Frage von ShiroiYuki, 85

Untermieterin droht mit Kündigung?

Hallo Ich habe ein Problem. Ich bin bis nächsten September in Japan und habe in meiner Wohnung bis dahin eine Untermieterin. Sie hat diesen Monat die Miete fälschlicherweise auf das Konto meiner Vermieterin überwiesen, möchte sich nicht um das Problem kümmern ( bzw. ich soll mich von Japan aus kümmern) und will es einfach fallen lassen, da das Geld nicht zurücküberwiesen werden kann. Jetzt droht sie mir mit der Kündigung, da ich ihr geschrieben habe, dass ich solche Fehler nicht nochmal einfach so übersehen kann (im Sinne von, sie kriegt eine Mahnung). Sie hat aber den Untermietervertrag unterschrieben, der bis September gilt. Kann sie so einfach kündigen? Ist das denn rechtens? Schließlich handelt es sich ja um einen befristeten Vertrag und einen einen unbefristenen.

Bitte helft mir!

Mit freundlichen Grüßen ShiroiYuki

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 17

Sie hat diesen Monat die Miete fälschlicherweise auf das Konto meiner Vermieterin überwiesen, möchte sich nicht um das Problem kümmern ( bzw. ich soll mich von Japan aus kümmern) und will es einfach fallen lassen, da das Geld nicht zurücküberwiesen werden kann

Sehr seltsam. Wieso kann das Geld nicht zurücküberwiesen werden? Bist du sicher, dass sie das Geld auf das Konto der Vermieterin überwiesen hat? Oder sagt sie es nur?

Tatsache ist, dass sie dir Geld schuldet und nicht du, sondern sie dafür sorgen muss, dass das falsche überwiesene Geld auf dein Konto kommt (so es denn überhaupt falsch überwiesen wurde). 

Kündigen kann sie unter Berücksichtigung der gesetzlichen Fristen. Mit Kündigung drohen ist aber was anderes als tatsächlich zu kündigen.

An deiner Stelle wäre ich vorsichtig. Vielleicht nutzt die Dame deine Abwesenheit aus, kostenlos bis September dort zu wohnen und erzählt dir was vom Pferd, von wegen falsch überwiesen und so. 

Ich vermiete auch, aber gerade wegen meiner schlechten Erfahrungen mit Mietnomaden nicht mehr an feste Mieter, sondern nur noch tageweise an Feriengäste. Vorsicht bei der Vermietung ist angebracht. Wenn du einen faulen Mieter an der Backe hast, wirst du ihn so schnell nicht mehr los. 

Kommentar von ShiroiYuki ,

Nein, es ist wirklich nur ein Fehler. Sie hat den Kontoauszug wo alles draufsteht. Aber ich muss echt lernen, ausführlicher zu werden, oder alles wird missverstanden..

Antwort
von kevni2012, 44

Hallo aus Deutschland :-)

Zunächst einmal zur Kündigung. Natürlich kann sie kündigen. Sie muss sich dabei aber an die gesetzlichen Fristen halten und diese liegen - auch bei Untermietverhältnissen - bei drei Monaten. Würde bedeuten, wenn sie bis Anfang Dezember kündigen würde, wäre sie mit Beginn des Monats März 2017 aus dem Vertrag entlassen.

Ps. Die Miete schuldet sie dir übrigens immer noch. Den fälschlich überwiesen Betrag muss sie sich dann von deinem Vermieter wiederholen, der zur Herausgabe verpflichtet ist. Mich wundert, warum er das nicht überweisen kann? Man kann von jedem dt. Girokonto überweisen ^^

Kommentar von ShiroiYuki ,

Aber wieso kann sie trotzdem kündigen, wenn sie einen Vertrag unterschrieben hat, in dem drinsteht, dass sie sich verpflichtet, bis September 2017 zu zahlen?

Kommentar von kevni2012 ,

Na du musst schon schreiben, dass es sich um einen Vertrag mit Mindestmietdauer handelt ;-)

Bin unterwegs, also fass mir mal bitte zusammen:

Wie lang ist die gesamte Vertragsdauer?
Wie alt die die UM und was macht sie beruflich?
Liegt Kaution vor?

Kommentar von ShiroiYuki ,

Okay, das war mir nicht klar. Tut mir leid. Die Dauer der Untervermietung geht von 1. Sep 16 - 1. Sep 17. Die Untervermieterin ist fast 40 und arbeitet (Ich weiß nicht genau was, aber es reicht, um die Miete zu zahlen). Die Kaution musste Sie noch nicht zahlen, da ich sie anfangs nicht angegeben hatte und ich wollte keinen Stress, weswegen ich angeboten habe, keine Kaution zu verlangen, wenn alles in Ordnung ist, nachdem ich wieder in meiner Wohnung bin.

Wie gesagt, ist ihr ein Fehler mit der Überweisung unterlaufen und ich (Studentin, kein Geld) soll jetzt dafür gerade stehen.

Kommentar von kevni2012 ,

Also in dem Fall ist eine Mindestmietdauer, also ein Zeitvertrag, ist grundsätzlich zulässig, da die 4 Jahre nicht überschritten werden und es sich z.B. nicht um eine junge Studentin handelt, bei der man mit einem kurzfristigen Wohnortwechsel rechnen müsste.

Die Mieterhin müsste also eine Unzumutbarkeit geltend machen, wofür ich hier zunächst keinen Grund sehe. 

Fraglich wäre hier eher ob Gründe bestünden ein unbefristetes Verhältnis zu verlangen, davon ist in deinem Fall aber nicht auszugehen.

Also bleibt zu sagen, dass der Vertrag nicht vorab gekündigt werden kann, aber auch keiner zusätzlichen Kündigung bedarf. Er endet automatisch.

Das mit der Kaution ist natürlich nicht sehr schlau, aber jetzt eh egal.

Zur Miete noch eimal: Der Mietzins ist an dich als Vertragspartner zu zahlen. Zahlt sie fälschlicherweise an deinen Vermieter ändert das nichts an der Lage, sie bleibt die den Mietzins schuldig und muss selbst zusehen, wie sie ihr Geld zurückbekommt.

Aber wie in meinem anderen Kommentar bereits angemerkt: Spricht mal mit deinem VM. Da wird es sicher eine Lösung geben. Soll er es dir halt überweisen oder auf deine an ihn zu zahlende Miete anrechnen. Bei letzterer Lösung aber nicht vergessen die Forderung von deiner Untermieterin an dich abtreten zu lassen ;-)

Kommentar von ShiroiYuki ,

Das Problem hat sich gelöst denke ich. Sie hat mir wirklich nur gedroht, aber ich hab eingelenkt und jetzt ist hoffentlich alles wieder gut..

Antwort
von o0bellaAnna0o, 36

Natürlich hast du recht, sie muss das Geld dir überweisen und nicht der Vermieterin. Aber kündigen darf sie jederzeit. 

Trotzdem würde ich an deiner Stelle mal mit der Vermieterin klären, ob das mit der Miete jetzt so ok ist und mich für die schroffe Mahnung bei der Untermieterin entschuldigen. Das heißt nicht, dass sie sich ab sofort alles erlauben kann, aber dass du eben menschlich bist und Verständnis für Fehler hast. 

Bedenke, dass du nicht einfach mal eben nach Deutschland kommen kannst, um einen neue Untermieter zu finden! 

Ich wünsche dir, dass das alles reibungslos klappt!

Kommentar von ShiroiYuki ,

Ich war freundlich bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie einfach alles im Stillen vergessen wollte.

Aber wieso kann sie kündigen, wenn doch festgelegt ist, wie lange sie in der Wohnung ist. Der Vertrag ist nicht unbefristet und sie hat ihn so selbst unterschrieben.

Kommentar von o0bellaAnna0o ,

Ich kann dich verstehen. Wenn man selbst eine Überweisung tätigt, kann man diese nicht zurückbuchen, das geht nur bei Lastschriften. Hast du mit der Vermieterin darüber gesprochen? Ob sich der Untermieter mit ihr in Verbindung gesetzt hat? Ich persönlich würde mir einfach vor Augen halten, dass dir im Zweifel sechs Monatsmieten fehlen, weil sich die Suche nach einem Nachmieter sehr schwierig gestalten könnte.

Kommentar von kevni2012 ,

Mach es dir doch nicht so schwer… Bitte doch einfach deinen Vermieter die gezahlten Untermieten auf deine Hauptmiete anzurechnen. Das ist doch für alle das einfachste.

Anschließend machst du deine Untermieterin noch einmal darauf aufmerksam, dass Zahlungen ab sofort ausschließlich an dich zu leisten sind.

Kommentar von o0bellaAnna0o ,

Ganz genau.

Antwort
von MKausK, 35

Es gibt auch Mietnomaden. Woher hat die denn die Kontonummer von deiner Vermieterin? Normalerweise ist so ein Vertrag verbindlich. Aber wenn die einfach nicht zahlt, bist du erstmal die Dumme und dann noch weit weg

Kommentar von ShiroiYuki ,

Nein, die Frau arbeitet in der Stadt und sie hat auch eine Kopie vom Hauptvertrag, weil sie sich an dessen Richtlinienhalten muss. Aber im Vertrag ist festgemacht, dass meine Mutter das Recht hat, in meinem Namen rechtliche Schritte einzuleiten. Ich habe da schon vorgedacht.

Kommentar von MKausK ,

Das ist gut, das einer vor Ort sich kümmern kann.

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