Frage von Doni222, 26

Unterscheidung moralischer/ethischer Argumentation?

Ich habe eine Frage zu Moral und Ethik. Die Ethik ist ja eigentlich die Wissenschaft der Moral, differenziert und überprüft sie. Wenn wir aber jetzt von konkreten Beispielen im Alltag ausgehen, wann spricht man von einer ethischen und wann von einer moralischen Argumentation?

Antwort
von Kanatar, 14

Es wird idR nicht zwischen ethisch und moralisch gut/schlecht unterschieden. Diese Begriffe werden meistens synonym verwendet. Vorherrschend ist aber der Begriff "ethisch", da er sich eher auf den logisch-wissenschaftlichen Bereich bezieht.

Antwort
von Lichtpflicht, 15

Im Alltag gibt es diese Unterscheidung leider nicht wirklich. Das ist ja das Problem. Wobei moralisch tendenziell eher den Gefühlsaspekt meint, und ethisch eher den logischen, refklektierten Aspekt.

Antwort
von Haldor, 7

Es gibt keinen Unterschied zwischen Moral und Ethik! Man sieht es schon an der Herkunft der Begriffe. Der deutsche Ausdruck „Moral“ geht über das französische morale auf das lateinische moralis (die Sitte betreffend; lat: mos, mores Sitte, Sitten) zurück, das im von Cicero neugeprägten Ausdruck
philosophia moralis als Übersetzung von êthikê (Ethik) verwendet wird.
Wer dennoch Unterschiedskriterien feststellt, handelt willkürlich,
argumentiert nach Geschmack.


Man macht nur Unterschiede innerhalb der Begriffe „Moral“ und „Ethik“. So ist die Moral einer Truppe oder einer Fußballmannschaft  etwas anderes als die christliche Moral (Nächstenliebe); und die institutionale Ethik (Hegel) ist etwas anderes als die allgemeine Ethik.

Allgemein ethisch handelt derjenige, der auch in seiner Einstellung und Seelensubstanz ein ethisch-moralischer, d.h. guter Mensch ist. Gemäß der institutionalen Ethik handelt derjenige, der sich strikt an die  Strafgesetze, eventuell auch an Treu und Glauben (im eigenen Interesse!) hält. Er braucht aber in seinem Inneren kein moralisch eingestellter Mensch zu sein. Allein dieses "ethische" Handeln gemäß der institutionalen Ethik verlangt der Staat von seinen Bürgern.

Wenn der Staat darüber hinaus strikt moralisches Verhalten im Sinne der christlichen Moral verlangt (Güte, Nächstenliebe, Rücksicht nach dem laede neminem-Prinzip (Schopenhauer: „Verletze niemanden, hilf jedem, soweit du kannst!“), landet er im Terror (s. Französische Revolution, wo man den tugendhaften Menschen mit Gewalt durchsetzen wollte: Tugend + Terror, sagte Robespierre).


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