Frage von Adventurer86, 38

Unterhaltspflichtig oder doch nicht?

Moin, mein Kollege zahlt unterhalt für seinen Sohn, welcher bei seiner geschiedenen Ehefrau lebt und möchte wissen, ob er oder wie lange er dazu verpflichtet ist.
Der Sohn ist 18 Jahre alt, macht eine Lehre  und verdient 409€ netto im Monat.
Mein Kollege zahlt 333€ im Monat.
Alle sind in Schleswig-Holstein wohnhaft.

Ich habe davon keine Ahnung, sind noch andere Faktoren wichtig, auf die man achten muss?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DFgen, 34

Bis zum 18. Geburtstag des Jungen war der Mann allein barunterhaltspflichtig und musste den Unterhalt an die Mutter des Jungen zahlen. 

Ab dessem 18. Geburtstag hat die Mutter keinen Anspruch mehr auf Unterhalt für den Jungen, denn dann ist sie ggf. auch selbst barunterhaltspflichtig.

Der Unterhalt des Jungen musste dann auf jeden Fall neu berechnet werden - und das kann er nur, wenn auch das Einkommen der Mutter bekannt ist.

Da der Sohn selbst bereits ein Einkommen erzielt, wird dieses ebenfalls angerechnet (abzüglich eines "ausbildungsbedingten Freibetrages" in Höhe von 90 Euro) und mindert seinen Unterhaltsanspruch an die Eltern.

Die Höhe des gesamten Unterhaltes ist abhängig vom "unterhaltsrechtlichen Bedarf" des Jungen - dieser wiederum davon, wo der Junge lebt:

  • Wohnt er noch bei der Mutter, so orientiert sich der Bedarf weiterhin an der "Düsseldorfer Tabelle", aber die Einkommensstufe berechnet sich nun am Einkommen beider Eltern zusammen (falls beide mehr als den Selbstbehalt von 1300 Euro verdienen).
  • Hat er bereits einen eigenen Haushalt, so liegt sein Gesamtbedarf elternunabhängig bei insgesamt 670 Euro.

Vom ermittelten "Bedarf" sind dann das Kindergeld in voller Höhe und das Einkommen des Sohnes (minus 90 Euro) abzuziehen und ergeben seinen Gesamtunterhalt. Dieser muss dann auf beide Eltern aufgeteilt werden  - anteilig im Verhältnis ihrer Einkommen zueinander.

Die Mutter kann ihren errechneten Anteil in Form von Verpflegung und Unterkunft statt bargeld gewähren 8und auch weiterhin das kindergeld für den jungen beziehen und verwerten), der Vater muss seinen errechneten Anteil an den Jungen bar zahlen.


Beispielrechnung:

Da der Sohn selbst 409 Euro verdient (wovon 319 angerechnet werden) stehen ihm zusammen mit dem Kindergeld (derzeit 188 Euro) insgesamt bereits 507 Euro zur Verfügung.

  • Lebt der Sohn im eigenen Haushalt, beträgt die Differenz zum Bedarf (670 Euro) und somit sein Unterhaltsanspruch an beide Eltern zusammen 163 Euro. - Selbst wenn die Mutter nicht "leistungsfähig" wäre und der Vater somit allein unterhaltspflichtig, würde er mit 333 Euro momentan rund doppelt soviel zahlen, wie er eigentlich müsste...
  • Wohnt der Sohn noch bei der Mutter, müssten die Eltern zusammen (bzw. ggf. der Vater allein) zwischen 1500 und 1900 Euro bereinigtes Netto verdienen, um dem Sohn überhaupt noch einen Cent zahlen zu müssen (s. Düsseldorfer Tabelle) - der Unterhaltsanteil des Vaters von 333 Euro wäre gerechtfertigt, wenn er allein mindestens 5100 Euro verdienen würde..... (läge sein Einkommen hingegen "nur" um die 3000 Euro, hätte der Sohn maximal Anspruch auf 100 Euro von ihm....)
Antwort
von claudialeitert, 38

Die höchssumme wäre 670 Euro wenn man alleine wohnt. Er wohnt aber zuhause. Er verdienst 409 Euro davon sind 90 in abzug zubringen sind 319 + 188 euro ergibt zusammen 507 euro. Also ich kenn jetzt nicht die Einkünfte des unterhaltszahlers. Aber wenn es 580 Euro wären als Unterhalt laut Tabelle. verdient man als Unterhaltzahler 2301 bis 2700 Euro Also zahlt man noch ca 70 euro. Es muss jetzt den Titel abändern lassen falls es den gibt geht nur über Anwalt.

Antwort
von ichweisnix, 18

Dem Grunde nach besteht während der Erstausbildung ein Unterhaltsanspruch gegenüber beiden Elternteilen. Also bis zum Ende der Lehre.

Bei der Höhe des Unterhalts kommt es auf das Einkommen beider Elternteile und das Einkommen des Kindes an. Lehrgeld ist obligatorisch und nach Abzug des Mehraufwands ( in der Regel 90€ pauschal) voll auf den Bedarf anzurechnen. Ebenso das volle Kindergeld.

Die Einkommen der Eltern sind dann zu addieren und an Hand der Einkommenssumme die Stufe in der Tabelle zu ermitteln. Daraus ergibt sich der Bedarf. Von diesen sind das Kindergeld und das bereinigte Lehrgeld abzuziehen. Der Rest ist im Verhältnis der Leistungsfähgikeit (bereinigtes Einkommen - Selbstbehalt) auf beide Eltern zu verteilen.

Allerdings muß kein Elternteil mehr zahlen, als er ohne den anderen Elternteil zahlen müßte ( d.h. bei Berechnung nur nach seinen Einkommen).

Auf eine Unterhaltshöhe von 333€ kommt man nur wenn das Nettoeinkommen des Vaters über 5100€ liegt, oder massiver Mehrbedarf geltend gemacht werden kann.

Zu beachten ist, das bei einen bestehenden Titel dieser geändert werden muß.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 37

So lange das Kind in der Erstausbildung ist, ist es unterhaltsberechtigt.

Die Unterhaltshöhe kann sich geändert haben. Die Zahlung darf der "Kollege" aber nur mit einem Änderungsbeschluss des Familiengerichts kürzen.

Antwort
von XC600, 9

er sollte den Unterhalt auf jeden Fall neu berechnen lassen , denn falls der Vater kein Großverdiener ist ist davon auszugehen das er höchstwahrscheinlich weniger zahlen muß da der volljährige Sohn ja eigenes Einkommen erziehlt , welches bei der Berechnung berücksichtigt werden muß ........

Antwort
von Guardianstealth, 35

Soll sich mal an das Jugendamt wenden, die können ein genau sagen wieviel und wie lange gezahlt werden muss.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten