Frage von Gibson, 21

Unterhaltsanspruch für Kind nach Trennung?

Hallo liebe Online-Gemeinde,

ich habe lange gebraucht um zu erkennen das meine Ehe nach der Affaire meiner Ehefrau leider nicht mehr zu retten ist....bedauerlich aber wahr.... Irgendwann habe ich mich dann auf die Suche nach einer neuen Partnerin gemacht und diese auch gefunden, und lebe nun seit 6 Monaten mit Ihr zusammen. Nun geht das Theater aber erst richtig los:

Mein 12-jähriger Sohn lebt bei meiner bald Ex-Frau und hat ja Anspruch auf Unterhalt, den ich auch nach bestem Willen erfüllen möchte. Ich zahle z.Zt. 100€ /mtl. , was ich, wenn ich das alles richtig interpretiert habe, auch korrekt ist. Der Selbstbehalt liegt wohl bei 1080€ und mein Netto bei ca. 1150€. Darüber hinaus bezahle ich seinen Handy-Vertrag 25€/mtl. und seine Lebensversicherung 30€/mtl., sowie anteilig Schulreisen, Fußball etc.

Jetzt kam heute in den Medien das der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss auf das 18. Lj. verlängert wurde....Muss ich jetzt damit rechnen das sich bis zum 18, Geburtstag im Hintergrund eine Schadenssumme auftürmt, die mir irgendwann wie ein Damoklesschwert ins Genick fällt?

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 5

Nein, damit musst du nicht rechen.

Du bleibst zwar weiterhin allein barunterhaltspflichtig für dein Kind bis zu dessem 18. Geburtstag - aber nur im Rahmen deiner "Leistungsfähigkeit", also nur mit dem Betrag, der dir oberhalb deines "Selbstbehaltes" noch verbleibt (selbstverständlich bei einer Vollzeitbeschäftigung ...).

  • Sollte die Frau über den Unterhalt von dir hinaus noch Unterhaltsvorschuss beanspruchen, würde dein Einkommen entsprechend überprüft - und wenn du nachweislich nicht ausreichend "leistungsfähig" bist, würde der mögliche Unterhaltsvorschuss später nicht von dir zurückgefordert werden können.
  • Nur, wenn du keine entsprechenden Nachweise erbringen würdest, müsstest du mit Rückforderungen des gezahlten Vorschusses rechnen... 

Solange der Unterhalt nicht "tituliert" ist, kann die Frau keinen bestimmten Betrag von dir fordern. 

Er sollte in Höhe des Gesamtbetrages tituliert werden, den du an die Frau zahlst..., 

  • denn Handykosten, Versicherungen... müsste die Frau in der Regel selbst aus dem laufenden Unterhalt von dir bestreiten.
  • Auch Klassenfahrten, Schulausflüge... müssen aus dem laufenden Unterhalt bezahlt werden, sind also keine "Sonder- oder mehrausgaben", die du dir mit der Frau teilen müsstest.... 
  • Diese "Extrazahlungen" würden dir also gar nicht  "angerechnet", wenn sie nicht tituliert sind...

Dein Selbstbehalt liegt derzeit bei 1080 Euro - er ändert sich auch nicht "automatisch" durch die neue Freundin..

Sollte die Mutter deines Kindes den Unterhalt vom Jugendamt titulieren lassen (im Rahmen einer "Beistandschaft", könnte dein SB nicht herabgesetzt werden, da das Jugendamt dazu keine Befugnisse hat

Nur durch gerichtlichen Beschluss könnte dein SB evt. aufgrund einer möglichen "Haushaltsersparnis" beim Zusammenleben mit neuem Partner herabgesetzt werden - dazu müsste die Ex-Frau aber ggf. erst eine Unterhaltsklage gegen dich anstreben.....

Antwort
von Menuett, 15

Nein, Du wirst da angeschrieben und man will auch deine Gehaltsnachweise sehen.

Wenn Du mit einem Partner zusammenlebst, senkt sich Dein Selbsthalt um die Haushaltsersparnis. Da sind dann eher 880€ Dein Selbstbehalt.

Und man will sehen, dass Du Dich um einen Nebenjob bemühst, damit du den Mindestunterhalt leisten kannst..

Die Mutter Deines Kindes hat da wohl geschlafen.

Kommentar von Gibson ,

Danke für die schnelle Antwort.

Ich möchte mich auch in keinster Weise aus der Verantwortung stehlen....Wir haben nach wie vor einen guten Kontakt und sind an einer jederzeit gütlichen Einigung interessiert.

Da ist noch so viel zu klären, Hausverkauf etc. ...aber das soll alles im ruhigen abgehen, also ohne Rosenkrieg

Kommentar von DFgen ,

Wenn Du mit einem Partner zusammenlebst, senkt sich Dein Selbsthalt um die Haushaltsersparnis. Da sind dann eher 880€ Dein Selbstbehalt.

Nein, nicht unbedingt.....

Der Selbstbehalt wird nicht "automatisch" herabgesetzt - das kann nur erfolgen durch einen gerichtlichen Beschluss - z.B. im Rahmen einer Unterhaltsklage...

Würde der Unterhalt durch das Jugendamt festgesetzt ("tituliert"), müsste als Selbstbehalt 1080 Euro angesetzt werden - denn das Jugendamt selbst hat keinerlei rechtliche Befugnis, den SB aus irgendwelchen Gründen herabzusetzen.....

Kommentar von Menuett ,

Ja, so ist es ganz korrekt.

Das muß schon über ein Gericht laufen.

Die Jugendämter sind da leider oft sehr lahmarschig.

Antwort
von Turbomann, 10

Du solltest dich von einem guten Anwalt beraten lassen oder hast du die Scheidung noch gar nicht eingereicht?

Kommentar von Gibson ,

Scheidung ist noch nicht eingereicht...

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