Frage von fraka007, 116

Unterhalt bei Volljährigkeit- Anrechnung Einkommen neue ehefrau - inwieweit werden die neuen Ehepartner bei der UH-Pflicht einbezogen?

Hallo, ich weiß das beide elternteile Barunterhaltspflichtig sind. inwieweit werrden die neuen Ehepartner bei der UH-Pflicht einbezogen?

also Beispiel.

neue Frau des KV verdient netto 600€ ist dies relevant ?

Antwort
von DFgen, 116

Die Ehe- oder Lebenspartner des Unterhaltspflichtigen sind dessen Kindern nicht unterhaltspflichtig, deshalb wird ihr Einkommen auch nicht herangezogen/angerechnet.

Nur, wenn ein Unterhaltspflichtiger einem minderjährigen Kind nicht wenigstens den Mindestunterhalt (nach "Düsseldorfer Tabelle") zahlen kann, könnte ggf. geprüft werden (nur durch gerichtliche Anordnung), ob sein Ehepartner ihm ggf. Unterhalt schuldet und er diesen Unterhalt dann für sein Kind einsetzen könnte.

Für einen Unterhaltsverpflichteten gegenüber einem volljährigen (nicht mehr "privilegierten) Kind besteht keine "Erwerbsobliegenheit" mehr. Kann er aufgrund seines dann erhöhten "Selbstbehaltes" (derzeit 1300 Euro) keinen oder nur wenig Unterhalt an sein Kind zahlen, hat dieses schlichtweg  "Pech" ...

neue Frau des KV verdient netto 600€ ist dies relevant ?

Ja, aber auf andere Weise als vermutlich angenommen:

  • Ist das Kind nicht mehr privilegiert, so steht es in der "Unterhaltsrangfolge" hinter der neuen Ehefrau. 
  • Der Mann wäre also zunächst einmal seiner Ehefrau unterhaltspflichtig (im Rahmen des "Familienunterhaltes"), wenn diese selbst ein zu geringes Einkommen (oder gar keins) erzielt, um ihren eigenen Lebensunterhalt davon vollständig zu bestreiten. Das dürfte bei 600 Euro der Fall sein....
  • Erst, wenn die Frau also "versorgt" ist, und dem Mann dann noch mehr als 1300 Euro verbleiben, bräuchte er ggf. seinem Kind vom darüber liegenden Betrag anteilig Unterhalt zahlen....

Kommentar von fraka007 ,

Hallo und danke

1300€ Selbstbehalt? Dachte 1080€ ??!!!!

Kind lebt bei KM, auch weiterhin..da noch Schüler Gymnasium bis 2018.

Kommentar von DFgen ,

Wenn ein volljähriges Kind noch eine allgemeine Schule besucht und noch bei einem Elternteil lebt und noch unter 21 ist, so zählt es als "privilegierter" Volljähriger - und der Selbstbehalt beider Elternteile ihm gegenüber liegt bei 1080 Euro.

Trifft nur einer der drei Aspekte nicht mehr zu, so gilt das Kind nicht mehr als "privilegiert" und der Selbstbehalt der Eltern liegt bei jeweils 1300 Euro.

Antwort
von Gerneso, 116

Nein. Bei 600 Euro ist das nicht relevant.

Relevant könnte es sein, wenn das zu Unterhalt verpflichtete Elternteil nicht arbeitet, da der neue Ehepartner sehr gut verdient.

In dem Fall wäre der neue Ehepartner dem anderen zu Unterhalt verpflichtet und von diesem Geld könnte der Elternteil dann den Kindsunterhalt zahlen.

Antwort
von Ursusmaritimus, 113

Nein, aber deine Einkünfte sind maßgebend! Auch können die Eltern ihre Unterhaltspflicht durch Bereitstellung von Naturalunterhalt (Unterkunft und Verpflegung) erfüllen. Also ist die Barunterhaltspflicht obsolet.

Kommentar von fraka007 ,

das mit den naturalien wäre eine Absprache zwischen Kind und KM...bei der Berechnung ist das unrelevant.

Aber danke

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Nun, wenn es für das Kind nicht zumutbar ist genügt eine Ablehnung. Bei Zumutbarkeit genügt die Bereitstellung, Absprachen in gegenseitigem Einvernehmen sind auch jederzeit ohne Paragraphen möglich.

Kommentar von Gerneso ,

Oh nein. Wenn es möglich wäre dass das Kind Zuhause wohnt, können die Eltern auch entscheiden dass sie auf dem Weg ihrer Unterhaltspflicht nachkommen. Es besteht kein Anrecht auf einen eigenen Haushalt bei Volljährigkeit.

Kommentar von DFgen ,
Absprache zwischen Kind und KM...bei der Berechnung ist das unrelevant.

"Unrelevant" ist es nicht.

Die Mutter ist ja ebenfalls barunterhaltspflichtig. Zwar kann sie ihren Anteil am Unterhalt in Form von Verpflegung und Unterkunft gewähren, aber dieser Anteil muss ebenfalls als Bargeldanteil am Gesamtunterhalt berechnet werden.

Denn der "unterhaltsrechtliche Bedarf" des Kindes wird ja nun nicht mehr nur anhand des väterlichen Einkommens ermittelt, sondern am Einkommen beider Elternteile zusammen - und das bildet dann die Grundlage für die Einkommensstufe nach "Düsseldorfer Tabelle", aus der dann der "Bedarf" ablesbar ist. Von diesem "Bedarf" wird dann das volle Kindergeld abgezogen (und falls das Kind bereits ein Einkommen erzielt, auch dieses...), und ergibt dann den Gesamtunterhalt, der dann auf beide Eltern aufzuteilen ist (anteilig im Verhältnis ihrer Einkommen zueinander).

Der Vater muss dann seinen Anteil bar an das Kind zahlen (nicht mehr an die Mutter) und die Mutter kann ihren Anteil in Form von "Kost und Logis" gewähren.

Kommentar von fraka007 ,

ja das habe ich mit unrelevant gemeint..meine Frage ging ja um die Berechnung :-)

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