Frage von rbeier, 21

Unterschied bei Versicherungen zu qualifizert angemahnter Betrag und Fälligkeit?

Mir liegt hier ein Schreiben einer Versicherung meiner verstorbenen Oma vor.

In diesem Schreiben das als letzte Mahnung deglariert ist befindet sich eine Auflistung mit

1) Qualifiziert angemahnter Betrag XXX,XX Euro 2) Fälligkeiten XXX,XX Euro 3) Demnächst fällig XXX,XX Euro

Auch wenn die Versicherung nicht mehr beglichen werden muss würde mich doch einmal interessieren, was denn nun der Unterschied zwischen dem qualifiziert angemahnten Betrag und den Fälligkeiten ist.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Xipolis, 11

1.)

Mit dieser Summe ist Deine Oma in Verzug, die Summe ist also überfällig und es wurde nachweislich gemahnt. In der Konsequenz bedeutet dies, dass auf die Summe auch Verzugszinsen und Ersatz des nachweislichen Verzugsschadens verlangt werden können

§ 286 Abs. 1 Satz 1 BGG

Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug.

§ 280 Abs. 1 u. 2 BGB

(1) Verletzt der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis, so kann der Gläubiger Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verlangen. Dies gilt nicht, wenn der Schuldner die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.

(2) Schadensersatz wegen Verzögerung der Leistung kann der Gläubiger nur unter der zusätzlichen Voraussetzung des § 286 verlangen.

§ 288 Abs. 1 u. 4 BGB

(1) Eine Geldschuld ist während des Verzugs zu verzinsen. Der Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.

(4) Die Geltendmachung eines weiteren Schadens ist nicht ausgeschlossen.



2.)

Die Summe ist unverzüglich zu zahlen, der Gläubiger kann jederzeit den Betrag mahnen und damit den Verzug auslösen.

§ 271 Abs. 1 BGB

Ist eine Zeit für die Leistung weder bestimmt noch aus den Umständen zu entnehmen, so kann der Gläubiger die Leistung sofort verlangen, der Schuldner sie sofort bewirken.

3.)

Der Betrag ist muß (noch) nicht bezahlt werden, da er noch nicht fällig ist. Da Deine Oma vor Eintritt der Fälligkeit verstorben ist, kann es sehr gut sein, dass die Versicherung keinen Anspruch mehr auf diesen Betrag hat. Das müsste dann dem Versicherungsvertrag zu entnehmen sein.

§ 271 Abs. 2 BGB

Ist eine Zeit bestimmt, so ist im Zweifel anzunehmen, dass der Gläubiger die Leistung nicht vor dieser Zeit verlangen, der Schuldner aber sie vorher bewirken kann.

Antwort
von planplants2, 21

Die Fälligkeit ist immer der Termin, an dem der nächste Beitrag "fällig" ist. Da wird also nix angemahnt oder so, es ist einfach eine reguläre Beitragsrechnung zum jetzt fälligen Betrag.
Eine Mahnung bedeutet, dass eben diese Fälligkeit überschritten und nicht gezahlt wurde, bis gemahnt wird. Dies ist dann meist auch mit Mahnkosten verbunden.
Bezahlt werden muss die Versicherung bis zum Todestag.
Wenn dies nicht gemacht wurde, muss dieser Beitrag noch beglichen werden.
Ansonsten möchten die Versicherer zur Bestätigung eine Kopie der Sterbeurkunde, falls ihr das noch nicht erledigt habt.

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