Ich arbeite in einem Großraumbüro, ca. 30 Leute. Kollegen, die um mich herum sitzen, sind dermaßen laut und teilweise auch am stottern, daß ich mich auf meine Arbeit (Controlling) nicht konzentrieren kann. Ein normales Gespräch mit meinem Tischnachbarn ist gar nicht möglich (er empfindet auch so). Mittlerweile treten schon heftige Probleme bei mir auf: Schlafstörungen, Muskelverspannungen (dann helfen nur noch Infusionen), Herzrasen und allgemeine Agressivität. Einige Kollegen sind ernsthaft erkrankt: Burnout, Depressionen usw. Ein Gespräch mit den verursachenden Kollegen, sowie mit der Geschäftsleitung hat nichts gebracht. Die Kollegen nehmen sich dann zwei Stunden zurück und dann geht´s wieder weiter. Die Geschäftsleitung tut das Problem einfach ab. Befürchte echt durchzudrehen....Was kann ich bloss machen ???? Mag nicht ständig total fertig nach Hause kommen.....ein Jobwechsel ist nicht so einfach, außerdem mag ich meine Kollegen sehr.......Bitte um Tipps, damit ich nicht ausraste....
Ich saß früher auch im Großraumbüro und empfindliche Kollegen nutzten einen Hörschutz wie ihn Bauarbeiter verwenden. Sieht zwar komisch aus, wirkt jedoch!

Das ist eine Sache für den Betriebsrat. Außerdem muss die Geschäftsleitung eingreifen, wenn ALLE Betroffenen massiv dagegen vorgehen würden. Sprecht euch also erst mal ab, was ihr gemeinsam tun könnt.
Die Entwickler in der Software-Firma für die ich arbeite haben Kopfhörer auf und hören beim programmieren Musik - geht aber natürlich nur, wenn zB nicht dauernd bei dir das Telefon klingelt.

als controller solltest du schon ein eigenes büro haben, immerhin ist dein job für die firma sehr wichtig.

Vielleicht hilft Oropax? Vielleicht bist du auch gerade nervlich überspannt, daß von alleine keine Besserung eintritt, wende dich doch mal an deinen Hausarzt, er kann dich eine Woche lang streßbedingt krankschreiben lassen, dann kannst du wieder etwas Kraft sammeln und dann versuchst du mit Oropax und vielleicht auch autogenem Training wieder zu arbeiten.
Ohrstöpsel helfen da. Allerdings nicht das klassische Ohropax,sondern diese gelben ""Stöpsel",wie's sie im Baumarkt gibt. Die Filtern nicht das gesamte Geräuschspektrum raus,sondern nur einen Teil,so daß du nicht ganz taub bist. Ich hab mal in einer Fabrik gearbeitet,wo ständig irgendwelche Druckluftschrauber im Einsatz waren...die hat man mit diesen Stöpseln nicht mehr gehört...das Radio hingegen schon ;-)
Im Büro darf laut VDI Richtlinie 2058 der Wert von 55 dB (A) für überwiegend geistige Tätigkeiten nicht überschritten werden. Nur ist der Wert leider für den Arbeitgeben nicht (mehr) bindend (guter Artikel von jemandem mit viel Ahnung unter http://www.btq.de/fileadmin/Dateiablage/Artikel/CF06-0734.pdf).
Die meisten Arbeitgeber haben aber ein eigenenes Interesse daran, wenn Mitarbeiter in Ruhe und konzentriert arbeiten können. Problem ist nur: die Forderung nach Ruhe ist verständlich, aber Holzbretter mit Stoff drauf lösten das Problem nicht. Und bislang gab es keine richtig funktionierende Lösung.
Bei uns in der Firma ist das Problem im Großraumbüro endlich gelöst, ein ganz neues Produkt, soll aus der Grundlagenforschung kommen ("Ruhemodul Office"). Wirkt klasse, sieht gut aus, man hört keinen Radau mehr, aber sieht sich noch (wg. Glas). Wenn man es nicht selbst erlebt (gehört) hat, kann man kaum glauben, wie gut das Büro beruhigt wird (Hersteller "SilenceSolutions", sieh mal auf deren Seite nach).
Unsere Geschäftsführung ist wohl auch zufrieden, weil wir nach der Neuplanung der Arbeitsplätze nicht mehr so große Abstände wegen des Krachs brauchten, also weniger Fläche (=Kosten). Wahrscheinlich hat die Firma zwar Geld ausgegeben, aber damit noch Kosten gespart. Ist ja auch o.k.