Frage von Lizoup,

Unterhaltsrecht - Klage - Rechtsanwalt und Mandantin verheiratet - gemeinsam gegen den Exehemannn

Darf ein Rechtsanwalt, ein Mandat für seine eigene Ehefrau und deren Kinder aus erster Ehe annehmen und den Exehemann auf Unterhalt verklagen? Darf ein Rechtsanwalt seine Ehefrau dahingehend beraten, das Haus aus der ersten Ehe seiner Frau in die Zwangsversteigerung zu bringen - und anschließend selbst ersteigern? Wer kennt sich da aus?

Hilfreichste Antwort von MichaelSelm,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ich gehe davon aus der Anwalt darf das nicht. Die Rechtsanwaltsordnung sagt dazu:

Das Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen (sog. Interessenkollision nach § 43a Abs. 4 BRAO) besagt, dass ein Rechtsanwalt keine widerstreitenden Interessen in derselben Rechtssache vertreten darf, was zur Folge hat, dass ein Anwalt ein ihm angetragenes Mandat wegen bestehender oder zu befürchtender Interessenkollision nicht annehmen darf.

Wurden mehrere kollidierende Mandate wahrgenommen, sind alle niederzulegen. Die Interessenkollision will Sondervorteile für den einen Mandanten verhindern.

Voraussetzung der Interessenkollision im engeren Sinne ist also

die Vertretung gegenläufiger Interessen in derselben Rechtssache.

In einem weiteren Sinne liegt Interessenkollision vor, wenn die Gefahr der Verletzung einer Verschwiegenheitspflicht bezüglich der von einem früheren Mandanten anvertrauten Informationen besteht; wenn Kenntnisse aus der Befassung mit einem früheren Mandat einem neuen Mandanten zu ungerechtfertigten Sondervorteilen verhelfen.

Kommentar von Lizoup,

.... danke für die schnelle Antwort! Könnte man so einen Fall der Anwaltskammer vorlegen ... oder gibt es andere rechtliche Mittel ...

Kommentar von MichaelSelm,

Das kannst du versuchen.

Es geht ja nicht darum den Anwalt zu diskreditieren. Sondern es geht darum die Sache prüfen zu lassen im Hinblick auf die BRaGO (Bundesrechtsanwalts und Gebühren Ordnung).

Es passiert dabei auch nichts Besonderes. Der Anwalt wird ggf auf die Bestimmungen hingewiesen und es wird ihm nahegelegt sein Mandat nieder zu legen.

Er muß das aber nicht.

In diesem Fall kann der Prozessgegner (je nach Instanz) Berufung, oder Revision einlegen.

Kommt es dazu, kann es parallel zu einem sogenannten "Ehrengerichtsverfahren" gegen den Anwalt kommen.

Das ist dann aber "intern". Das heist an diesem Verfachren bist du nicht beteiligt, sonder nur der Betreffende Anwalt und die zuständige Rechtsanwaltskammer.

Kommentar von Lizoup,

... Danke! Wir wollen auch niemanden diskreditieren ... nur manche Dinge erscheinen dannn doch merkwürdig ... wenn jemand - mit entsprechender Rechtskenntnis - so ziemlich alles durchsetzt ... aber vielleicht stecken wir auch nur zu schnell auf ... nochmal Danke ... und einen schönen Sonntag ....

Antwort von Reiterfee,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Nach meinem Rechtsempfinden ja. Denn es ist jetzt seine Ehefrau und die kann er verteidigen. Wie und was er seiner Frau rät, bleibt ihm überlassen. Wenn er das Haus selber ersteigern will, kann er dies tun. Der Ex kann es ja auch ersteigern, wenn er denn das Geld hat.

Kommentar von Lizoup,

..... ja - nur leider hat die Frau alle potentiellen Käufer abgelehnt ... sogar Notartermine platzen lassen .... und schon im Vorfeld mit der Zwangsversteigerung gedroht ... weil sie ja "sehr gut vertreten wird!" (O-Ton!) Der REchtsanwalt hat im übrigen das Haus nverkauft ... fährt jetzt Porsche - seine Frau lebt von Hartz IV - weil sie im Sinne des Gesetztes arm ist ..... ja - man - oder - besser Frau - sollte einen Rechtsanwalt heiraten .... dann zahlt auch notfalls der Staat ...

Kommentar von Lizoup,

... und du sagst es - wenn er dann das Geld hat ... Glaubst du eine Bank gibt jemanden einen Kredit, dessen Haus gerade versteigert wird ... und die "Portokasse" hatte ja schon die Frau mitgenommen .... Alsoo ....

Antwort von ignis081,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

ich weiß nur, dass nur die Frau auf Unterhalt verklagen kann und niemand sonst.

beraten darf er sie, aber wenn er sie vertreten will kann ein eigenes Interesse vorliegen und somit ist es unmoralisch und er kann daraufhin verklagt werden.

Antwort von Krimhild,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Natürlich darf ein Anwalt seine eigene Frau vertreten, warum nicht?

Ich nehme an, es geht hierbei um Kindesunterhalt?

Kommentar von Lizoup,

... ja - es geht um den Kindesunterhalt für die volljährigen Kinder (2x640€ monatl.!). Das Haus wurde mitlerweile verkauft. Der Exehemann ging leer aus ... hat aber zwei Unterhaltsklagen am Hals - obwohl das Haus auch mit zur Unterhaltsabsicherung gedacht war. Es war ein Zweifamilienhaus und hatte zwei Ferienwohnungen .. eine Ideale Verdienstmöglichkeit für die Frau .... allerdings wollte der Rechtsanwalt lieber Porsche fahren ... Klingt blöd ... ist aber so ...

Kommentar von Lizoup,

.... und noch etwas - auch wenn es um Kindesunterhalt geht - der Vater hat immer für seine Kinder gezahlt - und mehr als der Gesetzgeber vorschreibt - auch wenn ihm der Umgang verwehrt wurde - und auch zukünftig wird er für seine Kinder zahlen! Mag ja sein das andere Väter das anders sehen - er gehört aber nicht dazu! Hier geht es nur um eine Rechtslage ... mehr nicht!

Antwort von passiatra,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

ganz klar nein wegen befangenheit!

Kommentar von Krimhild,

Befangenheit?

Ein Anwalt ist doch kein Richter!

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