Frage von benmueller, 49

Unterhalt wegen neuem Kind?

Hallo Leute,

ich brauche wirklich mal einen Guten Rat. Ich bekomme mit meiner Frau im Juli 2016 ein Kind. Jetzt zahle ich Unterhalt an meine beiden Kinder aus erster Ehe. Ich verdiene ca 1759,00€ Ich zahle brav meinen Unterhalt. Meine Frage wäre es zu wissen ob ich meinen neuen Unterhaltsanspruch den gegenüber meinen Kindern aus erster Ehe neu berechnen lassen kann. Ein bekannter meinte Ja da ich meinem neuem Kind auch Unterhalt schulde. Hinzu würde meine Ehefrau gezählt da Sie nur 300,00€ Elterngeld bekommt und ich ihr ebenfalls Unterhalt berechtigt bin. Da meine Ex Frau einen Titel hat und diesen gnadenlos ausnutzt möchte ich nur wissen kann ich das oder ist das Hokus Pokus. Wenn ja darf ich diesen Tiztel 4 Wochen vor Geburt meines neuem Kindes anfechten oder erst nach tatsächlicher Geburt. Ich frage nur da mein Unterhalt fast 700,00€ beträgt und mit 1080 Eigenbedarf ist es schlecht bei Geburt meines neuen Kinds den Unterhalt in der höhhe weiter zu Zahlen. Also kann ich vorher was tun oder muss ich warten bis zur Geburt des Kindes.

Danke Liebe Grüße

Antwort
von isomatte, 21

Du kannst ab der Geburt versuchen den Titel abändern zu lassen,sollte das nichts werden,dann kannst du versuchen Wohngeld und Kinderzuschlag zu bekommen !

Dazu gibt es im Internet jeweils kostenlose Rechner.

Sollte das aber auch nichts werden,dann bleibt nur noch einen ALG - 2 Antrag zu stellen.

Der hätte den Vorteil,deine beiden Kinder würden den Unterhalt wie gewohnt weiter bekommen,weil das Jobcenter ( ALG - 2 ) deinen gezahlten Unterhalt berücksichtigen muss,dann würdet ihr von den Rundfunkgebühren befreit und sollte im Leistungsbezug eine Nachzahlung aus einer Jahresendabrechnung kommen,die sich auf die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) bezieht,würdet ihr diese auch auf einen formlosen Antrag bekommen.

Euch würden dann ab der Geburt folgendes zustehen :

- Regelsatz du 364 €

- Regelsatz Frau 364 €

- Regelsatz Kind 237 €

- KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung

Wobei die KDU - in der Regel die ersten 6 Monate in tatsächlicher Höhe zu übernehmen sind,danach würdet ihr nur noch die angemessenen KDU - bekommen und wenn ihr in dieser Übergangszeit nicht in eine andere angemessene Wohnung wechseln wollt,dann müsstet ihr danach die Differenz selber zuzahlen.

Die Wohnung dürfte bei 3 Personen ca. 70 qm - 75 qm haben,was sie bei euch dann kosten dürfte musst du beim zuständigen Jobcenter erfragen.

Um einen ersten Überblick zu bekommen kannst du im Internet unter ,, Harald - Thome - örtliche - Richtlinien " einmal nachsehen oder du gibst mal ein ,, angemessene KDU " und dazu den Namen deiner Stadt.

Die KDU - wird dann auf 3 Personen verteilt und dazu kommt dann jeweils der Regelsatz,würde beim Kind dann also 337 € Regelsatz sein und bei angenommen 600 € Warmmiete 200 € Kopfanteil der KDU - der Bedarf würde dann bei 537 € liegen.

Von diesen 537 € würde dann das Kindergeld als Einkommen des Kindes vom Bedarf abgezogen,also dann minus 190 €,dem Kind würde dann also vorerst einmal eine Aufstockung von ca. 347 € zustehen.

Vom Elterngeld deiner Frau würden dann max. ihre 30 € Versicherungspauschale abgezogen,also entweder 270 € oder bei Aufteilung auf 2 Jahre dann 120 € als anrechenbares Einkommen auf euren Bedarf angerechnet.

Wenn sie also nur 1 Jahr Elterngeld bezieht,dann würden 270 € angerechnet und wenn sie es teilt dann würde sie nur 150 € Elterngeld bekommen,abzüglich der max. 30 € blieben dann 120 € anrechenbares Einkommen übrig.

Dir stehen auf dein Bruttoeinkommen Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll zu,dass sind dann erst mal 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 900 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) stehen dir noch mal 20 % Freibetrag ( 180 € ) zu und nach der Geburt des Kindes von 1000 € - 1500 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag,also noch mal 50 € dazu.

Das ergibt dann einen Freibetrag von min.330 € und dieser würde dir von deinem Nettoeinkommen theoretisch abgezogen.

Wenn du also angenommen 1760 € Netto verdienst,dann blieben dir ca. 1080 € Selbstbehalt,weil du deinen titulierten Unterhalt von ca. 680 € zu zahlen hast und nach Abzug der min. 330 € Freibetrag blieben noch ca. 750 € anrechenbares Nettoeinkommen übrig.

Da euer Regelsatz 2 x 364 € beträgt = 728 € blieben hier ca. 22 € Überschuss,der dann auf den Bedarf des Kindes angerechnet werden würde,dazu dann die 270 € oder 120 € Elterngeld und was dann noch bis zum Bedarf fehlen würde,stünde euch als Aufstockung zu.

Dem Kind würden also in dem Beispiel noch ca. 347 € fehlen und wenn ich diese 270 € + 22 € annehmen würde,dann sind das ca. 292 €,es würden also immer noch ca. 55 € bis zum Bedarf des Kindes fehlen und dazu käme dann noch 2 x 200 € Kopfanteil der KDU - für euch Erwachsene.

Dann stünde euch monatlich eine Aufstockung von ca. 455 € zu ggf.könntest du dann noch Aufwendungen wegen deiner Beschäftigung geltend machen.

Antwort
von Akecheta, 31

Du kannst einen vollstreckbaren Titel nicht mehr anfechten. Außerdem bezieht der sich ja auf alte Forderungen und nicht auf neu entstandene.

Den Unterhalt kannst neu berechnen lassen, da sich ja die die Zahl der unterhaltsberechtigten Personen ändert. Stichwort: Düsseldorfer Tabelle. Les selber nach, gibt auch genug Online-Rechner.

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