Unterhaltsstreit-was tun?

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4 Antworten

Seit deinem 18. Geburtstag sind dir beide Eltern zum Barunterhalt verpflichtet - also auch deine Mutter.

Wenn du noch Schüler bist, so zählst du noch als "privilegiertes volljähriges Kind" (solange du dann noch bei deiner Mutter wohnst und unter 21 bist...) und bist einem minderjährigen Kind "gleichgestellt".

  • Dann hätten deine Eltern dir gegenüber beide einen "Selbstbehalt von 1080 Euro.
  • Aber für beide Eltern bestünde dir gegenüber dann auch noch eine "erhöhte Erwerbsobliegenheit" - also auch für deine Mutter. Wenn sie dann weiterhin nur Teilzeit arbeiten würde, könnte ihr ein "fiktives" Einkommen angerechnet werden (das, was sie in Vollzeit verdienen könnte). Dadurch würde sich dann ggf. der relative Anteil deines Vaters am Gesamtunterhalt reduzieren.

Wärst du kein "privilegiertes" Kind mehr (bereits Azubi oder Student), so bestünde auch keine Erwerbsobliegenheit der Eltern mehr.

  • Dann könnte deiner Mutter kein fiktives Einkommen angerechnet werden.
  • Allerdings betrüge der "Selbstbehalt" beider Eltern dann je 1300 Euro - also auch der des Vaters.
  • Und da die minderjährigen Kinder (und ggf. auch Ehepartner) der unterhaltspflichtigen Eltern dann Vorrang vor dir hätten, bräuchte der Vater dir überhaupt nur noch Unterhalt zahlen, wenn nach Abzug der vorrangigen Unterhalte noch mehr als 1300 Euro von seinem Einkommen übrig wären.

oder ich bestehe auf meinen Unterhalt und wenn es zur Klage kommt (was bei meinem Vater realistisch ist) dann gibt es einen Rechtsstreit zwischen meiner Mutter und meinem Vater 

Es gäbe dann keinen Rechtsstreit zwischen deinen Eltern, denn seit deinem 18. Geburtstag hat deine Mutter keinerlei Ansprüche mehr für dich vom Vater. 

  • Der Rechtsstreit würde dann nur zwischen dir und dem jeweiligen Elternteil stattfinden.
  • Dein Vater könnte sich also nichts "von deiner Mutter zurückholen", sondern lediglich weniger an dich zahlen.
  • Dafür hättest du dann einen höheren Anspruch an deine Mutter. Aber solange du noch bei ihr wohnen kannst, bräuchte sie dir ohnehin kein Bargeld geben, sondern könnte dir ihren Anteil am Unterhalt in Form von Verpflegung und Unterkunft gewähren.
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Deine Mutter muss sich nur dann am Unterhalt beteiligen, wenn sie entweder mindestens netto 1.080,- Euro verdient (Falls Du noch Schülerin bist) oder mindestens 1.200,-- Euro netto (wenn Du in einer Berufsausbildung bist). Verdienst sie weniger, muss sie sich nicht am Unterhalt beteiligen. Das gilt sogar dann, wenn sie nicht in Vollzeit arbeitet und deshalb nicht mehr verdient. Mit einem fiktiven Einkommen kann Dein Vater bzw. sein Anwalt nicht argumentieren. Zwar wäre Deine Mutter tatsächlich Dir gegenüber zu einer Vollzeittätigkeit verpflichtet, so dass sie einen Teil des Unterhalts übernehmen könnte. Wenn sie das aber nicht tut, dann kann Dein Vater den Unterhalt nicht kürzen. Denn die "Dumme" wärst Du: Du würdest von Deinem Vater weniger Unterhalt bekommen, und den theoretischen Unterhaltsanspruch gegen Deine Mutter könntest Du nicht durchsetzen, weil sie nun mal zu wenig verdient. Außerdem gilt beim Kindesunterhalt: Wenn ein Elternteil als Unterhaltszahler ausfällt - egal, ob selbst verschuldet oder nicht -, muss immer der andere Elternteil (also Dein Vater) einspringen. Die Argumentation Deines Vaters wird deshalb vor Gericht keinen Bestand haben.

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Kommentar von JLilyR
04.01.2016, 13:07

Danke, das hilft mir schonmal sehr weiter! :)
Ich denke ich werde das mal mit meiner Mutter besprechen und dann meine Entscheidung treffen.
Aber das ist echt super, bei dem Typ vom Jugendamt hörte sich das an als hätten wir gar keine Chance!

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Das ist ne schwierige Situation und es ist vollkommen falsch was dein vater tut aber ich denke du solltest es doch lieber lassen da du wie selbst gesagt deiner Mutter keinen Rechtsstreit zumuten willst und außerdem hätte dein vater da er besser verdient auch viel bessere Chancen auf einen guten Anwalt der die Verhandlung auch gewinnt

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen und wünsche dir noch viel Glück bei der Sache

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einen anwalt nehmen und nach den erfolgsaussichten befragen

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