Unterhaltstitel festgesetzt ohne mich davon zu informieren?

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4 Antworten

Gegen den Titel hättest du "zeitnah" vorgehen müssen. 

Denn als unterhaltspflichtiger Elternteil hast du das Recht, einen bestehenden Titel "abändern" zu lassen...

  • wenn du trotz nachweislicher Bemühungen nicht in der Lage bist, den festgelegten Unterhalt zahlen zu können
  • bzw.weiteren Kinder unterhaltspflichtig geworden bist und dein Einkommen nicht mehr für den Unterhalt aller Kinder ausreicht.....


Auch wenn es sich dabei um einen Jugendamtstitel handelt, muss das Jugendamt selbst den Titel nicht abändern zu ungunsten des Kindes - du hättest aber das Recht gehabt, die Abänderung gerichtlich vornehmen zu lassen.

Das könntest den Titel also für die Zukunft abändern lassen - aber nicht mehr für die zurückliegende Zeit.

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Bis zum 18. Geburtstag des Kindes besteht noch eine Sorgepflicht für das Kind und es hat noch keinen Anspruch auf Unterhaltsleistungen in Form von Bargeld an sich selbst. 

  • Die Mutter als "betreuender Elternteil" leistet noch den "Naturalunterhalt" und hat Anspruch auf die Auszahlung des "Barunterhaltes" für das Kind an sich. 
  • Wie sie diesen Unterhalt dann einsetzt bleibt ihr überlassen - sie ist darüber Niemandem  Rechenschaft pflichtig, solange das Kind nicht vernachlässigt wird.

Erst ab dem 18. Geburtstag - wenn das Kind sich um seinen Lebensunterhalt selbst kümmern muss - hat die Mutter keinen Anspruch mehr auf Zahlungen von dir.

  • (Dann wäre auch die Mutter barunterhaltspflichtig - das Kind müsste sich dann selbst die Forderungen an euch stellen...)

Bis dahin ist die Mutter dir aber auskunftspflichtig, falls sich die "finanziellen Belange" des Kindes ändern. Denn falls es z.B. im Rahmen einer Ausbildung bereits als Minderjährige(r) ein eigenes Einkommen erzielen würde, würde dadurch sein Unterhaltsanspruch an dich sinken...

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Gegen den Beschluss von 2001 kannst du mit Sicherheit nicht mehr vorgehen und auch nichts zurueckfordern. Das geht nur zeitnah unter Einhaltung einer sehr knappen Frist. Meine Titel, die ich habe, kamen auch ohne Mitwirkung des Vaters zustande. Er wurde aber angeschrieben, hat sich aber nicht gemeldet und dazu geaeussert.

Kann es sein, dass du da was nicht bekommen hast, wegen falscher Anschrift oder Umzug? Oder dass es im Trubel untergegangen ist? Der Titel haette dir auf alle Faelle zugestellt werden muessen. Aber da ist jetzt nichts mehr zu machen nach (15) Jahren.

Was du jetzt tun kannst, wenn dein Einkommen sich deutlich verschlechtert hat, dann koenntest du auf Unterhaltstitelabaenderung klagen, dann wird dein Einkommen erneut geprueft und der Titel ggf. berichtigt. Danach koenntest du dann ggf. weniger zahlen.

Die Moeglichkeit, das Geld auf das Konto des Kindes zu zahlen, besteht nicht. Mit 15 finanziert die Mutter in der Regel Miete, Heizung, Nahrungsmittel, KLeidung etc. fuer das Kind und daher steht ihr das Geld zu. Zahlst du auf das Konto des Kindes und dieses rueckt das Geld dann nicht raus, so kann die Mutter den Unterhalt erneut von dir verlangen.

Ebenso hast du keinerlei Recht, irgendwelche Nachweise zu verlangen, was mit dem Geld genau passiert. Das waere auch extrem viel Arbeit, wenn man das tun muesste und daher von der Mutter nicht zu verlangen.

Ich weiss, dass es Faelle gibt, wo es wirklich fraglich ist, ob das Geld fuer das Kind eingesetzt wird, und da waere es schon moeglicherweise sinnvoll.

Aber fuer alle anderen Alleinerziehenden waere es echt eine Strapaze, da alles nachweisen zu wollen/muessen. Das wurde Stunden in Anspruch nehmen und die hat man einfach nicht, weil man sich um wichtigeres kuemmern muss. Und wer sollte das denn nun kontrollieren wollen?Das aus eigener Erfahrung (wobei ich eh keinen Unterhalt fuer meine Kinder kriege). So was ist einfach nicht machbar.

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Erstens musst Du auf jeden Fall weiterhin Kindesunterhalt zahlen. Zweitens musst Du diesen Unterhalt an die Mutter zahlen, nicht an das Kind. Denn das Kind soll ja nicht das Geld ausgeben, sondern die Mutter muss davon Miete, Kleidung und Essen für das Kind zahlen. Leider kannst Du auch keine Abrechnung von der Mutter verlangen.

Sollte der vom Jugendamt festgesetzte Unterhalt höher sein als der Unterhalt, den Du nach Deinen aktuellen Einkommensverhältnissen eigentlich zahlen müsstest,  so kannst Du den Unterhaltstitel beim Familiengericht abändern (reduzieren) lassen. Das geht aber maximal ein Jahr rückwirkend. Allerdings hast Du selbst für dieses eine Jahr kaum eine Chance, das Geld zurück zu kriegen. Denn die Mutter und das Kind haben das Geld ja im guten Glauben ausgegeben, das Geld ist also nicht mehr da.

Bedenke bitte: Du kannst den Titel maximal auf 100% reduzieren lassen. Du musst also weiterhin mindestens 355,- Euro für das Kind zahlen.

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Es gibt Foren verlassener Väter. Schaue mal da nach. Und da erkundige Dich nach einem guten Anwalt. Ein guter Anwalt kann die Erfolgsaussichten aus praktischer Erfahrung heraus beurteilen. Auf dieser Grundlage ist dann auch eine Prozesskostenhilfe erfolgreich beantragbar. Darum kümmert sich dann tatsächlich ein guter Anwalt. 

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