Frage von fabivx, 32

Unterscheid zwischen sozialer und freier Marktwirtschaft?

Antwort
von berkersheim, 13

Gemeinsam ist beiden, dass es sich um theoretische Konzepte handelt. In der Realität wurde keines von beiden 1 zu 1 umgesetzt. Beide Konzepte sind unterschiedlich alt.

Freie Marktwirtschaft ist das ältere, erstmals beschrieben von Adam Smith. Einen industriellen Kapitalismus wie z.B. zu Marxens Zeiten gab es noch nicht. Die Freie Marktwirtschaft war sozusagen ein sehr idealistisch gedachter Gegenentwurf zum feudalen Merkantilismus. Es ging Smith um den Nachweis, dass freier Wettbewerb und Handel freier Bürger den Wohlstand aller weit mehr garantiert als eine von den Fürsten gegängelte Wirtschaft. Dieses Grundkonzept wurde von nachfolgenden Theoretikern (z.B. Ricardo) weiter ausgebaut. Grundlegende Vorstellung war ein (von Fürsten befreiter) Staat, der demokratisch gelenkt sich auf die wichtigsten Leitungsfunktionen eines Staates beschränkt und nicht eigenmächtig in die Wirtschaftsentscheidungen seiner Bürger eingreift.

Soziale Marktwirtschaft wurde als Konzept in den 30er und 40er Jahren entwickelt (z.B. Freiburger Schule). Das Konzept stützt sich weiter auf die Freie Marktwirtschaft, nimmt aber Anpassungen an die Realität vor. In den modernen Massengesellschaften hat der Staat nicht nur eine umfangreichere Rolle, er ist allein durch seine Größe z.B. als Arbeitgeber (Staatsbeamte und Öffentlicher Dienst) bereits ein Wirtschaftsfaktor, der klug geführt, stabilisierend wirken kann. Die Mittel seiner Finanzierung, Steuern und Gebühren, können auch zur Lenkung und als Möglichkeit des sozialen Ausgleichs genutzt werden. Die Aufgaben des modernen Staates mit den damit verbundenen Investitionen können zeitlich klug eingesetzt wirtschaftliche Schwankungen ausgleichen. Im Gegensatz zur "alten Freien Marktwirtschaft" spricht die Soziale Marktwirtschaft dem Staat eine aktive Wirtschaftsrolle zu.

Antwort
von Lxinaa, 19

Soziale Marktwirtschaft ist ein gesellschafts-
und wirtschaftspolitisches Leitbild mit dem Ziel, „auf der Basis der
Wettbewerbswirtschaft die freie Initiative mit einem gerade durch die
wirtschaftliche Leistung gesicherten sozialen Fortschritt zu verbinden

Die freie Marktwirtschaft ist eine
Wirtschaftsform, in der allein der Markt (Angebot und Nachfrage)
bestimmt, welche Produkte und Dienstleistungen in welcher Menge und zu
welchem Preis produziert und angeboten werden.

Hoffe konnte dier weiter helfen :-)

-Lxinaa

Antwort
von MiaEmily, 7

Bei der freien Marktwirtschaft sorgt der Staat für die innere und äußere

Sicherheit, greift aber nicht in das wirtschaftliche Geschehen ein. Das Privateigentum ist nicht eingeschränkt. Die Unternehmen stehen unter Gewerbefreiheit, das heißt, dass sie produzieren können was sie wollen.

Ebenso herrscht eine Vertragsfreiheit.

Bei der sozialen Marktwirtschaft greift der Staat in das wirtschaftliche Geschehen ein, um  soziale Ziele zu erreichen.

Das Privateigentum ist grundsätzlich geschützt. Aber es gilt

der Grundsatz: "Eigentum verpflichtet". Es besteht daher die

Möglichkeit, dass gegen Entschädigung jemand

enteignet werden kann (Sicherheit des Staates gefährdet). Der Staat greift in die Gewerbefreiheit ein, wenn z. B von bestimmten Produkten eine Gefahr ausgeht. Die Vertragsfreiheit ist ebenfalls eingeschränkt. Die Rechte von wirtschaftlich schwächeren Menschen müssen stärker geschützt werden.

LG

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