Frage von derangler82, 98

Unterhalt, Gehaltspfändung und nicht das Leibliche Kind?

Hallo an alle. Wir haben momentan ein Riesen Problem in der Familie. Es geht darum, dass Herr A. Unterhalt zahlen muss für ein Kind wo sich im nachhinein herausgestellt hat das er nicht der Vater ist. Dieser Test wurde privat gemacht und hat somit keinen Bestand vor Gericht. Obwohl das Gericht sie dazu aufgefordert hatte die erforderlichen Proben zu dem Institut zu schicken. Diese vom Gericht gesetzten Fristen hat sie verstreichen lassen und die Proben gingen zu spät ein. Er hatte diesen Test denn trotzdem machen lassen und da hat sich herausgestellt das er nicht der Vater ist. Da war das Kind etwa 16 Jahre alt. Ziemlich spät, ich weiß. Damals hatte er die Vaterschaft anerkannt nach der Geburt. Jetzt ist sie mittlerweile 18 Jahre alt und hat inzwischen auch schon eine Lehrstelle abgebrochen. Sie wohnt noch bei ihrer Mutter. Die Mutter hatte vor nicht ganz zwei Jahren eine Gehaltspfändung erschlichen bekommen und die besteht bis heute noch. Das sind immerhin 309€ jeden Monat die irgendwo anders fehlen. Für ein Kind das noch nicht mal seins ist. Das Kind und die Mutter wissen beide das er Nicht der Vater ist. Er hat die Schnauze gestrichen voll (was auch völlig verständlich ist). Wie hat er die Chance von dieser Pfändung weg zukommen? Er verdient gut aber das, was die Mutter da gemacht hat, die ganzen Jahre, ist zum Ken! Vielleicht habt ihr hilfreiche Tipps. Besten Dank.

Antwort
von DFgen, 34

Herr A hat die Vaterschaft zwar schon vor vielen Jahren anerkannt, aber ab dem "nachweislichen" Moment, da berechtigte Zweifel an seiner Vaterschaft aufkamen, hätte er innerhalb einer Frist eine "Vaterschaftsanfechtungsklage" abstreben müssen... Wenn er das also rechtzeitig getan hat, dürfte das "Verschleppen" der angeforderten Untersuchungsergebnisse durch die Kindsmutter keine Rolle spielen - er selbst hat dann ja die Frist eingehalten..... sollte sich also an seinen Anwalt wenden, um das Verfahren voranzutreiben... 

(Wird im Rahmen der Anfechtungsklage der tatsächliche Vater festgestellt, könnte er von diesem den gezahlten Unterhalt zurückfordern....)

Seit ihrem 18. Geburtstag ist die Tochter selbst für ihre Unterhaltsforderungen zuständig, nicht mehr ihre Mutter.... - diese ist ja seitdem selbst anteilig barunterhaltspflichtig...

Für alle Forderungen, die ab diesem Tag gelten, müsste die Tochter also selbst einen Titel gegen ihren vermeintlichen Vater erwirkt haben - existiert ein solcher nicht, könnten nur noch ausstehende Zahlungen bis zu ihrer Volljährigkeit eingefordert werden....

Antwort
von DerHans, 36

Wenn er gut verdient, sollte er sich doch einen Anwalt leisten können,. um die Gehaltspfändung los zu werden.

Auch wenn der Vaterschaftstest illegal war, muss man doch das Ergebnis akzeptieren.

Antwort
von petrapetra64, 9

Die Sache ist die, man hat 2 Jahre Zeit, nachdem man Kenntnis erlangt, dass das Kind nicht das eigene ist, um die Vaterschaft anzufechten.

Im Einzelfall kommt es eben auf die Umstände an, hatte man bei der Vaterschaftsanerkennung bereits Kenntnis, dass noch jemand anderes in Frage kommt als Vater, ist nach 2 Jahren nichts mehr zu machen. Dann hat man es sozusagen akzeptiert.

Ist man da aber von der Vaterschaft überzeugt und erst Jahre später ergeben sich Hinweise, entweder gibt es die Mutter zu oder man findet Beweismaterial (z.B. Liebesbriefe) oder Freunde oder Verwandte äussern deutliche Verdachtsmomente von damals, dann muss man diese Umstände nachweisen (Zeugen) und dann laufen die 2 Jahren erst ab diesem Zeitpunkt. Bis dahin muss man die Vaterschaft angefechtet haben (mit Beweisen, warum man erst so spät Verdacht geschöpft hat).

Nach diesen 2 Jahren ist es dann aber definitiv zu spät, dann ist man zum Unterhalt verpflichtet, egal ob es das leibliche Kind ist oder nicht. Dann bleibt die Pfändung bestehen, egal ob es das eigene Kind ist oder nicht.

Antwort
von rasperling1, 8

Solange er als Vater des Kindes gilt, ist er unterhaltspflichtig. Offenbar hat in ein Gericht auch bereits zum Unterhalt verurteilt, denn sonst könnte die Mutter keine Pfändung betreiben (zum Pfänden braucht man einen Gerichtsbeschluss). Soweit ist das alles in Ordnung, zumal er ja seine Vaterschaft anerkannt hat. Die Mutter verhält sich keineswegs rechtswidrig (moralisch könnte das anders sein, das hilft aber nicht weiter).

Die einzige Möglichkeit wäre, wenn er die Vaterschaft anficht. Das geht aber nur innerhalb von drei Jahren ab Kenntnis des Umstands, dass er nicht der Vater ist, bzw. ab Kenntnis von schweren Verdachtsmomenten. Das könnte natürlich schwierig werden, nachdem er sich offenbar jahrelang nicht um die Sache gekümmert hat. 

Antwort
von Goodnight, 53

Mit dem Urteil zum Amt oder einen Rechtsanwalt beauftragen.

Kommentar von derangler82 ,

Das Amt beruht sich auf eine sogenannte 2-Jahresfrist. Innerhalb der ersten zwei Lebensjahre hätte er die Vaterschaft anfechten können. Nun wohl nicht mehr... Schwachsinn!

Kommentar von Goodnight ,

Das Betreibungsamt kann sich auf gar nichts anderes berufen als auf das aktuelle Urteil vom Familiengericht.

Wenn ich das so lese, gibt es dieses Urteil wohl nicht. Der Vaterschaftstest allein hilft da gar nicht.

Kommentar von Menuett ,

Diese 2jährige Frist beginnt an dem Datum, an dem Zweifel an der Vaterschaft bestanden.

Wenn die aber vorbei ist, dann ist sie vorbei und sie bleibt seine Tochter.

Antwort
von jimpo, 33

Herr A sollte ein DNA Test noch nochmal bei Gericht anstreben. So geht es nicht.

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