Unterhaltspflicht der Eltern - einige rechtliche Fragen?

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4 Antworten

Seit deinem 18. Geburtstag hast du nur noch Anspruch auf Unterhalt von deinen Eltern, wenn du entweder noch zur Schule gehst oder dich in einer Ausbildung befindest - und deinen Unterhaltsanspruch bei den Eltern selbst geltend gemacht hast.

Da du noch Schüler bist, kannst du also einen Anspruch geltend machen.

Solange aber noch die Möglichkeit besteht, dass du weiterhin bei deinen Eltern wohnen kannst, kommt er seiner bzw. die Eltern ihrer Unterhaltspflicht in vollem Umfang nach, wenn dir Verpflegung und ein Dach über dem Kopf zur Verfügung steht - wozu auch das Kindergeld verwendet werden darf.

Einen weiteren Anspruch - auf ein Taschengeld oder Sonstiges... hast du nicht mehr.

Würde dein Vater dich vor die Tür setzen, müssten er bzw. die Eltern dir nur einen bestimmten Betrag an Unterhalt zur Verfügung stellen, der inklusive Kindergeld maximal 735 Euro beträgt. Davon müsstest du dann alle deine Lebenshaltungskosten bestreiten: Verpflegung, Miete, Strom, Telefon, Kleidung, Freizeit usw.

Zum Einkommen deines Vaters (bzw. der Eltern...) zählen zwar auch Mieteinnahmen, aber der Höchstbetrag für dich läge trotzdem bei 735 Euro (inkl. Kindergeld).

Sollte deine Mutter nicht arbeiten, so wäre der Vater dann vorrangig ihr gegenüber unterhaltspflichtig, dadurch könnte sich der an dich zu zahlende Betrag verringern.....

Gibt es noch jüngere Geschwister, so kämen diese an erste Stellen noch vor der Mutter.

(Würde der Vater dich in eine seiner Wohnungen wohnen lassen, so würde sich der an dich zu zahlende Betrag um die Höhe des Mietwertes für diese Wohnung verringern...)

Sobald du nicht mehr bei den Elter wohnen würdest, müsste der Vater auch nicht mehr arbeiten, nur um dir Unterhalt zahlen zu können.

Er könnte dann von seinen Mieteinnahmen leben, auch wenn du dann leer ausgehen würdest......

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Kommentar von ichwissenmehr
01.08.2016, 13:27

Hallo,

ich habe mich bei Unterhalt.net etwas informiert und zähle wohl als "priviligierter Volljähriger", womit ich im "Unterhaltsrang" die selbe Wichtigkeit wie ein Minderjähriger, und somit Rang 1 innehalte, während z.B Ehepartner und andere Verwandte gerade Linie sich hinten anstellen müssen.

Als priviligierter Volljähriger kommt zur Unterhaltsberechnung anscheinend die Düsseldorfer Tabelle zum Einsatz. Laut Unterhalt.net kann auch das Vermögen zur Berechnung des Unterhaltes hinzugezogen werden. Ich schätze da mein Vater mind. in der Klasse >4.700 Euro ist, stünden mir mind. 807 Euro zu.

Bei Unterhalt.net stand auch, im Naturalunterhalt sei ein angemessenes Taschengeld zu zahlen (das Jugendamt hält 70 Euro für angemessen). Bzgl. Verpflegung, weißt du, ob diese Verpflegung mir bereits fertig (warm) zubereitet werden soll, oder ob ich ggf. von den Zutaten im Schrank mir selbst etwas kochen muss?

Auf der Unterhalt.net Seite konnte ich finden, dass mein Vater in jedem Falle 1.000 Euro selbst behalten könne, bis zu dieser bei ihm übrig bleibenden Summe hat er mir so viel wie möglich zu zahlen, bis der mir zuständige Unterhaltsbetrag zustande gekommen ist.

Mit 1.000 Euro kommt er allerdings nicht aus, da er noch 3 Kinder die bereits ausgezogen sind (ich bin der Jüngste), meine Mutter, 1 Hund, 2 Autos, Nebenkosten für ein Haus sowie Miete+NK für sein Büro und sich selbst (er ist starker ehem. Raucher jetzt E-Raucher) finanzieren muss.

Gestern hatte ich alle Fakten und die Gesetzeslage mit von der Seite der deutschen Anwaltskanzlei sowie von Unterhalt.net kopiert, zusammengefügt und ausgedruckt. Das sollte er sich durchlesen (was er wohl gemacht hat). Jetzt bot er mir an, nach einer 2-monatigen Probephase einem Mieter der seit 1972 in einer 274 Euro günstigen Wohnung von ihm wohnt aufgrund von Eigenbedarf zu kündigen (was allerdings dann nochmal 9 Monate warten aufgrund der langen Fristen bei Eigenbedarfskündigungen bedeuten würde). Er hat gegenüber aber auch noch eine möblierte Wohnung mit monatlicher Kündigungszeit vermietet, die ist aber wesentlich teurer... Mal schauen, 2 Monate warten wäre für mich ungern aber OK, 11 Monate dann nicht mehr.

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Unterhaltsverpflichtung besteht mindestens bis zum Abschluss der ersten Ausbildung. Wenn jemand zu einer Ausbildung gedrängt wurde und er dann etwas anderes macht, dann auch für die weitere. Dies gilt ebenso, wenn man auf den Abschluss aufbauend weitermacht, z.B. eie Ausbildung mit der man Fachabi hat und dann das entsprechende Studium.

Für den Unterhalt zählen alle Einnahmen, auch die aus Mieteinnahmen. Bei 20 Wohnungen ist Dein Vater ja bestimmt auch mit der Veraltung der ganzen Immobilien beschäftigt. Damit hat er wohl eine ganze Menge zu tun.

Das Einkommen kann nicht so gering sein, würde ich sagen.

Ob es die Lösung ist, die Sache gerichtlich zu klären? Du schreibst nur von Deinem Vater und Dir. Gibt es jemand, dem Du vertraust und der auch von Deinem Vater geachtet wird, der Dich in dieser Auseinandersetzung unterstützen und vermitteln kann?

Warum glaubst Du, dass Dein Vater das Wohnungsangebot wieder zurückgenommen hat?

Oft ist man hin und her gerissen. Manchmal sagt man auch das genaue Gegenteil von dem, was man eigentlich denkt. Könnte es sein, dass Dein Vater evtl. auch Angst hat, dass Du ausziehst und ihn das die ganze Zeit schon beschäftigt? Wir Männer haben in aller Regel auch sehr viel meghr Schwierigkeiten über unsere Gefühle zu reden!

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Kommentar von ichwissenmehr
31.07.2016, 12:36

Genau, für die Verwaltung investiert er inzwischen 2-3x so viel Zeit wie für seinen eigentlichen Beruf.

Er hat allerdings beide Mehrfamilienhäuser mit Schulden belastet, das eine durch Renovierungsarbeiten noch relativ gering, das andere aber relativ hoch.

Es gibt jemanden, der immer sehr rational denkt und auf den mein Vater viel eher hört als z.B. auf meine Mutter. Nämlich seinen besten Freund, den er täglich auch im Café trifft. Mit diesem verstehe ich mich auch super und ich hatte schon überlegt evtl. ihn zu fragen was er sagen würde. Allerdings sagt mein Vater ständig ich käme alleine nicht klar (obwohl ich bis auf Kochen alle Haushaltsaufgaben selbstständig lösen kann... und was zu Essen gibt es ansonsten an jeder Ecke).

Mein Vater selbst sagt, dass er das Wohnungsangebot wieder zurückgenommen hätte, da es zum Zeitpunkt der Vereinbarung 22 Uhr war und er schon 2 Bierchen intus hatte, weshalb eine gewisse "Unzurechnungsfähigkeit" bestand.

Ich denke schon, ihn beschäftigt halt ob ich alleine klar käme. Außerdem denkt er ich würde direkt aus der Schule fliegen, weil er es so verstanden hat (beim Vorstellungstermin in der Schule), ü18-jährige würden nach wenigen Male Zuspätkommen von der Schule fliegen... Er war nicht mal bereit mir die Bücher zu bezahlen: "Erst wenn du einige Wochen drauf bist". Er will halt nicht den Mietentfall riskiert haben, wenn ich dann nach 3 Wochen o.ä. sowieso wieder fliege.

Das halte ich für völligen Käse, da keine Schule seine Schüler runter schmeißen würde - weil, was haben die dann für eine Perspektive? Zudem hatte ich nicht geplant dort zu spät zur Schule zu kommen. Das banale ist, dass ich von zuhause bis zur Schule mit den öffentlichen Verkehrsmittel ca. 1 Stunden pro Tour brauche (mit meinem Roller 35min und mit dem Auto über 25min+Parkplatzsuche), während ich von seinem Mehrfamilienhaus lediglich <15min mit dem Roller benötigen würde und dann auch noch gegen den jeweiligen Verkehrsfluss.

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Geh doch mal zum Jugendamt und laß dich beraten. Das geht auch erst mal anonym.

Vielleicht suchst du dir eine Wg? Keine Ahnung ob du ein sporadisch/minimalistisch lebender Typ sein könntest. Sohn von Bekanntem lebte 3 Monate im Auto. Dann zahlte der Vater, weil die Mutter sonst Ärger gemacht hätte.

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Kommentar von ichwissenmehr
01.08.2016, 14:10

Ne, WG mit fremden Personen oder im Auto pennen - ich denke das könnte ich nicht :D

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Zunächstmal sind beide Eltern also Vater und Mutter unterhaltspflichtig.

Ich habe eine Ausbildungsvertrag erhalten und mich noch vor dem
Ausbildungsbeginn während des Praktikums im Betrieb gegen die Ausbildung und für die Schule entschieden.

Eine Orientierung ist unterhaltsrechtlich kein Problem. Der Unterhaltsberechtigte muß bei der Berufswahl auch nicht die für den Unterhaltspflichtigen billigste Variante wählen.

Er argumentiert damit, dass er nur unterhaltspflichtig sei wenn ich zeitgleich auch die Unabhängigkeit zu ihm anstrebe.

Die Berufsausbildung ist zielgerichtet und zügig abzuschließen. Die Wahl der Berufsrichtung liegt aber wie gesagt beim Unterhaltsberechtigten.

Ist es rechtens, wenn man zur Berechnung des Geldunterhaltes nur seine
Berufstätigkeit, aber nicht andere Einnahmen wie zB Mieten sowie das
Vermögen in Betracht zieht?

Mieteinkommen sind unterhaltsrechtlich Einkünfte, von die Mieteinnahmen sind natürlich die Kosten abzuziehen. Auch das mietfreie Wohnen im Eigentum wird als ( fiktives ) Einkommen gewertet. Allerdings maximal auf das beschränkt, was im Selbstbehalt dafür vorgesehen ist.

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Kommentar von ichwissenmehr
31.07.2016, 12:25

Meine Mutter ist allerdings Hausfrau und hat demnach kein eigenes Einkommen - mein Vater finanziert insgesamt 4 Kinder, 2 Autos und 1 Haus (schuldenfreies Eigentum).

Er hat ein ziemlich großes Vermögen - allerdings zu 90% in Immobilien. Davon lebt er größtenteils. Nun kann er ja theoretisch mit seiner Selbstständigkeit aufhören oder die Leistungsbereitschaft immer weiter hinunterfahren, hat dadurch weniger Einnahmen und im Endeffekt habe ich ja weniger Geldrente zu erwarten, OBWOHL er von seinem Vermögen immer noch besser leben kann als der Durchschnitt.

Hat der Gesetzgeber dort etwa das Schlupfloch nicht gestopft?

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