Frage von MarioKoblenz, 79

Unterhalt/Leistungen vom Amt nach Scheidung?

Am 23.03. haben meine zukünftige Ex-Frau und ich Scheidungstermin vor Gericht. Sie hat Anfang des Jahres Trennungsunterhalt gefordert, nachdem man ihr bei diversen Ämtern bei denen sie etwas beantragen wollte sagte es gibt nichts, wenden sie sich an ihren Mann wegen Unterhalt. Wir sind uns soweit einig was gezahlt wird, bis eben die Scheidung rechtskräftig ist.

Trennungsunterhalt endet mit rechtskräftiger Scheidung, das weiß ich. Meine Frage ist nun ob sie nach Rechtskraft Leistungen beim Amt (Aufstockung, Wohngeld o.ä.) bekommt oder nicht oder das Amt weiterhin reagieren wird wie zuvor und auf mich als Ex-Mann hinweisen wird...

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo MarioKoblenz,

Schau mal bitte hier:
Unterhalt Scheidung

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 35

Der "Trennungsunterhalt" endet mit der Scheidung.

"Nachehelicher Unterhalt" muss dann nur noch gewährt werden, wenn er im Rahmen des Scheidungsverfahrens vom Richter zugesprochen wurde.

Dies geschieht aber nur noch in Ausnahmefällen (und dann zumeist auch für einen befristeten Zeitraum), da in der Regel davon ausgegangen wird (seit der "Reformierung" des Scheidungsgesetzes 2008...), dass nach der Ehe beide Ehepartner ihren eigenen Lebensunterhalt selbst erwirtschaften können.

Ausnahmefälle wären z. B., wenn ein Kind unter drei Jahren betreut werden muss oder es sich um eine "lange Ehedauer" handelt oder "ehebedingte Nachteile" angeführt werden (ein Ehepartner hat wegen der Kinderbetreuung auf eine Ausbildung verzichtet o.ä...).

oder das Amt weiterhin reagieren wird wie zuvor und auf mich als Ex-Mann hinweisen wird...

Nach der Ehe besteht kein Anspruch mehr auf "Familienunterhalt" - ohne zugesprochenen "nachehelichen Unterhalt" kann also kein Anspruch mehr erhoben werden....

Kommentar von MarioKoblenz ,

Vielen Dank für Deine Ausführung, genau so sehe ich das nach einlesen in die Thematik ja auch.

Kinder gibt es nicht, wir waren wenn die Scheidung durch ist 6 Jahre verheiratet, es gibt aus meiner Sicht keine ehebedingte Nachteile (sie konnte stets so arbeiten wie sie wollte etc., im Gegenteil, die letzten "sicheren" Jobs hat sie aus meiner Sicht mutwillig gekündigt um zu ihrem Freund zu ziehen und hat deshalb jetzt Jobtechnisch diese Misere)

Antwort
von beangato, 49

Danach hat ab dem Zeitpunkt der rechtskräftigen Ehescheidung jeder
Ehegatte die Verpflichtung für seinen Lebensunterhalt selbst Sorge zu
tragen bevor Geschiedenenunterhalt eintritt.

http://www.unterhalt.net/ehegattenunterhalt/geschiedenenunterhalt.html

Deine Frau muss sich also Arbeit suchen bzw. Gelder beim Amt beantragen.

So war das übrigens in der DDR geregelt (nur gabs da kein ALG 1 oder 2, weil die meißten Frauen arbeiten gingen.

Antwort
von turnmami, 45

Solange du Unterhaltspflichtig bist (auch ggf. nach der Scheidung) werden alle Ämter auf dich verweisen.

Warum soll die Allgemeinheit bezahlen, wenn du vorrangig Unterhaltspflichtig bist!

Kommentar von MarioKoblenz ,

Naja, das es so einfach nicht ist kannst Du auch oben im Kommentar von beangato lesen.

Das Unterhaltsrecht nach Scheidung wurde ja vor einigen Jahren deutlich verschärft, und der Gesetzgeber hat es Frauen deutlich schwerer gemacht "einfach mal Geld zu verlangen".

Und wenn die Frau, wie meine zukünftige Ex-Frau beide Jobs die sie hatte ohne neuen Job kündigt und umzieht und sich daraus dann eine Kette von Beschäftigungen ergibt die immer nur wenige Wochen halten soll mir mal einer erklären wieso ich dann dafür aufkommen soll das sie so handelt...

Kommentar von DFgen ,

Solange du Unterhaltspflichtig bist (auch ggf. nach der Scheidung) 

... nach der Scheidung besteht nur noch ein Unterhaltsanspruch, wenn dieser im Rahmen des Verfahrens vom Richter zugesprochen wird - und dies geschieht seit 2008 nur noch im Ausnahmefall...

Inzwischen sind wir im 21. Jahrhundert angekommen - und mit uns die "Gleichberechtigung"...

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