Frage von euk51, 39

Unterhalt an Kinder bei verschiedenen Frauen?

Mein Sohn muss Kindesunterhalt an seine Ex bezahlen. Nun lebt er wieder in einer neuen Beziehung mit der er auch ein Kind hat und nun im April kommt das für ihn dritte Kind. Er arbeitete im Westen und hat gut verdient. Nun ist er im Osten mit Arbeit aber eben auch mit deutlich niedrigem Einkommen. Er ging in den Osten damit er für die Familie auch Zeit hat. Das Jugendamt lässt eine Herabsetzung des Unterhaltstitel nicht zu. Die Begründung ist, er hätte da nicht kündigen dürfen. Nun habe ich ihm geraten abzuwarten bis im März 2017 das dritte Kind kommt. Seine jetzige Frau soll dann für ihre beiden Kinder einen Titel auf dem Gericht anstreben, dadurch wird eine Berechnung der insgesamt drei Kinder neu durchgeführt. Liege ich richtig? Oder wo sind da wieder juristische Unmöglichkeiten?

Antwort
von Menuett, 15

Wenn Dein Sohn jetzt zu einer Mangelfallberechnung wird, dann hat das Jugendamt völlig recht.

Und auch wenn er über 100 Prozent zahlt, kann er nicht so einfach in einen Job wechseln in dem er weniger verdient. Kann er schon, er muss dann nur den Unterhalt wie gehabt weiter zahlen.

Wenn er mit seiner Frau verheiratet ist und mit ihr zusammenlebt, dann bekommt sie keinen Titel auf Unterhalt.

Er kann dann eine Neuberechnung durch das Jugendamt veranlassen, da wird dann auch das dritte Kind berücksichtigt. 

Macht im Schnitt 3 € aus.

http://www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer_tabelle/Tabelle-ab-01_01_2...

Antwort
von auchmama, 8



Mein Sohn muss Kindesunterhalt an seine Ex bezahlen.

Nicht ganz richtig im eigentliche Sinne, denn er zahlt für sein 1. Kind den Unterhalt! 

Der Unterhalt vom Vater steht dem Kind rechtmäßig zu, weil es allein sicher noch nicht arbeiten kann und die Mutter des Kindes verwaltet das Geld, weil es das Kind ja wohl noch nicht alleine kann! Es ist und bleibt das Kind Deines Sohnes und auch Dein Enkelkind! Und bis Kinder erwachsen sind und sich selber versorgen können, sind nun mal BEIDE Eltern finanziell für das Kind verantwortlich! Die Mutter erbringt ihren Anteil am Unterhalt durch die Betreuung des Kindes. Sie selbst kann ja sicher weniger arbeiten und einer muss sich ja auch um das Kind kümmern!

Das Kinder viel und sogar sehr viel Geld kosten, dürfte uns ja allen mehr als bekannt sein! Und warum sollte dann die Mutter auch noch die finanzielle Hauptlast fast alleine tragen, nur weil Dein Sohn noch weitere Kinder bekommt?

Das erste Kind hat übrigens auch noch ein Umgangsrecht mit seinem Vater! Soll es darauf jetzt auch verzichten, weil er so weit weg wohnt und weitere Kinder hat?

Das Dein Sohn nun umgezogen ist und einen schlechter bezahlten Job angenommen hat, ist eine recht unüberlegte Sache von ihm als unterhaltspflichtiger Vater gewesen! Warum ist denn die fast 2-fach Mutter nicht zum Vater der Kinder gezogen? Davon hätten doch dann alle profitiert!

Dein Sohn wird wohl nun die Suppe aus löffeln müssen und das Jugendamt hat in diesem Fall absolut Recht! Es vertritt in erster Linie die Rechte seines ersten Kindes, weil dieses Recht vom Vater irgendwie missachtet wurde.

Alles Gute für alle und stell Dir doch bitte einfach mal selber die Frage; "hättest Du es fertig gekriegt, Deinen eigenen Sohn das Geld zu kürzen, nur weil Du noch weitere Kinder, mit einem anderen Frau/Mann bekommen wolltest/hättest?"

Schade eigentlich, dass für solche Fälle extra Gesetze geschaffen werden müssen und Eltern sich da nicht allein ihrer menschlichen Verantwortung stellen :-(


Kommentar von euk51 ,

Danke für Deine Antwort. Muss nun doch noch etwas ergänzen!

Also mein Sohn ist nicht weggezogen sondern zur neuen Kindermutter hingezogen. Also richtig auf Familie. Er hatte im Westen nicht gewohnt sondern hatte dort wegen der Arbeit nur ein Zimmer und ist am WE zur Frau und Kind gefahren. Nun kommt das zweite Kind (insgesamt das Dritte) für die jetzige Frau. Und damit nicht nur WE Familie besteht hat er gesagt, ok ich kündige dort und komme mit Arbeit vor Ort. Hier im Osten ist halt das Geld vom Westen nicht zu verdienen. Außerdem sagte er sich, seine Frau hat doch auch ein Anrecht auf eine Familie. Wohnen tuen sie dort im Mehrgenerationenhaus auf dem Lande. So wie es üblich ist, alle sind für alle da. Oma hat wenig Rente, Schwiegermutter arbeitet auch nur geringfügig und Schwiegervater ist oft gesundheitlich nicht arbeitsfähig. Spuren der harten Landwirtschaft zeigen sich. Seine Frau hat Elternzeit.

Er beschwert sich nicht wegen Unterhalt, den zahlt er gern und die Tochter ist ja fast jedes WE bei ihm. Nur seine Frau sagt, warum muss ich zurückstehen. Sie hat dann zwei Kinder von ihm. Die sind also weniger wert?!!

Nochmal, es will sich keiner drücken, es geht nur um gerechte Gleichgewichte.

Kommentar von auchmama ,

Ich finde es ganz fabelhaft, dass Du an das Wohl fast aller denkst!

Allerdings ist Dein Sohn inzwischen ein erwachsener Mann und da erkundigt man sich doch vorher, was für welches Kind fällig ist und unter welchen Voraussetzungen "ALLE" zu ihrem "Gleichgewicht" kommen!



Nur seine Frau sagt, warum muss ich zurückstehen

Seine jetzige Frau ist ebenfalls erwachsen und hat sich für einen Mann entschieden, der bereits ein Kind hatte! Das man dadurch auch Abstriche in Kauf nehmen muss und nicht nur ans eigene Wohlergehen denken kann, ist eigentlich ein Naturgesetz! Für ihren Unterhalt dürfte wohl auch nichts mehr übrig bleiben, weil erst die minderjährigen Kinder dran sind und bei 3 Stück summiert sich das!

Und wenn in dem ländlichen Idyll so viele Menschen wohnen, dürfte es mit der Kinderbetreuung ja auch keine Probleme geben und die neue Frau kann doch dann auch schnellstmöglich wieder zum Familienunterhalt beitragen - wegen dem "Gleichgewicht" meine ich. Der Ex-Frau bleibt ja sicher auch nichts anderes übrig......

Antwort
von helya89, 8

Hallo,

bei einem dritten Kind wird die Unterhaltshöhe nach Düsseldorfer Tabelle neu berechnet, d.h. er wird eine Stufe herabgestuft.

Das Jugendamt hat jedoch (zumindest rechtlich) recht, das verminderte Einkommen ist selbstverschuldet. Somit kann es die Herabsetzung ablehnen.

Seine jetzige Frau kann keinen Unterhaltstitel anfordern, wenn Sie mit ihm verheiratet ist oder mit ihm zusammenlebt. Dies geschieht nur in Trennung.

Er hat also nur die Möglichkeit sich im Osten einen besser bezahlten Job zu suchen, mit der Freundin wieder in den Westen zu ziehen und dort besser bezahlt zu werden, oder ab dem dritten Kind eine Stufe in der Düsseldorfer Tabelle herabgestuft zu werden.

Das Thema Kindesunterhalt ist komplex und dort lauern die oben beschriebenen Stolperfallen. Vielleicht ist euch zu empfehlen, euch einmal in das Thema einzulesen: https://www.scheidung.de/kindesunterhalt.html

Antwort
von Elfi96, 16

Ja, meines Wissens nach muss die neue Partnerin dann einen Titel anstreben. 

Unterhalt gegenüber den dann drei Kindern hat Vorrang  vorm Unterhalt der neuen Partnerin. LG 

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