und selbst die meisten Laien könnten ihn vermutlich identifizieren. cw steht dabei für „continuous wave“, also „kontinuierliche Welle“ und pw für „pulsed wave“, also „pulsierende Welle“. Diese beiden Messmethoden werden für unterschiedliche Zwecke verwendet. cw-Doppler ist eher geeignet, um hohe Strömungsgeschwindigkeiten entlang einer
kompletten Messstrecke zu messen, pw-Doppler hingegen, um niedrige
Strömungsgeschwindigkeiten an einer bestimmten Stelle zu messen

Duplex: Dieser meist in der Angiologie verwendete Begriff beschreibt die Kombination aus optischer Bewegungsdarstellung mittels Farbdoppler und akustischer Bewegungsdarstellung mittels pw/cw-Doppler. 

3D: Moderne Geräte können durch besondere Technik ein 3D-Bild erzeugen und so z.B. eine Herzklappe oder einen Fötus im Mutterleib als 3D-Bild darstellen.

TDI: Das insbesondere in der Echokardiographie (Herzultraschall) verwendete TDI (Tissue Doppler Imaging, Gewebe-Dopplerdarstellung) wird genutzt, um Bewegungen des Gewebes darzustellen (gleiches Verfahren wie beim herkömmlichen Farbdoppler). In der Echokardiographie wird dieses Verfahren in erster Linie genutzt, um auf eine sogenannte diastolische Dysfunktion hin untersuchen können.

Es gibt noch diverse weitere Verfahren, aber ich denke, die wichtigsten nun genannt zu haben. Das alles klingt recht kompliziert und das ist es auch. Ich hoffe, dass ich deine Fragen dennoch soweit beantworten konnte. Falls du noch Fragen hast, stell sie natürlich gern.

Lieben Gruß ;)

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Medizin, 27

Bei einer Sonographie (oft nur schwarz-weiß) können Blutgefäße nicht so gut beurteilt werden, dann wird eine Dopplersono gemacht, bei der Blutfluss farbig dargestellt wird.

Antwort
von 1995sa, 25

Sonographie=Ultraschall
Dopplersonographie=Ultraschall an den Blutgefäßen in der Armbeuge und am Fußrücken

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