Frage von rotezoralinden, 49

Unsere neue Mitbewohnerin sagt, sie müsse nicht putzen. Was können wir tun?

Wir sind eine 5-er-WG (zwei Mütter mit Kindern 1 J. und 16 J. sowie ein Mann). Die Mutter mit Baby ist die Neue, ich bin die Hauptmieterin und Mutter des 16-jährigen. Unser weiterer Mitbewohner, mein Sohn und ich möchten, dass die Wohnung weiterhin so saubergehalten wird wie bisher. Wir putzen die gemeinsam genutzten Räume im wöchentlich Wechsel. Unsere Neue sagt, sie muss nicht putzen, nur wenn, wie und wann sie will, es gäbe Wichtigeres. Sie schrie während meiner Abwesenheit unseren Mitbewohner und meinen Sohn an, nachdem die beiden sie unabhängig voneinander an ihrem (innerhalb ihrer Putzwoche von ihr selbst ausgewähten) Wochentag am Spätnachmittag an ihren fälligen Putzdienst erinnert hatten. Die beiden Jungs riefen mich dann total geplättet an, da die Mitbewohnerin gegen Türen schlug und die von mir bereitgestellten Putzutensilien duch die Gegend schmiss. Als ich abends nach Hause kam, wischte siedie Fußböden nur an frei zugänglichen Stellen (also um die Abtreter herum, um die Klobürste herum, um Esstich und Stühle herum, nur "runde Ecken" und ohne vorher zu fegen oder Staub zu wischen oder die Küchenarbeitsflächen zu putzen. so war sie dann nach einer halben Stunde mit der Arbeit für die wir anderen jeweils ca. 3 Stunden benötigen fertig. Als ich sie ansprach, dass es so nicht gehe, schrie sie mich an, sagte, sie putze so wie sie wolle und jetzt sowieso nicht mehr und es sei reine Freundlichkeit von ihr, überhaupt zu putzen, sie müsse das gar nicht. Wir hätten sie gezwungen an diesem Tag zu putzen, dabei hatte sie sich ihn ja selbst ausgewählt. Heute (3 Tage später und somit bereits in meiner Putzwoche) hat unser Prinzesschen dann mal geruht, wenigstens noch im Flur Staub zu wischen, spricht aber mit niemandem von uns mehr. Kündigen kmmt aus rechtlichen Gründen nicht so schnell infrage, da die Kündigungsfrist 6 Monate beträgt. Was können wir tun, wenn wir uns weder ihrem Sauberkeitsstandart anpassen, noch für sie und ihre Tochter mitarbeiten möchten? Ich hatte ihr auch vorgeschlagen, eine Reinigungskraft zu bestellen, wenn sie die Arbeit nicht selbst erledigen möchte, worauf sie entgegnete, könnte ich ja auf meine Kosten machen. Wenn sie Babynahrung verschüttet, tritt sie in den Schmadder auch noch rein und verteilt ihn so in der ganzen Wohnung, ist ihr einfach egal - uns 3 anderen aber nicht! Was können wir tun???

Antwort
von berlina76, 18

Wieso 6 Monate Kündigungsfrist? Habt Ihr das so im Mietvertrag festgelegt?

Normal sind es bei Untermiete 6 Wochen.

Dann gib es Ihr schriftlich, das wenn sie nicht Putzt, du eine Putzfee bestellst und die Kosten auf Ihre Nebenkosten draufschlägst. 

Kommentar von NightHorse ,

Das mit den kosten für eine Putzkraft ist immer so eine Sache, wenn im Mietvertrag nichts mit Putzen vereinbart ist, muss die Untermieterin auch nichts zahlen.

Antwort
von NightHorse, 13

Es kommt drauf an, was ihr im Mietvertrag vereibart habt. Wurde der Putzdienst dort in keiner Silbe erwähnt, dann sieht es für euch schlecht aus. Auch die Art und Wiese wie sie Putzt kommt drauf an, was im Mietvertrag vereinbart wurde. Das ist die rechtliche Seite. Zwischenmenschlich würde ich euch einfach mal empfehlen, das ihr euch zusammensetzt und das Problem besprecht. ICh weis ja nicht wie gründlich ihr das Putzen haben möchtet, aber manch andere sehen das nicht so eng. Das ist vermutlich das Problem. Aus meiner eigenen erfahrung mit WGs weis ich, das ichmal in einer WG gewohnt habe, die jede Woche die Fenster geputzt haben wollten, was aus meiner sicht Völlig übertrieben war. Auch das dein 16-Jähriger Sohn versucht hat sie Daran zu "errinnern" konnte nur schief gehen. Und warum muss es eigentlich ein Fester Putztag sein, Ich kenne ihrer Situation nicht, aber es gibt oftmals Tage, da möchte man nach der Arbeit nur noch entspannen. Wie wäre denn eine Fexlibler, bzw nach bedarf angepasster Putzplan?

Kommentar von rotezoralinden ,

Unser türkischer Mitbewohner und mein Sohn (der genauso viel zahlt wie wir "Erwachsenen" und das gleiche Stimmrecht hat) und ich sind alle einer Meinung, haben vor dem Einzug mit der Neuen auch übers Putzen gesprochen. Sie weigert sich nun, darüber zu sprechen, will das Wort "Putzen" nicht mehr hören, obwohl sie vorher mit der wochenweisen Regelung  einverstanden war. Ich habe 20 Jahre Erfahrung in diversen WGs und wirklich überall war und ist es selbstverständlich, dass a l l e die Gemeinschaftsräume putzen. Wir hatten vorher auch schon eine afrikanische Mitbewohnerin, mit der es in den 2 Jahren ihrer Ausbildung, die sie hier lebte, nie Probleme gab, selbst unsere damals 18-jährige deutsche) Mitbewohnerin, die direkt von Mami zu uns kam, putzte wie ein Profi. Auch alle Männer, mit denen ich je in einer WG gelebt habe, hatten kein Problem mit dem Putzen. Ich denke, es liegt weder am Alter, Geschlecht, noch der Nationalität. Wer nicht will, will halt nicht.

Kommentar von NightHorse ,

Ich weis ja nicht, wie ihr mit einander Sprecht, aber wenn sie noch nichtmal mehr das Wort "Putzen" höhren kann, läuft wohl was an der Kommunikation schief. Sprecht das Thema einfach mal 2 oder 3 Wochen nichtmehr an, und dann könnte ihr ja nochmal drüber reden. Wenn die Fronten verhärten bringt das keinen von euch weiter.

Und nur weil deine vorherigen Mitbewohner und du einen "Putzfimmel" mal etwas überspitzt ausgedrückt habt, heist das nicht, das sie das genauso sieht. Und da hilft es auch nicht mit immer mehr druck zu kommen. Manchmal muss man auch die Leine lockerer lassen, um etwas zu erreichen.

Und bezüglich deines 16-Jährigen Sohns, auch wenn er zu gleichen Teilen miete Zahlt, heist das nicht automatisch, das er Erwachsenen befehle erteilen kann. Als Erwachsener lässt man sich nunmal nicht gerne von Kindern Befehle erteillen.

Antwort
von Halbammi, 22

Mietvertrag kündigen.

Antwort
von Manioro, 17

Reden Reden Reden.

Eins erscheint mir klar. Wenn Dein 16-jähriger Sohn glaubt Deine erwachsene Mitbewohnerin erziehen zu müssen, dann wird das nichts. Ich glaube ihr müsst in dieser Hinsicht klar machen, wer mit wem redet.

Und... kündigen.

Kommentar von rotezoralinden ,

Sie hatte vorher ja schon den mit ihr gleichaltrigen 33-jährigen Mitbewohner angebrüllt und mich (57) dann mehrfach auch noch. Ist es nicht egal, wie alt derjenige ist, der im Recht ist?  Darf ein 40- oder 70-jähriger seine Meinung vertreten, ein 10-oder 20-jähriger nicht? Wir sind eine gleichberechtigte WG, jeder zahlt, jeder putzt, auch mein Sohn.

Kommentar von Manioro ,

Ja, da hast Du Recht. Aber Du willst ja auch etwas erreichen. Ob es dann strategisch klug ist, dass sie die volle Front (auch von Jugendlichen) bekommt, wage ich zu bezweifeln. Mit immer mehr Druck kommt man einer Lösung nicht unbedingt näher. Und... viele Erwachsene haben ein Problem damit, sich etwas von einem Jugendlichen in dem Alter sagen zu lassen. Ihr eröffnet also thematische und emotionale Nebenschauplätze obwohl es doch eigentlich nur ums Putzen geht.

Also: Natürlich darf er seine Meinung sagen. Nur macht es die Sache vermutlich nicht besser, sondern komplizierter.

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