Frage von Juur2016, 37

Unter welchen Umständen muss man AuslandsBaföG beantragen?

Guten abend, ich habe ein riesen Problem mit dem Bafögamt. Ich habe im Rahmen meines Studiums ein Pflichtauslandssemester in einem Nicht -EU-Land absolviert. Dabei habe ich kein Auslandsbafög beantragt, weil ich nichts von einer solchen Möglichkeit wusste und weder die Uni, noch das Bafögamt haben mich je über eine solche Förderungsart informiert. Von den Kommilitonen konnte ich auch nichts erfahren, da ich als Stipendiat an einer Privatuni wahrscheinlich der Einzige bin der Bafög bekommt.

Nun fordert das Amt von mir die Summe zurück und zwar eine die um 20% höher ist als geleistet! Meine Universität hat bekräftigt, dass meine Auslandsuni eine Partneruni ist und ich im Rahmen eines Kooperationsvertrags dort studiert habe, das heißt ich war dort nicht eingeschrieben sondern hier in Deutschland. Ich versuche den Leuten vom Amt zu erklären, dass ohne einer Immatrikulation es keinen Grund für Auslandsbafög gibt, doch die dort arbeitenden Leute scheinen nicht zuhören zu wollen, sondern stets irgendwelche Papiere und Nachweise zu verlangen die schon mehrere Jahre alt sind.

Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass ich etliche Bekannte habe, die das Bafög schamlos ausgenutzt haben indem sie sich an einer deutschen Uni eingeschrieben haben und diese nie besucht haben. Wo liegt dann der Unterscheid zu meinem Fall, denn ich war ja ebenso eingeschrieben?

Hat einer eventuell einen solch brisanten Fall erlebt? Wie soll ich verfahren? Ist ein Anwalt eventuell der richtige Ansprechpartner?

Expertenantwort
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 25

Hi,

also da du eben nicht in Deutschland studiert hast, stand dir das Inlands-Bafög nicht zu. Du musst natürlich kein Auslands-Bafög beantragen, aber das für das Inland stand dir tatsächlich nicht zu.

Sie können das Geld also für die Auslandssemester zurückfordern. Da jedoch beim Auslandsbafög auch nur Förderung ab Antragsstellung gibt, hast du das Geld verloren.

Man ist bei einem Auslandssemester immer in Deutschland immatrikuliert. Das ist also nichts besonderes.

Als Rat: Es ist immer wichtig alles mit der Uni UND dem Bafög-Amt abzustimmen. Wärst du hin und hättest gesagt, dass du bald im Ausland bist, hätte man dir das mitgeteilt. Jetzt ist das Kind leider in den Brunnen gefallen, aber vllt hilft dir das später auch weiter bei zB Fachwechsel, Regelstudienzeitüberschreitung, Schwerpunktverlagerung etc.

Ein Anwalt wird dir auch nicht helfen, da die Gesetzeslage eindeutig ist.

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