Frage von Ichbins50, 87

Unterhalt für Kind welches Ausbildung abgebrochen hat. Unser Kind (20J) lebt seit einem Jahr in einem Wohnheim für Jugendliche. Unterhaltspflicht weiterhin ?

Unser Kind (20J) hat Anfang 2015, nach erfolgreichem Realschulabschluss, eine Ausbildung zum Elektriker begonnen. Nun hat er im November diese abgebrochen.Ich habe keinerlei Kontakt zu ihm oder der Mutter. Informationen über Verdienst oder weitere Lebensplanung erhalte ich somit nicht. Wie verhält es ich mit der Unterhaltspflicht1. Im jetzigen Zustand (er hat die Ausbildung selbst abgebrochen)2. Wenn er die Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzt.3. Wenn er eine weiterbildende Schule besuchen möchte.

Ich bin Selbständig im kleinen Rahmen als Einzelunternehmer und habe ein geringes Einkommen. Von den Ämtern werde ich jedoch leider höher eingestuft, weil meine private Rentenversicherung von Diesen nicht als solche anerkannt wird. Sie behandeln es wie normales Angespartes. Ich bezahle derzeit 350,-€ Unterhalt, die ich eigentlich dringend für die Altersvorsorge selbst benötigen würde. Die Mutter ist ebenfalls selbständig und verdient sehr gut. Die bei ihr zur Berechnung herangezogenen Unterlagen vielen, "zufälliger Weise", in ein Jahr indem sie "hohe Investitionen" hatte.

Ich bedanke mich bereits jetzt für die Antworten und hoffe endlich mehr Durchblick zu erhalten.

Änderung Januar: Er lebt nun vorübergehend bei der Oma und muss sich bis Mitte Februar eine eigene Unterkunft suchen, da er die Unterkunft im Lehrlings- wohnheim aufgrund der verlorenen Ausbildungsstelle (er wurde, verhaltens- bedingt fristlos gekündigt) verloren hat. Neue Ausbildung ist erst ab September geplant. Die alte Ausbildung will er auch in einem anderen Betrieb nicht fortsetzen (Umorientierung)

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rasperling1, 51

Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob Dein Sohn derzeit überhaupt einen Unterhatsanspruch hat. Denn er befindet sich nicht in einer Berufsausbildung. Wenn er seine abgebrochen Ausbildung in Kürze (maximal in einem Monat) bei einem anderen Betrieb fortsetzt, besteht weiterhin ein Unterhaltsanspruch, auch für die Übergangszeit. Wenn er erst zum neuen Lehrjahr im August einen neuen Ausbildungsplatz aufnehmen will, besteht derzeit kein Unterhaltsanspruch. Vielmehr ist er verpflichtet, sich um einen Vollzeitjob zu bemühen. Der Unterhaltsanspruch würde erst mit Beginn der neuen Ausbildung wieder aufleben (bzw. ab Beginn der schulischen Weiterbildung. Eine schulische Fortbildung muss aber nur dann bezahlt werden, wenn Dein Sohn aufgrund seiner schulischen Leistungen dafür überhaupt geeignet ist). Wenn er gar nichts macht, besteht natürlich auf Dauer kein Unterhaltsanspruch. Sollte ein Unterhaltsanspruch bestehen (bzw. ab August neu entstehen), so ist zu berücksichtigen, dass auch die Mutter unterhaltspflichtig ist. Wenn sie selbständig ist, wird ihr Einkommen nach dem Durchschnitt der letzten drei Kalenderjahre berechnet. Natürlich muss bei Selbständigen streng geprüft werden, ob die vorgenommenen Abzüge überhaupt berechtigt sind.

Antwort
von hertajess, 39

http://www.juraforum.de/lexikon/kindesunterhalt-volljaehrige-kinder

Wie Du da nachlesen kannst hat Dein Kind nur dann Anspruch auf Unterhalt wenn es entweder in Ausbildung ist oder aber auf eine Schule geht.

Lese Dich da mal durch. Das fand ich noch unter der Frage nach der steuerlichen Absetzbarkeit auf der Seite - Link unten auf der Seite - :

Verweigerung der Unterhaltszahlungen

Grundsätzlich ist jeder Unterhaltspflichtige zur Zahlung des Unterhalts verpflichtet. Allerdings kann es in Einzelfällen offizielle Gründe geben, ihn von dieser Verpflichtung zu befreien, nämlich wenn eine „grobe Unbilligkeit besteht. Diese kann beispielsweise darin bestehen, dass der Unterhaltsempfänger seine Bedürftigkeit selbst verschuldet hat, wie durch Kündigung seines Arbeitsplatzes. Auch üble Nachrede seitens des Unterhaltsempfängers über den Unterhaltspflichtigen gegenüber Dritten kann zur Kürzungen beziehungsweise Einstellung der Unterhaltszahlungen führen [OLG Hamm, 03.02.2000, 3 UF 360/96]. Auch bei einem Bestehen derEhe von weniger als einem Jahr ist der ansonsten Zahlungspflichtige im Falle einer Trennung nicht zu Unterhaltszahlungen verpflichtet [OLG Hamm, 16.12.2005, 11 UF 138/05].

Urteile findest Du online im Volltext. Einfach so wie es da steht in die Suchmaske eingeben. Dann müsste der Volltext angezeigt werden. 

Antwort
von himako333, 49

Bis zum Ende einer Erstausbildung bis Du ggf. Unterhaltspflichtig, ein Abbruch einer Ausbildung-Berufswechsel ist akzeptable.. 

Du kannst aber ein Recht drauf genauste Auskünfte über seine Bezüge und den Ausbildungsverlauf zu erhalten.. auch was die Mutter leistet , nur so kannst Du Deinen Anteil korrekt ausrechnen

 wenn er jetzt eine Bummelzeit einlegt bist Du erstmal aus der Zahlpflicht draußen, die ruht bis er eine neue Ausbildung beginnt und die Höhe, was Du leisten mußt, ergibt sich dann aus seinen & Deinen Bezügen..

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