Frage von Heidi0909, 91

Unterhaltsvorschuss bei erweitertem Umgang?

Hallo zusammen ich habe folgendes Angliegen. Mein 4 jähriger Sohn lebt bei mir. Bei einer Familienberatung die uns vom Familiengericht nahegelegt wurde, kamen wir zu der Vereinbarung, dass mein Sohn 4 Tage in der Woche bei seinem Vater ist (wobei 2 Tage davon nur je 3 Std. sind). Zusätzlich ist er auch am Freitag und Samstag bei ihm. Ich war mit der Vereinbarung alles andere als einverstanden, um den Frieden Willen habe ich jedoch zugestimmt, damit endlich Ruhe einkehrt. Betrachtet man jedoch die monatliche Betreuung insgesamt so kommt der Kindesvater auf nur rund 30-35% und ich auf knappe 70%, da wir die Vereinbarung mittlerweile recht flexibel gestalten und auch gegenseitig einspringen, wenn der andere keine Zeit hat. Nun habe ich im August 2015 Unterhaltsvorschuss beantragt weil der Kindesvater nicht bereit ist Unterhalt zu zahlen. Jegliche Kosten der Kinderbetreuung entfallen somit auf mich. Nun hat er sich mit dem Jugendamt in Verbindung gesetzt und beruft sich auf die Vereinbarung, die seiner Meinung nach beweist, dass er meinen Sohn laut seinen Aussagen mehr betreut als ich. Das Jugendamt hat nun die Zahlungen eingestellt. Leider kann ich das gar nicht nachvollziehen, da die Hauptbetreuung bei mir liegt. Desweiteren verlangt das Jugendamt auch noch die Rückzahlung des Unterhaltsvorschusses von mir. Ist das denn alle richtig so? Ich bin am verzweifeln :(

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rasperling1, 51

Wenn bei Dir der Schwerpunkt der Betreuung liegt, steht Dir der Kindesunterhalt zu. Das Jugendamt muss also zahlen. Allenfalls ließe sich darüber diskutieren, ob der Unterhalt etwas zu reduzieren ist, weil das Kind häufiger beim Vatrer ist, als beim "Standard"-Umgang. wenn er aber nur die Verpflegungskosten während dieser zeit trägt, ist die Einsparung bei Dir (und damit die Reduzierung des Unterhalts) allenfalls minimal, vielleicht bei 5%. Das weitere Vorgehen hängt davon ab, was für ein Schreien Du vom Jugendamt erhalten hast. Handelt es sich um einen förmlichen Bescheid (oder sogar um zwei Bescheide, nämlich erstens Rückforderung und zweitens Einstellung der Zahlungen für die Zukunft), so musst Du dringend innerhalb der Monatsfrist dagegen Einspruch einlegen. Ob es sich um einen bescheid handelt, kannst Du daran erkennen, dass das Wort "Bescheid" verwendet wird (oder "Entscheidung"), und dass am Ende eine Rechtsmittelbelehrung über die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen, erfolgt. Bis über den Widerspruch entschieden wird, kann möglicherweise eine zeitlang dauern. Falls Du finanziell nicht in der Lage bist, diesen Zeitraum durch Dein eigenes Einkommen zu überbrücken, musst Du zusätzlich beim Verwaltungsgericht einen Antrag auf eine einstweilige Anordnung gegen das Jugendamt Deiner Stadt beantragen. Falls noch kein Bescheid ergangen ist, solltest Du dem Jugendamt dringend die Tatsachen mitteilen und mit dem Antrag einer einstweiligen Anordnung drohen.

Antwort
von petrapetra64, 42

Die Regelung ist derzeit die, bei hälftiger Betreuung gibt es keinen UV, ansonsten erhält der, der das Kind hauptsächlich betreut, den vollen UV das wäre bei 60/40 Betreuung der Fall.

Was du tun solltest. Du solltest Widerspruch gegen einen ergangen Bescheid einlegen und du solltest sehr ausführlich darlegen, wann du genau in den letzten Monaten dein Kind betreut hast und wann dein Ex. Mach das so genau wie möglich. Eben auch Stundenweise und nicht nur die Tage, in denen er das Kind sieht. Und lege die Ausgaben für das Kind dar, Kleidung, Kindergartenkosten, Eintritt.

Damit kannst du nachweisen, dass du das Kind mehr betreust und dass du die meisten Kosten trägst.

Auch für die Zukunft, schreibe alles genau auf. Dann steht dir auch der UV zu.

Antwort
von Garfield0001, 50

1) es ist nicht "dein" Sohn. es ist "euer" Sohn :-)
2) ein "er will nicht zahlen" ist eigentlich Blödsinn. Entweder er kann oder er kann nicht. Das Jugendamt (JA) wird - so schätze ich - keinen Vorschuss zahlen, wenn es sich nicht sicher wäre, dass der Vater nicht zahlen kann. Und das wird normalerweise überprüft. Da Vorschuss gezahlt wurde, gehe ich auch davon aus, dass das JA das auch geprüft hat. Und da ist es wiederum unfair dem Vater zu unterstellen, er "will nicht" zahlen.
3) Die Einstellung des Vorschuses kannst du natürlich beim JA anfechten, ob das rechtens ist. Da müssen sie dir auch plausibel erklären, warum sie so entschieden haben. Und wenn du danach immer noch der Meinung bist, dass das falsch ist, kannst du es korrigieren lassen.

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