Frage von BackSlash405, 70

Unsichere Finanzwelt?

Hi,

ich habe in meinem Studium einen nicht zu vernachlässigenden BWL-Block. Nach und nach habe ich gemerkt, in was für einer unsicheren Finanzwelt wir leben. Es kann diese Sekunde sein, dass der Euro inflationiert ist und man sein ganzes Erspartes in die Tonne werfen kann.

Sollte man sich absichern und z.B. Gold und/oder Immobilien kaufen oder übertreibe ich ein wenig und der Fall eines Börsencrashs ist abwegig?

Antwort
von Quetzi, 37

Langsam, langsam...

vorneweg: So große Sorgen musst Du Dir, glaub ich, nicht machen.

Drei Punkte:

Erstens: Ein Börsencrash ist etwas anderes als eine Hyperinflation.


Zweitens: Ein massiver Kursrückgang, genau wie ein massiver Kursansteig, ist an den Börsen etwas Normales. Auch ein Crash ist das von Zeit zu Zeit einmal drinnen. Die ganzen letzten Chrahes haben wir aber ganz gut verkraftet und der Ottonormalverbraucher hat gar nicht so viel davon gemerkt. Letztlich spiegelt die Börse die Erwartungen der Anleger wieder und nicht die wirkliche Situation der Wirtschaft.

Drittens: Inflation ist nicht ganz unwahrscheinlich, denn die EZB gibt zur Zeit sehr bereitwillig neues Geld auf den Markt. Da jedoch die Unternehmen gar nicht so viel Kredite nachfragen, wirkt das Angebot zur Zeit nur schwach inflationär. Ich halte eine deutlich höhere Inflationsrate für möglich, nicht aber eine Hyperinflation. Und wenn, dann kommt diese auch nicht über Nacht. Und wenn Du an Gold oder Immobilien denkst, darfst Du eines nicht vergessen: Je mehr Leute Angst vor Inflation haben und je mehr deshalb Gold und Immobilien kaufen, desto teurerer werden Gold und Immobilien. Gerade in den Ballungsräumen sind die Preise für Immobilien mittlerweile so hoch, dass ein jetztiger Markteinstieg sehr riskant wäre. Und in strukturschwachen Regionen kann es sein, dass Du die Immobilien nie wieder los wirst.

Alles in allem (entschuldige den folgenden Sarkasmus): Die EZB macht zur Zeit ordentlich Unfug. Mario Draghi ist im Italien der 60er aufgewachsen, sehnt sich in seine Kindheit zurück und will deshalb auch heute soviel Inflation wie damals in Italien. Außerdem findet er, dass die Euroscheine mit vielen Nullen deutlich hübscher wären. Leider machen da aber die Unternehmen nicht mit, da offensichtlich die europäischen Unternehmer mehr von ihrem Handwerk verstehen als Herr Draghi.

Antwort
von BenniXYZ, 30

Na ganz so schlimm ist es nicht. Also nicht Sekundenschnell. Jedoch finde ich ein gewisses Mißtrauen angebracht.

Ja, die Finanzwelt ist sehr angeschlagen. Das billige Geld macht den Banken, Versicherungen, Rentenkassen, Pensionsfonds... zu schaffen. Früher wurden die Sparer belohnt mit Zinsen. Heute werden sie bestraft mit keinen Zinsen oder gar Negativzinsen. Z.B. klassische Renten-oder Lebensversicherungen sind vom Markt. Es gibt (fast) nur noch fondsgebundene Tarife. Mit Laufzeiten 30 Plus.

Persönlich finde ich Gold nicht so attraktiv, der Markt schwankt, ist unübersichtlich und unattraktiv.

Immobilien kann man nicht genug haben. Du brauchst etwa 20% Eigenkapital.

Antwort
von Karla8473, 9

Leider reden viele von Inflation und wissen nicht was dies überhaupt bedeutet. Ein einfacher Blick auf Wikipedia würde jedoch schon reichen. 

Das Wort Inflation kommt aus dem lateinischen und bedeutet "Anschwellen". In diesem Fall ist das Anschwellen der Geldmenge gemeint. 

Wie wir alle wissen ist durch die Maßnahmen der EZB genau dieses "Anschwellen" momentan so hoch wie nie zuvor! Die uns vorgegaukelte Inflation von deutlich unter 2% bitte kritisch hinterfragen. Wir sind momentan deutlich darüber. 

Viele Grüße,

Karla

Antwort
von MarkLuberts1982, 15

Ich bin der Meinung das alles ist auch nur Panikmache, ich lass mich da nicht verrückt machen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community