Unter diesen Umständen unmoralisch oder nicht?

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4 Antworten

Moral ist subjektiv, also kann ich dir keine allgemeingültige Antwort geben. Und trotz der Versuche all dieser Philosophen ist auch Ethik niemals grundsätzlich wahr sondern immer von deinen Bedingungen abhängig

Es kommt hier auf das Selbstwertgefühl des Mannes an. Ist es ihm wichtig, dass er diesen Schwur niemals bricht, so wichtig, dass er sehr darunter leiden würde? Oder ist es eben ein Schwur, den man macht, aber der nicht so wichtig für das Selbst ist?

Immerhin hat derihn ja unter erheblichen psychischen Belastungen ausgesprochen, also könnte man ihn hier für unzurechnungsfähig erklären. Die Situationen verlangen in allen BEreichen verschiedenes Handeln und warum sollte uns etwas versagt sein, was wir in einer Situation des Lebens so empfanden, das nun aber nicht mehr in unserem Willen liegt. Wenn die Umstände wechseln, ändern sich die Gefühle und mit ihnen unsere Ziele, also finde ich es nicht so gerechtfertigt sich daran gebungen zu fühlen. Auch da es in der Hauptsache nur ihn betrifft. Er muss es schlicht mit sich selbst ausmachen, was ihm wichtig ist.

Wären noch andere lebende Personen (wollte seine Frau das eigentlich?) daran eteiligt, wäre es eine ganz andere Situation, auch weil man dann anderen gegenüber verpflichtet ist und nicht nur sich selbst.

Kants Kategorischen Imperativ könnte man für beides zur Rechtfertigung benutzen, wenn man ein klein wenig spitzfindig ist (ich nenne es lieber: Dinge genau behandeln):

Du sollst handeln, wie du willst, dass alle handlen, also darfst du den Schwur nicht brechen, weil du von allen willst dass sie ihre Eide halten. Aber wenn du es auch von anderen akzeptieren würdest, dass sie ihren Schwur in einer solchen Situation zu brechen, dann bist du darin gerechtfertigt es ebenfalls zu tun (ich halte nicht viel von kat. Imperativ, er sagt nur in schöneren Worten: was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu, ohne irgendwelche weiteren Aussagen zu machen, als: Behandle alle inklusive dir gleich; keine Ahnung warum das alle so begeistert hat, mich jedenfalls nicht)

Und auch Kant hat es mit der ehrlichen Auslegung nicht immer so genau genommen, sondern verlegte sich auf spitzfindigkeiten, wo man dann fragen kann, ob es überhaupt noch ein Eid ist, da meiner Ansicht nur ein ehrlicher Eid etwas wert ist. Eine Welt voller Menschen die unehrliche spitzfindige Eide aussprechen währe wohl kaum im interesse Kants selbst und dennoch hat er einmal genau eine solche spitzfindige, unehliche Auslegung für alle Menschen gerechtfertigt, indem er es selbst getan hat:

"Die Kriegsgeschichte ist voll von schlauen Meineiden. Wie Zeus, lächelte
einmal ein christlicher Bischof über den sophistischen Schwur, nach
welchem seine Partei einen Waffenstillstand für einige Tage abschließen und die Nächte im Geiste ausnehmen wollte. Auch die Geschichte
der Philosophie kennt eine solche »feierlichste Erklärung« mit einer
reservatio mentalis; kein Geringerer als Kant, trotz seines
kategorischen Imperativs, versicherte seinen Gehorsam »als Euer königl.
Majestät getreuer Untertan« mit dem Hintergedanken, nur so lange
gebunden zu sein, als der König lebte."

Jaja, wasser predigen und wein trinken....

http://www.zeno.org/Mauthner-1923/A/Eid
Diese Seite ist übrigens glaub ich generell toll, wenn du dich näher mit diesem Thema beschäftigen willst

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Was schwört er ihr so einen Schrott! Okay, er war in einer emotionalen Ausnahmesituation. Da sagt man schon mal sowas. Mal ehrlich, er verunglimpft sie doch nicht damit, also seine damalige Frau. Er hat sie über alles geliebt. Das wird sich dadurch doch nicht ändern. Er ist nicht mit ihr gestorben. Ich glaube, es ist okay. Und Kant, weiß ich nicht. Der hätte jetzt wohl gesagt, dass man sein Versprechen halten muss, wenn man das von anderen auch erwartet. Na und, bist du Kant? Muss doch jeder selbst wissen. Aber der Mann lebt noch. Also soll er sein Leben leben.

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Da es in der Ehe heißt, bis das der Tod uns scheidet, ist es eigentlich nicht verwerflich eine neue Beziehung anzufangen, nun ist da aber die Sache mit dem Versprechen, was jeder selber wissen muss, ob er dieses nun brechen möchte oder nicht. Es liegen immerhin drei Jahre zurück und jeder Mensch hat Bedürfnisse, auch wenn man diese Unterdrücken kann.

Ich würde es aber nicht als verwerflich ansehen. 

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Kant würde es ihm verbieten wollen, da er die Lüge in allen Punkten ablehnt/ als moralisch verwerflich erachtet. Ich würde ihm sagen, das er auf "sein Herz hören soll" bevor er handelt

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