Frage von IE2013, 70

Untere Vorderzähne jucken und schmerzen, Weisheitszähne entfernt, Ibu en masse – könnt Ihr mir Tipps geben?

Hallo,

Vor etwa einem Monat hat der untere linke Schneidezahn bei mir angefangen zu jucken, nach einer Weile wurde es unerträglich und ich holte mir Ibu400 aus der Apotheke. Das Mittel half sehr, allerdings hat es ja seine Nebenwirkungen und ein Dauereinsatz sollte vermieden werden.

Es war Weihnachtszeit, und bis Neujahr war kein Arzt wirklich erreichbar. Ich vermutete, dass meine 3 Weisheitszähne (einer ist schon weg) Druck auf andere Zähne ausüben, und eben Schmerzen verursachen. Der Kieferchirurg, den ich Anfang Januar aufsuchte, machte ein Röntgen-Bild, bestätigte und vereinbarte eine OP in zwei Wochen. Dazu bekam ich die Ibu600 verschrieben – allerdings für die Zeit nach der OP.

Das heißt – ich war etwa anderthalb Wochen auf Ibu400 (anfangs immer 3x am Tag), und dann folgten weitere zwei Wochen. In den letzten Tagen vor der OP haben die 400mg-Tabletten nicht ausgereicht, und ich fing an die 600mg zu nehmen.

Vor fünf Tagen war die OP. Die Schwellung hat sich mittlerweile fast gelegt, die Wunden scheinen gut zu verheilen (das hat mir gestern ein anderer Arzt bescheinigt), aber ohne Schmerztabletten kann ich immer noch nicht. Denn einerseits fühlt sich der operierte Bereich immer noch heftig an (nach dem Abklingen der Ibu-Wirkung), und dann ist eben immer noch der Schmerz bei der unteren Vorderzahn-Reihe. Die Zähne vorne unten haben sich auch etwas verschoben (was ja nicht ungewöhnlich ist).

Woher kommen nun die Schmerzen dort? Wurde ein Nerv traumatisiert? Wurde er bereits vor der OP durch die WHs mit in die Leidenschaft gezogen? Fangen die Zähne an sich neuzuordnen, so dass die „Wanderung“ Schmerzen verursacht?

Wie auch immer – ohne Schmerztabletten geht es nicht. Und jetzt bin ich praktisch seit einem Monat auf Ibu. Und er geht ja bekanntlich auf dem Magen, die Leber, die Nieren, die Milz und auch auf das Herz. Alle diese Organe habe ich bereits leicht gespürt. Richtige Schmerzen hatte ich nicht wirklich, aber ich will auch nicht, dass es dazu kommt. Ich nehme Pantoprazol, um den Magen zu entlasten. Und seit heute Nacht trank ich sehr viel Magen- und Darmtee, ich merke allerdings, dass er in größeren Mengen auf die Nieren geht. Ich habe so ein Gefühl.

Jedenfalls, meine Fragen?

1) Das mit der Zahnreihe unten vorne – woher kommt es, wie lange hält es an, kennt jemand sowas?

2) Könnte die Zahnreihe vielleicht per Zahnspange fixiert und beruhigt werden?

3) Gibt es eine Alternative zu Ibuprofen?

Ich versuche ja schon die Dosis zu verringern, allerdings geht es natürlich zu Lasten der Schmerzreduzierung. Ich versuche jetzt immer 200mg zu nehmen, und dann möglichst lange durchzuhalten. Mindestens 6 Stunden. Wobei die letzte Stunde und die Stunde nach der neuen Einnahme zu einem Horrortrip werden.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Könnt Ihr mir Tipps geben? Was hält Ihr eigentlich von Tramal? Könnte ich darauf umsteigen?

Antwort
von authumbla, 49

Du scheinst anhand Deiner Beschreibungen ein sehr sehr schmerzempfindlicher Mensch zu sein. Das ist nix für einen "normalen" Zahnarzt. Das rate ich Dir als 25 Jahre praktizierender Zahnarzt!

Geh in eine Klinik, am besten eine Uniklinik oder ein Schmerzzentrum.

Die Suche nach der Ursache kann schwierig sein und wird sich lange hinziehen, die Beseitigung der Schmerzen könnte Monate dauern.

Selbstmedikation mit Tramal, welches das stärkste mögliche morphiumähnliche Schmerzmittel ist solltest Du unterlassen.

Kommentar von IE2013 ,

Ist es denn ein derartiger Sonderfall? Keiner weiß etwas mit diesen Symptomen anzufangen.

Einem Kieferchirurgen müsste eine solche Situation doch geläufig sein. Die Wunden scheinen langsam aber sicher zu verheilen und schmerzen nicht mehr, aber die unteren Vorderzähne sind wirklich übel. Und das Problem ist, dass ich bei jeder Untersuchung den Mund aufmachen muss, und dass ich zu der Untersuchung überhaupt hinlaufen muss. Dabei werden der Kiefer und die schmerzenden Zähne wieder aufs Neue strapaziert.

Ein weiterer Punkt - ich nehme in den letzten Tagen wesentlich weniger Schmerzmittel, allerdings kann es sein, dass ich es von Anfang an hätte machen können. Ein totaler Verzicht aber ist nicht drin.

Kommentar von authumbla ,

Tut mir leid das sagen zu müssen, aber das ist alles andere als normal. Kann mich nur wiederholen:

Geh in eine Klinik, am besten eine Uniklinik oder ein Schmerzzentrum.

Wenn schon das Mund aufmachen ein Problem darstellt, befürchte ich sogar, dass es außer rein zahnmedizinischen auch noch andere Ursachen gibt, die eher im psychischen Bereich angesiedelt sind.

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