Unterhaltspflicht trotz Mangefall?

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4 Antworten

Ein gutes Beispiel dafür, dass Unterhaltsrechner im Internet nichts taugen. Denn diese Rechner können gar nicht auf die Besonderheiten des Einzelfalls eingehen.

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Wenn du minderjährigen Kindern unterhaltspflichtig bist, so liegt dein "Selbstbehalt" ihnen gegenüber zwar bei 1080 Euro, aber für dich gilt dann auch eine "erhöhte Erwerbsobliegenheit".

Das bedeutet: du musst alles dir Mögliche unternehmen, um den Kindern wenigstens den Mindestunterhalt (entsprechend ihrer "Altersgruppe") leisten zu können..., z.B. dir einen besser bezahlten Job suchen oder ggf. einen Nebenjob annehmen.

Würdest du gegen diese Obliegenheit verstoßen, könnte dir ein "fiktives Einkommen" angerechnet werden - also ein Einkommen, welches du mit deinen Fähigkeiten, deiner Qualifikation... verdienen könntest - nach dem dann der Unterhalt berechnet würde.

Nur, wenn du nachweislich trotz aller Bemühungen kein entsprechendes Einkommen erzielen könntest, bräuchtest du auch keinen oder weniger Unterhalt leisten.

Gegenüber allen anderen Personen, die Unterhalt von dir begehren, gilt die Erwerbsobliegenheit nicht - wenn du dann nicht genug verdienst (dann gelten auch höhere Selbstbehalte) - hätten sie schlichtweg Pech...

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Gegenüber minderjährigen Kindern gibt es eine gesteigerte Erwerbsobligenheit. Somit sind sie, soweit möglich, verfplichtet eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder auszubauen damit kein Mangelfall vorliegt.

Entscheidend ist also, ob das Einkommen gesteigert werden kann.

Hallo, ich war bei einem Anwalt für Famillienrecht der mir erzählte das
ich im falle einer trennung den mindestunterhalt von 600€ auf jeden fall
zahlen müsste.

Ihr Anwalt sollte an sich Sie vertreten und Ihnen dabei helfen darzulegen warum das Einkommen nicht gesteigert werden kann.

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Muss man das zahlen auch wenn man sich mit der Mutter anders einigen würde.

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Kommentar von DFgen
06.02.2016, 12:39

Wenn über den Unterhalt ein "Titel" erstellt würde, dann hätte die Kindsmutter das Recht, Unterhalt in der darin festgelegten Höhe von dir einzufordern, einzuklagen, ggf. auch pfänden zu lassen.

  • Es besteht aber keine Verpflichtung seitens der Mutter, einen Titel erstellen zu lassen, wenn ihr euch auch anderweitig einigt.

Wenn die Mutter in der Lage dazu wäre, das Kind auch aus eigenen Mitteln entsprechend zu versorgen, könnte sie  weniger als die eigentlich zustehende Summe von dir verlangen oder auch ganz darauf verzichten.

  • Sollte sie aber staatliche Unterstützung für das Kind beanspruchen wollen, so ist sie verpflichtet, im Interesse des Kindes vorrangig erst einmal den Unterhalt von dir einzufordern....
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