Unterlassene Hilfeleistung wegen Cannabiskonsum?

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11 Antworten

Der Herr vom Notruf ist nicht die Telefonseelsorge. Möglicherweise hatte er noch ein halbes Dutzend weitere Anrufe in der Leitung. Er hat die Hilfe geschickt, die nötig war, also hat er seine "Pflicht" erfüllt.

Die Sanitäter dürfen den Ärzten in der Notaufnahme nicht sagen, was sie zu tun haben. Wenn überhaupt, haben die Sanitäter den Fehler gemacht, Dinge zu versprechen, die sie nicht versprechen DURFTEN. Deine Bekannte lag ganz offensichtlich NICHT im Sterben, da ist es normal, dass andere Patienten zuerst behandelt werden.

Ihre Symptome deuten jedenfalls eher auf eine Panikattacke als auf eine körperliche Erkrankung hin. Wäre sie in der Psychiatrie geblieben, hätte man sie über Nacht beobachtet und am nächsten Tag gründlicher untersucht. Aber sie wollte nicht - noch ein Zeichen, dass es wohl doch nicht soooo schlimm war.

Dass die beiden jetzt angep...issst sind und unbedingt einen Sündenbock finden müssen, um sich nicht zu sehr über sich selbst zu ärgern, ist verständlich. Jetzt aber das arme Opfer zu spielen, ist sicher nicht angebracht. Die "Kranke" wurde versorgt, man hat ihr angeboten, noch länger zu bleiben, und sie hat abgelehnt. Was wollt ihr denn? Dass beim nächsten Mal ein Richter dazugezogen wird, der sie zwangseinweist? Oder dass jeder alles stehen und liegen lässt, weil ein paar (...) mit Drogen experimentieren wollen?

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Kommentar von KingLui91
30.11.2015, 06:46

Scheinbar war er aber Telefonseelsorger genug um einem ein schlechtes Gewissen zu machen. Die eigene Meinung ist da einfach völlig fehl am Platz. Ich kann nicht verstehen, wie man mit einer solch unprofessionellen Antwort auf eine sachdienliche Information reagieren kann.

Ich denke auch, dass die Sanitäter nicht wissen konnten, wie verfahren wird. Umso mehr muss ich dir beipflichten, dass es falsch war, darüber eine Aussage zu treffen. Dementsprechend ist aber auch eine Zahlungsaufforderung nicht gerechtfertigt.

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Angebracht ist es auf keinen Fall, da Menschen selbst unter Drogen richtig untersucht werden und geholfen bekommen müssen. Ärzte haben den Hippokratischen Eid geschworen und sind verpflichtet. Sanitäter sind nur Ersthelfer die den Patienten an den Arzt weitergeben.

Auch wenn nur von einer Panikattacke ausgegangen wird muss die Person untersucht werden. Immerhin hätte es sein können das ihr kein Gras sondern etwas Synthetisches geraucht habt, was mit schlimmen Folgen hätte enden können.

Beschweren kann man sich bei der Ärztekammer indem man dort anruft, die Situation kurz schildert und fragt wie man nun verfahren soll. Je nach Bundesland ist das aber eine andere und leicht zu ergoogeln.

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Da sieht man mal wieder wie toll unsere aktuelle Drogenpolitik ist! Statt zu helfen wird man direkt abgestempelt und als Suchtkranker für eine Einweisung in die Psychatrie in Erwägung gezogen.. Besonders Ärzte sollten doch über die Tatsächlichen Gefahren usw von Drogen bescheid wissen.

Ich glaube nicht das man da irgendwen belangen kann, ist leider alles nach geltendem Recht abgelaufen.

Regel Nr 1 bei Notfällen mit Drogen übrigens: Niemals am Telefon sagen dass man ilegale Drogen konsumiert hat, da wird immer direkt ein Streifenwagen mitgeschickt. Am besten nur die Symptome schildern.

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Ich bin kein Jurist, aber ich denke unterlassene Hilfeleistung kann man nur geltend machen, wenn auch Folgeschäden entstanden sind. Nachweisbar natürlich.

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ich kann dir genau sagen was mit deiner freundin passiert ist...habe jahre lange kiff erfahrung (kiffe aber nicht mehr) deine freundin, hat einfach zuviel geraucht. Wenn leute das erste mal rauchen, neigen sie dazu das weed zu unterschätzen und atmen falsch.....durch das falsche atmen erhöht sich die herzfrequenz zusätzlich, da durch weed sowieso der blutdruck steigt. Es kann auch sein, dass sie zuwenig im magen hatte...dann ist die wirkung auch stärker....außerdem wenn sie davor alc getrunken hat ists kein wunder...denn das verstärkt die wirkung des cannabis. Die schwißausbrüche und das zittern kommen von der psyche.....wenn du über stoned bist, atmest du falsch...du checkst, dass mit dir was nicht stimmt und bekommst nen horrortrip...dein körper schüttet adrenalin aus....daher kam das zittern...die schweißausbrüche kommen von dem erhöhten puls und der unsicherheit. Mir ist das auch schon paar mal passiert. Da hilft nur eins....nacken kühl halten oder ganz raussetzen mit nem glas orangensaft...langsam trinken, da verschluckgefahr besteht...keine hastigen bewegungen....eher in slowmotion laufen....damit der puls ja nicht hochsteigt. Achja nächstes mal einfach weniger rauchen und auf die wirkung warten. 

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tldr

aber geht wohl drum, dass nicht viel gemacht wurde, obwohl sie zu viel gekifft hatte.

und da kann man nur sagen: kein thema. tödliche thc überdosis gibt es in der praxis nicht und wenn sie nicht zufällig einen herzfehler hat, einfach warten, wird wieder alls.

was soll man da im krankenhaus tun? händchen halten und singen?

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Das verhalten des Mannes am Telefon war evtl bzgl seiner aussagen unprofessionell, aber wirklich was machen kannst du da auch nicht.... Vielleicht war er auch genervt weil er mehr oder weniger wusste das dieser RTW Einsatz ggf umsonst ist und andere ihn mehr gebrauchen könnten ..... Manche Menschen rufen wegen lapalien denn RTW, da kann ich schon verstehen wenn mal einer gernevt ist, jedoch sollte man seinen Frust nicht an hilfesuchenden aus lassen, das ist unprofessionell..... 

Sanitäter sind erst Versorger, welche Maßnahmen in der Klinik dann getroffen werden können jene nicht vorhersagen, sie können nur sagen ab ins Krankenhaus und da wird weiter untersucht. Doch was die Ärzte dann machen liegt nicht in der Hand der Sanitäter. 

Da eigtl so gut wie alle Nebenwirkungen psychischer Natur sind, war der Psychiater nicht verkehrt, wenn man körperliche Symptome ausschließen kann, was wohl der Fall gewesen sein wird.

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Wie naiv ist es eine Substanz zu konsumieren, sich vorher nicht über die möglichen Nebenwirkungen zu informieren und dann dem Rettungsdienst Vorhaltungen über deren Haltung zu machen - anstatt das eigene kindische Verhalten zu reflektieren?
Google "Rauschzeichen" und befasst Euch (Kinder) ein wenig mit Cannabis, bevor Ihr es erneut (ahnungslos) konsumiert und dann hinterher Eure bescheidenen Vorstellungswelten ein Trauma erleiden.

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Kommentar von KingLui91
04.12.2015, 14:30

Danke für ihre Antwort. Sie bezog sich jetzt nicht unbedingt auf die Frage(n), aber es ist dennoch interessant, Ihren Standpunkt zu kennen. Man weiß ja nie wozu es gut ist. 

Ich möchte anmerken, dass die eine der zwei Personen 25 Jahre alt ist und, soweit ich weiß, schon seit einigen Jahren öfter mal einen raucht. Sie weiß also um die Wirkungen. Ihre Freundin ist 32. Dass das Vorgehen der beiden eventuell unbedacht war und einen kindischen Anschein macht, kann und will ich nicht abstreiten. Das Alter der beiden soll auch keineswegs Ihre Antwort beeinflussen. Dennoch möchte ich Sie darum bitten, vom Gebrauch des Wortes "Kinder" in diesem Kontext abzusehen. Dies ist eine weit hergeholte, kaum fundierte Unterstellung, dem Betroffenen gegenüber, er sei über die Maßen unvernünftig. Eine solche Annahme wirkt der Atmosphäre in diesem Forum deutlich entgegen.

Und wenn wir ehrlich sind, selbst die erwachsensten Erwachsenen begehen Fehler aus Unwissenheit. Auch Sie. Wenn vielleicht auch nicht auf diesem Gebiet.

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Kommentar von KingLui91
04.12.2015, 14:38

Eine Sache noch. Vermeiden Sie Verallgemeinerungen. Begriffe wie "euch", "ihr" und "euer" können zu Missverständnissen führen. 

Es freut mich sehr, dass wir im Bezug auf das jeweilige Gebiet voneinander lernen können. Ich von Ihnen in Sachen BtM und Sie von mir in Sachen gesellschaftstauglicher Kommunikation.

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Ich verstehe gar nicht, was der Herr vom Notruf falsch gemacht haben soll. Er hat sich sofort darum gekümmert und 3 Sanitäter geschickt. Er hat sich nicht von der Anruferin "verabschiedet". In Notfällen wird auf Etikette nicht so viel Wert gelegt. Das ist doch klar. Wäre es dir lieber gewesen, er hätte sich langatmig verabschiedet und die Sanitäter wären deswegen später eingetroffen? Da er die Notsituation aus der Ferne und vom Telefon her nicht richtig einschätzen kann, hat er völlig richtig gehandelt und sehr schnell die Sanitäter geschickt.

Sanitäter sind keine Ärzte. Sie haben ebenfalls richtig gehandelt und das Mädchen ins Krankenhaus gebracht. Wenn die Ärzte dann den Fall medizinisch anders beurteilen, ist das nicht die Schuld der Sanitäter. Schließlich haben Ärzte das größere Fachwissen und entscheiden über medizinische Maßnahmen, nicht aber die Sanitäter. Sie sind nur für die akute Hilfe bis zum Eintreffen im Krankenhaus verantwortlich. Dann übergeben sie den Patienten der ärztlichen Obhut.

Offenbar waren die Beschwerden Folge des Drogenmißbrauchs. Das jedenfalls scheinen die Ärzte diagnostiziert zu haben. Dafür sind nicht andere verantwortlich, sondern die Drogenabhängige selbst.

Alles ist völlig richtig gelaufen. Es gibt gar keinen Grund, sich zu beschweren.

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Kommentar von KingLui91
30.11.2015, 06:39

Ich verstehe nicht, wie man da von einer Abhängigkeit sprechen kann, wenn es das erste mal war. Erklär mir das bitte.

Und vielleicht auch, warum der Herr denn Zeit dafür hatte seine eigene Meinung kundzutun aber nicht sich zu verabschieden. 

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allein wegen dem verfahren wäre es ja ohnehin angebracht rechtsbeistand zu suchen, also einen anwalt. ich denke der kennt sich da auch sehr gut aus und weiß ob das alles zumutbar war oder was man gegebenenfalls anfechten könnte.

finde das verhalten jedenfalls auch etwas unbedacht. man weiß aber nicht was dahinter steckte, was die beteiligten davor für einsätze hatten. vielleicht waren sie nervlich einfach schon angeschlagen und dann genervt von sowas selbstverschuldetem. soll aber keine entschuldigung sein... professionalität sollte man trotzdem erwarten können.

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Nein, das ist jedoch typisch für unser deutsches Gesundheitssystem. Ich war auf einem Dorffest und da gab es scheinbar einen alkoholiker. Der Mann konnte nichtmehr gerade stehen, er konnte nicht laufen, er konnte keinen Schritt vor den anderen setzen. War nicht wirklich ansprechbar, man verstand kein wort von dem was er sagte, ich rief den Krankenwagen. Die Sanitäter entgegneten mir "Was sollen wir denn mit dem machen? Der ist ja nur besoffen!" Aber der Mann kann garnix mehr, er ist nicht ansprechbar, was sollen wir mit denen machen?
"Was sollen wir mit ihm machen? Der Mann ist betrunken ihm fehlt sonst nichts! Rufen sie uns nur wenn er verletzt ist oder sowas"
Nach nichtmal 5 Minuten als der Krankenwagen fort war, wollte der betreffende irgendwohin laufen. Er stürzte mit dem Kopf so hart auf den Asphalt, es hörte sich an wie eine Wassermelone die zerbricht, Blut schoss aus seinem Kopf und er lag bewusstlos da. Nochmal den Krankenwagen angerufen.
Sowas hätte man sich auch echt sparen können.

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Kommentar von Mignon2
30.11.2015, 06:58

Hinterher ist man immer schlauer.

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